„Ein Witz“ - Schiri-Wut beim VfB Stuttgart wegen Porto-Zeitspiel
Im Europa-League-Achtelfinale liegen die Spieler des FC Porto oft am Boden. Schiedsrichter Rumsas tut lange nichts dagegen. Deniz Undav ist nach dem 1:2 des VfB Stuttgart sauer.
Sebastian Hoeneß sprach vom „Spielleiter“, nicht vom Schiedsrichter. In dieser Wortwahl des VfB-Trainers steckte schon ein erstes Statement, denn Hoeneß hätte sich gewünscht, dass der litauische Referee Donatas Rumsas dem Spiel mehr klare Anleitung gegeben hätte. „Du brauchst einen Spielleiter, der entsprechend Einfluss nimmt“, sagte der Stuttgarter Trainer nach der ärgerlichen 1:2-Heimniederlage gegen den FC Porto im Hinspiel des Europa-League-Achtelfinals.
Hoeneß wäre es recht gewesen, hätte der Schiedsrichter die wiederholten Zeitspiel-Aktionen der oft am Boden liegenden und für Unterbrechungen sorgenden Spieler aus Porto strikter gehandhabt, sodass „in der Spielleitung die Grenzen etwas straffer gezogen werden“.
„Lag 37 Mal auf dem Boden“ – VfB-Kritik an Porto-Auftritt
VfB-Stürmer Deniz Undav ist keiner, der Kritik in vorsichtige Worte verpackt. Der Torschütze zum Stuttgarter 1:2-Anschlusstor schimpfte einfach drauflos. „Ich glaube, der Linksverteidiger lag 37 Mal auf dem Boden.“ Das nervte nicht nur Undav, sondern auch dessen Teamkollegen und die VfB-Fans auf den Stadionrängen. Die Atmosphäre wurde hitzig.
„Dass der Schiri da kaum durchgegriffen hat“, grantelte Undav, „ist auch ein Witz, vor allem, weil wir ihm das auch 100 Mal gesagt haben“. Der Torjäger hat am Donnerstagabend in der Stuttgarter MHP-Arena genau hingeschaut und Anregungen für künftiges Verhalten mitgenommen. Man müsse am Donnerstag nächster Woche im Rückspiel in Porto „genauso eklig sein, genauso provozieren“, sich „nicht alles gefallen lassen. Ich glaube, dann kannst du gegen die gewinnen, denn fußballerisch sind die nicht besser als wir.“
Der VfB braucht nach der 1:2-Heimniederlage einen Auswärtscoup, um den Sprung ins Viertelfinale der Europa League noch zu schaffen.
„Ob die es nötig haben“ – VfB-Star Stiller kritisiert FC Porto
Auch Mittelfeldstratege Angelo Stiller war angesäuert über die Art und Weise, wie sich der FC Porto in Stuttgart präsentiert hatte. „Ich habe selten so eine Mannschaft gesehen, die so auftritt.“ Stillers Nachsatz: „Ich weiß nicht, ob die es nötig haben.“ Zu sehr schimpfen wollte er nicht. „Man muss ja immer sachlich bleiben. Wenn man jetzt klar seine Meinung sagt, dann muss man zahlen.“
Eine Zeit lang ließen sich die Stuttgarter Spieler von den portugiesischen Provokationen aus dem Konzept bringen. Das kritisierte hinterher in der Interviewzone der MHP-Arena VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth. „Da dürfen wir uns nicht anstecken lassen, da müssen wir immun gegen sein.“ Er sieht in den Vorkommnissen des Donnerstagabends einen „Lernprozess“. Es sei schon „ein großes Maß an Provokation“ gewesen. „Ich glaube, die Nettospielzeit war dadurch nicht allzu hoch heute.“ Aber man müsse mit so etwas umgehen können. „Daran müssen wir uns gewöhnen und auch darauf einstellen, wenn wir nächste Woche in Porto spielen.“
Dann geht es für den VfB Stuttgart darum, doch noch ein Happy End hinzubekommen nach dem „ärgerlichen“ Ergebnis des Hinspiels. Fabian Wohlgemuth sagte jedenfalls: „Wir fahren alles andere als chancenlos nach Porto.“
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