Eine verschmerzbare VfB-Niederlage im Rückspiel gegen Celtic
Der VfB Stuttgart verliert nach einem Blitz-Gegentor mit 0:1 gegen Celtic Glasgow, zieht aber trotzdem ins Europa-League-Achtelfinale ein
Am Ende jubelten beide. Der VfB Stuttgart, weil er trotz der ersten Heimniederlage in dieser Europa-League-Saison im Achtelfinale steht, Celtic Glasgow rehabilitierte sich mit dem 1:0-Erfolg am Donnerstagabend in Stuttgart für die 1:4-Heimniederlage vor einer Woche.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß hatte am Tag davor noch gewarnt. Der 4:1-Erfolg im Hinspiel stelle im Rückspiel der Europa-League-Playoffs gegen Celtic Glasgow kein Ruhepolster da für seinen VfB Stuttgart. So kam es dann auch, denn der VfB Stuttgart lief am Donnerstagabend lange einem ganz frühen 0:1-Rückstand hinterher. Wirklich in Gefahr geriet der Einzug ins Achtelfinale aber nicht, dafür war der schottischen Titelträger über 90 Minuten offensiv viel zu harmlos. In der Runde der besten 16 geht es für den VfB Stuttgart nun entweder nach Braga oder Porto, der Gegner wird an diesem Freitag (13 Uhr) ausgelost.
Fehlpass führt zum Blitztor – und der VfB-Niederlage gegen Celtic
„Wir haben uns eine gute Ausgangslage erarbeitet“, hatte der junge VfB-Innenverteidiger Finn Jeltsch vor dem Spiel gesagt, um einzuschränken: „Dennoch gibt es genügend Beispiele im Fußball, dass so etwas längst keine Garantie ist für ein Weiterkommen.“ Besonders, wenn der Gegner nach gerade einmal 28 Sekunden schon trifft.
Nach einem Fehlpass von Chema Andres ging es viel zu schnell für den VfB, der noch gar nicht richtig auf dem Platz war. Der junge Spanier bekam danach die Lücke in der Stuttgarter Defensive nicht geschlossen. Die Freiburger Leihgabe Junior Adamu steckte auf Luke McCowan durch, der aus 13 Metern zum 0:1 vollendete.
Der Auftakt in diesen stimmungsvollen Europapokalabend lief komplett schief. Es stand eine komplett andere Celtic-Elf auf dem Rasen, was nicht nur an den acht Wechseln lag, die Celtic-Trainer Martin O´Neill vornahm. Celtic hatte zuvor nur eins der vergangenen 17 Auswärtsspiele im Europapokal gewonnen. In einem deutschen Stadion war der 55-malige schottische Meister in seiner langen und durchaus ruhmreichen Vereinsgeschichte bisher noch nie erfolgreich. Bis Donnerstagabend und dem 1:0 beim VfB Stuttgart.
VAR zählt Undav-Tor ab – VfB-Star Demirovic im Abseits
Nach der Anfangsviertelstunde war der schwäbische Schock des frühen Rückstands verkraftet. Badredine Bouanani zwang Celtic-Torwart Viljani Sinisalo in der 16. Minute zu einer ersten Parade. Der VfB trat nun wieder so auf wie im Hinspiel. Spielbestimmend und dominant. Mit viel Ballbesitz. Der einzige, aber entscheidende Unterschied: Der finale Pass rund um den Strafraum wollte einfach nicht ankommen, immer war ein schottisches Bein, das den Ball blockte. Wirkliche Torgefahr entwickelten die Gastgeber deshalb auch nicht.
In Durchgang zwei kam Chris Führich für Jamie Leweling, Führich bediente nach wenigen Sekunden Bouanani, der aus kurzer Distanz vergab. Der Algerier agierte unglücklich, erwischte einen schwachen Abend, weil er auch in der 65. Minute die dritte Stuttgarter Chance auf den Ausgleich vergab. Es blieb bei der Stuttgarter Spielkontrolle, auf bedingungslose Offensive wollten oder konnten die Schotten nicht setzen. Als Chris Führich nach feiner Einzelleistung in 68. Minute dann zum 1:1 traf, zählte der Treffer nicht, weil er zuvor im Abseits gestanden hatte.
Das wiederholte sich in der 75. Minute, als sich Ermedin Demirovic als Vorlagengeber für Deniz Undav – wie so oft zuletzt – hauchzart im Abseits befand. Die unheilvolle Abseitsserie des bosnischen Nationalstürmers setzte sich also auch im dritten Spiel innerhalb einer Woche fort. Vier Treffer mit Demirovic-Beteiligung kassierte der VAR ein.
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