VfB Stuttgart steht im Finale – Pokalfight gegen SC Freiburg endet mit Traumtor
Der VfB Stuttgart ist auf Titelverteidigungstour. Es geht wieder zum DFB-Pokal-Finale nach Berlin. Im Heim-Halbfinale gibt es ein 2:1 nach Verlängerung gegen den SC Freiburg.
Finale, olé. Wieder haben die VfB-Fans ihren Hit: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“. Auch in diesem Jahr. Die Stuttgarter können am 23. Mail im Duell mit dem FC Bayern München ihren Titel verteidigen und haben die Chance, zum zweiten Mal in Folge den DFB-Pokal zu gewinnen. Im Heim-Halbfinale am Donnerstagabend gegen den badischen Rivalen SC Freiburg gab es ein 2:1 nach Verlängerung. Tiago Tomás traf in der 119. Minute.
Als Lucas Höler in der ersten Minute der Verlängerung für Freiburg getroffen hatte, zählte das Tor nicht wegen eines Fouls an Jeff Chabot. In der 96. Minute traf Chris Führich den Pfosten. Dann rettete SC-Keeper Florian Müller in Weltklassemanier gegen den sehr auffälligen Bilal El Khannouss (103.). Schließlich wurde Tomas zum umjubelten Helden.
VfB Stuttgart im DFB-Pokal: Pyrotechnik und Freiburg-Führung in Halbzeit eins
In der Cannstatter Kurve hatten die VfB-Ultras das große „Finale!“-Banner ausgepackt. Weil direkt vor dem geplanten Anpfiff die gesamte Kurve Pyro-Rot glühte, ging es verspätet los. Zu viel Qualm trübte den Durchblick. Auch für den Bundestrainer. Julian Nagelsmann saß auf der Tribüne der MHP-Arena.
Giftig ging es phasenweise zu. Es war viel Biss drin im Landesduell. In der 28. Minute sorgte Maximilian Eggestein mit der Fußspitze für das 0:1. Nach einem Eckball hatte Matthias Ginter den Ball vors VfB-Tor geköpft, dort spitzelte Eggestein den Ball an Schlussmann Alexander Nübel vorbei. Besonders ärgerlich: Die Ecke für Freiburg war völlig unnötig gewesen, ein ganz schlechter Rückpass von Angelo Stuller war schuld. Ein Geschenk mit schlimmen Folgen.
Der VfB-Offensive gab der Sport-Club kaum Räume. In der 40. Minute kam er blondierte Ermedin Demirovic mal in einer Top-Position zum Schuss, ballerte aber aus elf Metern drüber. In der 44. Minute zielte Jamie Leweling ganz knapp am langen Pfosten vorbei. In der dritten Minute der Nachspielzeit blockte Igor Matanovic einen Schuss von Deniz Undav. Erst ganz spät in der ersten Hälfte war der VfB gefährlich geworden. Aber der SC hatte mehr Effektivität zu bieten.
In der 49. Minute vergab Chris Führich eine Stuttgarter Riesenchance zum 1:1. Dann konnte Stiller den Ball aus kurzer Distanz nicht über die Linie drücken (60.). Als er gleich darauf zum vermeintlichen 1:1 traf, war Demirovic zuvor im Abseits gestanden.
Erst Freiburg-Chance, dann VfB-Ausgleich im Pokal-Halbfinale
In der 70. Minute erzielte dann Deniz Undav den Ausgleich. Der eingewechselte Bilal El Khannouss war der Vorbereiter. Nur 19 Sekunden vor dem VfB-Tor hatte Yuito Suzuki die Riesenchance zum 0:2 nicht nutzen können. Da ging es ganz wild zu. In der 82. Minute fehlte Undav ein bisschen Dusel, dann wäre er der Schütze des Stuttgarter 2:1 gewesen. Auch Führich traf nicht (90.+2). Florian Müller im SC-Tor rettete, wie auch gegen Undav (90.+4).
Es gibt nun in Berlin die Chance zur Revanche. Gerade erst hat der VfB in der Bundesliga mit 2:4 in München verloren, zuvor gab es eine 0:5-Heimklatsche gegen die Bayern. Und ganz zu Beginn der Saison die 1:2-Niederlage im Supercup. Ein Sieg am 23. Mai im Olympiastadion gegen den FCB und all das wäre bedeutungslos. VfB-Trainer Sebastian Hoeneß erlebt wieder einen Höhepunkt: „Wir haben jetzt Blut geleckt, Titel zu gewinnen.“ 2025 gab es den Pokaltriumoh. Und 2026?
Hoeneß hatte seine Startelf nach der 2:4-Niederlage bei Bayern München auf vier Positionen verändert. Mittelstädt, Nartey, Undav nach Gelbsperre sowie Demirovic rückten ins Team, Jeltsch fehlte wegen seiner Bauchmuskelverletzung im Kader, Vagnoman, El Khannouss und Tomas saßen zu Beginn auf der Bank.
VfB Stuttgart zieht ins Pokalfinale ein – jetzt gegen FC Bayern
Beim Sport-Club stand der einstige Stuttgarter Florian Müller im Tor. Die Nummer zwei hinter Noah Atubolu ist Freiburgs Pokal-Schlussmann. Viel Spielpraxis hatte er nicht. Aber er hielt sehr stark.
Der VfB Stuttgart durfte gegen den SC Freiburg nicht nur einen sportlichen Prestigesieg feiern. Der Finaleinzug bedeutet auch, dass mehrere Millionen Euro Prämie aufs VfB-Konto fließen werden. Bisher haben die Stuttgarter in dieser Pokalsaison rund 6,5 Millionen Euro eingenommen. Der unterlegene Berliner Finalist bekommt 2,88 Millionen Euro, der neue DFB-Pokal-Sieger 4,32 Millionen Euro.
Für den VfB geht es nun aber erstmal in der Bundesliga darum, die gute Ausgangslage im Rennen um die Champions-League-Teilnahme nicht zu verspielen. Am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) geht es für den Tabellenvierten gegen Werder Bremen weiter, an dann zu Hause. „Wir haben alles in der eigenen Hand und sind auf keine anderen Ergebnisse angewiesen“, sagte Mittelfeld-Impulsgeber Angelo Stiller. „Gleichwohl wissen wir um die Schwere unseres Restprogramms gegen wirklich gute Gegner. Wenn wir in jeder Partie an unser Limit und darüber hinausgehen, werden wir am Ende sicherlich Grund zur Freude haben.“ Wie am Donnerstagabend nach dem Halbfinalsieg im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg.
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