Vor dem FC Bayern: In dieser Tabelle steht der VfB Stuttgart auf Platz eins
Ein Fachmagazin hat Daten aus dem Profifußball ausgewertet und ein überraschendes Ranking veröffentlicht. An der Spitze steht der VfB Stuttgart.
Der VfB Stuttgart ist Tabellenführer. Allerdings nicht im aktuellen sportlichen Klassement der Fußball-Bundesliga. Erster sind die Weiß-Roten in einem Ranking des Fachmagazins „Kicker“, das den finanziellen Überbrückungshilfen während der Coronavirus-Pandemie gewidmet ist.
Mit einer Gesamtsumme von 14,52 Millionen Euro an gewährten Beihilfen steht der VfB Stuttgart knapp vor dem FC Schalke 04 (14,27 Millionen Euro). Der „Kicker“ hat exklusiv alle Corona-Hilfen analysiert und ist bei den damaligen Erst- und Zweitligisten im deutschen Profifußball auf eine Gesamtsumme von mehr als 114 Millionen Euro gekommen.
Geisterspiele als finanzielles Damoklesschwert auch für den VfB Stuttgart
„Kicker“-Redakteur Benni Hofmann formuliert es so: „Es leuchtet ein, dass zuschauerträchtige Clubs wie der VfB Stuttgart, Schalke 04, Borussia Dortmund oder der HSV bei den Förderungen im zweistelligen Millionenbereich gelandet sind. Denn die Geisterspiele und der damit einhergehende Ausfall der Spielerträge stellten finanziell das größte Damoklesschwert dar.“
Hofmann weiter: „Um mit dem Finger auf den Profifußball zu zeigen, taugen die Überbrückungshilfen trotz der teils hohen Summen nicht wirklich. Denn es gilt zu bedenken, dass Clubs wie Schalke oder der VfB pro Heimspiel schon damals Einnahmen von um die zwei Mio. Euro generierten.“
Der damalige Finanzvorstand des VfB Stuttgart, Stefan Heim, hatte der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten Mitte 2020 gesagt: „Wir haben in der Phase des Lockdowns alle Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Stabilisierung geprüft und unter anderem über unsere Hausbank einen Antrag auf KfW-Förderung gestellt, um unsere Liquidität zu sichern.“ Heim fügte hinzu: „Das war eine unserer getroffenen Maßnahmen zur Wahrung des wirtschaftlichen Fortbestands des VfB in einer Zeit, in der niemand vorhersagen konnte, wann und wie es im Fußball weitergehen würde.“
Kontroverse Ansichten über Corona-Hilfen für Clubs im Profifußball
Staatshilfen für den Profifußball waren damals ein Politikum. Der Antrag des VfB Stuttgart rief gespaltene Reaktionen hervor. Allerdings standen auch Fußballvereinen die Fördertöpfe zur Verfügung. Baden-Württembergs damalige Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU) sah den Antrag des VfB Stuttgart kritisch. „Es trägt nicht gerade zum Imagegewinn der Fußball-Clubs bei, wenn den Spielern einerseits Gehälter in Millionenhöhe bezahlt werden und andererseits staatliche Hilfen in Anspruch genommen werden“, sagte sie der „Bild“.
Noch im März 2022 sah der VfB-Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle die wirtschaftliche Situation des Fußball-Bundesligisten als „riesengroße Herausforderung“ an. „Über 80 Millionen Euro Corona-Umsatzverlust für den VfB Stuttgart sind ein Brett“, sagte der 47-Jährige bei seiner Vorstellung als neuer Boss. „Das Ziel ist, maximal sportlichen Erfolg zu erzielen, ohne die wirtschaftliche Existenz des Clubs zu gefährden.“ Das ist tatsächlich zuletzt so Realität geworden.
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