Undav oder Demirovic: Wer knipst für den VfB Stuttgart in Leverkusen?
Deniz Undav hat als Torjäger den Jahresschluss 2025 beim VfB Stuttgart geprägt. Jetzt ist sein interner Rivale Ermedin Demirovic wieder fit. Beide sind heiß auf Glanztaten.

Neues Jahr, alte Fußball-Weisheit: Wer viele Tore schießt, hat die besseren Siegchancen. Beim VfB Stuttgart war am Ende des Jahres 2025 Deniz Undav der herausragende Goalgetter. Beim finalen 0:0 gegen die TSG Hoffenheim kurz vor Weihnachten verpasste er es allerdings, ganz spät noch zum gefeierten Helden zu werden. In Minute 90+2 hatte Undav den Ball ins TSG-Tor geköpft, doch wegen einer knappen Abseitsstellung zählte der Treffer nicht. Ein 1:0-Sieg des VfB gegen den badischen Nachbarn wäre der perfekte Schlusspunkt vor der kurzen Bundesliga-Winterpause gewesen.
Jetzt geht es im nationalen Punktspielbetrieb weiter. An diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) sind die Stuttgarter zum Auftakt anno 2026 bei Bayer Leverkusen gefordert. Es ist ein Spitzenspiel. VfB-Trainer Sebastian Hoeneß möchte sehr gerne gleich ein Erfolgsstatement seiner Mannschaft bejubeln.
Im Angriffszentrum hat er wieder eine echte Knipser-Alternative zur Verfügung, denn Ermedin Demirovic steht nach seiner Verletzungs-Zwangspause seit Anfang Oktober 2025 wieder zur Verfügung. „Er ist für mich gleich ein Faktor. Da wird keine lange Eingewöhnungszeit vonnöten sein, davon bin ich überzeugt. Und deswegen bin ich froh, dass er wieder da ist“, sagte Hoeneß über den Nationalstürmer von Bosnien-Herzegowina, der sich beim Trainingsstart am 3. Januar gleich voll bereit gemeldet hatte.
Ermedin Demirovic hat sich im Aufbautraining hart quälen lassen
Viel hatte Demirovic für seine Fitness getan, als er wegen eines beginnenden Ermüdungsbruchs im Fußwurzelknochen nicht mehr spielen konnte. „Ich habe zu allen von Anfang an gesagt: Bitte quält mich, quält mich durch die Phase, auch wenn ich keinen Bock darauf habe.“ Das sei ihm sehr wichtig gewesen. Er habe „so viele harte Einheiten“ absolviert, „dass sich das dann am Ende ausgezahlt hat“. Ermedin Demirovic ist heiß auf möglichst viel Spielzeit in der Stuttgarter Mannschaft.
Der vom VfB neu verpflichtete Angreifer Jeremy Arévalo wird erstmal noch keine große Rolle spielen. Sebastian Hoeneß hat den vom spanischen Zweitligisten Racing Santander geholten 20-Jährigen (Vertrag bis 2031) als „Versprechen für die Zukunft“ bezeichnet. Es ist aber nicht die ganz ferne Zukunft gemeint: „Wir haben begründete Hoffnungen, dass er uns in dieser Saison schon hilft.“ Doch in Leverkusen wird Arévalo sicher nicht in der VfB-Startelf stehen.
„Ein bisschen schüchtern“ sei der Youngster, erzählte Ermedin Demirovic nach den ersten Trainingseindrücken. „Ich versuche, mein gebrochenes Spanisch auch dafür zu nutzen, um ein bisschen mit ihm zu quatschten.“ Arévalo soll schnell und gut integriert werden, um möglichst bald auch Torgefahr auf den Platz bringen zu können. Es sei schon wichtig, so Sebastian Hoeneß, „wieder mehr Möglichkeiten zu haben, gerade jetzt, wo Bilal El Khannouss uns fehlt“. Der marokkanische Nationalspieler ist beim Afrika-Cup aktiv.
Aussichtsreiche Position des VfB Stuttgart in drei Wettbewerben
Der VfB hat ein anspruchsvolles Auftaktprogramm vor sich mit vielen Spielen in den kommenden Wochen. Es soll in allen drei Wettbewerben gut weitergehen. Ob in der Bundesliga, im DFB-Pokal oder in der Europa League, die Stuttgarter Mannschaft hat sich aussichtsreich in Position gebracht. Demirovic ist zuversichtlich, dass es einen guten Lauf geben wird. „Ich glaube, wir haben viele Spieler, die einfach richtig Bock haben, sich zu beweisen. Die WM steht bald an.“ Es werde „keiner einen Schritt weniger machen“.
An diesem Samstag kommt es in Leverkusen zum Duell zweier sehr spielstarker Teams. Die Bayer-Elf hat in dieser Bundesliga-Saison den zweitmeisten Ballbesitz (60 Prozent) und spielt die zweitmeisten Pässe pro Spiel (620), der VfB liegt in beiden Kategorien auf Platz drei (58 Prozent Ballbesitz, 522 Pässe/Spiel). Nur der FC Bayern München kommt ligaweit auf mehr Ballbesitz (68 Prozent) und Pässe pro Spiel (725).
Am Ende aller Passfolgen kommt es aber aufs Toreschießen an. Deniz Undav hat in den elf Bundesliga-Einsätzen dieser Saison acht Treffer erzielt, Ermedin Demirovic kommt bei sechs Ligapartien auf drei Tore. Beide sind gierig auf weitere Erfolgserlebnisse.
Deniz Undav gibt beim VfB Stuttgart mächtig Gas für die WM
Undav hatte zum Jahreswechsel eine klare Botschaft in den sozialen Medien formuliert: „2025 war krass. 2026 wird noch besser!“ Der Angreifer will unbedingt mit der deutschen Nationalmannschaft zur WM in den USA, Kanada und Mexiko. Undav sagte: „Ich brauche mich nicht zu verstecken. Der Bundestrainer weiß, was er an mir hat - auf und außerhalb des Platzes. Mein Ziel ist natürlich, mich zu empfehlen. Mein Job ist, es dem Bundestrainer so schwer wie möglich zu machen. Wenn wir gut sind und ich score, dann wird’s schwierig für ihn, an mir vorbeizugehen.“
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