Oprea geht am Saisonende: Unterschiedliche Geschwindigkeiten führen zur Trennung
Handball-Drittligist TSB Horkheim und Trainer Dragos Oprea verlängern den auslaufenden Vertrag nicht. Was vor eineinhalb Jahren als die Rückkehr des verlorenen Sohns gefeiert wurde, endet überrraschend schnell.

Äußert schmallippig kam die Pressemitteilung des TSB Horkheim am Donnerstagvormittag daher: "Trainer Dragos Oprea wird in der kommenden Saison nicht mehr für den TSB Horkheim an der Seitenlinie stehen, sein auslaufender Vertrag wird nach zwei Jahren nicht verlängert. [...] Grund für die Trennung sind in Teilen unterschiedliche Auffassungen über die sportliche Entwicklung und Realisierung der Ziele", hieß es von Seiten des Handball-Drittligisten.
Was vor eineinhalb Jahren als die Rückkehr des großen Sohns gefeiert wurde, endet nun überraschend schnell. Schon bei seiner Vorstellung hatte der 41-Jährige seine Grundsätze deutlich gemacht. "Es ist wichtig, dass alle an einem Strang ziehen und in die gleiche Richtung schauen. Dass man zusammen Ziele und Visionen verfolgt." Hier scheint nun in den Gesprächen über eine Vertragsverlängerung ein gewisser Dissens entstanden zu sein. Oprea wollte sich auf Anfrage nicht über den Inhalt der Pressemitteilung hinaus zur Trennung äußern. Eine Enttäuschung war beim ehemaligen Nationalspieler aber erkennbar.
Die Trennunf ist dem TSB schwer gefallen
Den TSB-Verantwortlichen ist die Entscheidung allerdings ebenfalls schwergefallen. "Dodo macht bei uns einen super Job, gibt in jedem Training 100 Prozent, ist Profi durch und durch", lobt Marco Starz den Coach. Gemeinsam mit Michael Löbich kümmert sich Starz als Ressortleiter seit Jahren um die Belange des Drittliga-Teams. Früh in der Saison hat das Duo das Gespräch mit Oprea über eine mögliche Vertragsverlängerung gesucht.
Nachvollziehbar - denn viele Spielerverträge laufen ebenfalls am Saisonende aus und um hier Einigungen zu erzielen, sollte die Trainerfrage für die kommende Saison möglichst vorab geklärt sein. "Dodo würde gerne noch professioneller arbeiten", erklärt Starz. Der Verein will und muss sich professioneller aufstellen. "Wir sind auf dem Weg. Aufgrund unserer ehrenamtlichen Strukturen ist dies aber ein längerer Prozess", sagt Starz.
Eine vierte Trainingseinheit einzuführen, scheitern an mehreren Hürden
Allein eine vierte Trainingseinheit in der Woche einzuführen, ist aktuell nicht möglich. Aus finanziellen Gründen - viele Spieler reisen zu jedem Training teils von weit her an. Aus infrastrukturellen Gründen - die Stauwehrhalle ist wie sämtliche Heilbronner Sporthallen komplett belegt. Aus persönlichen Gründen - denn kein Spieler ist Vollprofi, alle müssen Studium oder Job mit dem Handball vereinbaren. Bevor unterschiedliche Geschwindigkeiten auf dem Weg zum gemeinsamen Ziel zur Belastung werden, hat der Verein jetzt eine Entscheidung gefällt. Eine, die im Umfeld sicher nicht nur auf Gegenliebe stoßen wird. Oprea ist im Verein sehr beliebt.
"Unsere Ziele und unser Fokus bleiben. So wie ich meine Mannschaft und ihren Charakter kenne, wird sie weiter alles geben", ist Oprea überzeugt, keine "lame duck" zu werden. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass Dodo bis zum Saisonende mit genauso viel Herz und Engagement für den TSB arbeitet wie bisher", sagt Starz. Gemeinsam mit Löbich begibt er sich nun auf die Nachfolgersuche, die in den nächsten vier Wochen abgeschlossen sein soll. "Bisher haben wir noch mit keinem anderen Trainer gesprochen", sagt Starz. Und Oprea? Dürfte sich auch keine Sorgen machen müssen, einen neuen Verein - durchaus auch noch eine Liga höher - zu finden.
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