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Mit sofortiger Wirkung: Drittligist TSB Horkheim trennt sich von Trainer Dragos Oprea

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Nach "Spannungen" und unterschiedlichen "Herangehensweisen" trennen sich Handball-Drittligist TSB Horkheim und Cheftrainer Dragos Oprea neun Spiele vor dem Ende der Saison.

Skeptischer Blick: Dragos Oprea ist nicht länger Trainer des TSB Horkheim.

Foto: Archiv/Berger
Skeptischer Blick: Dragos Oprea ist nicht länger Trainer des TSB Horkheim. Foto: Archiv/Berger  Foto: Berger, Mario

Das Kapitel Dragos Oprea beim TSB Horkheim ist abrupt beendet. Bereits im November hatte der Handball-Drittligist die Trennung von seinem Cheftrainer zum Saisonende verkündet. Am Dienstag folgte nun die sofortige Freistellung. Der bisherige Co-Trainer Malte Willms und Torwart-Trainer Sven Grathwohl verantworten die Mannschaft in den verbleibenden neun Partien. Beim Auswärtsspiel gegen die SG Pforzheim/Eutingen am Samstag (19 Uhr) feiert das gleichberechtigte Duo seine Premiere.

"Wir sind mit der sportlichen Situation nicht zufrieden und wollen für den Saison-Endspurt noch einmal einen neuen Impuls setzen", begründet der Sportliche Leiter Michael Löbich die Vorstandsentscheidung. Wohl wissend, dass dies für den TSB ein sehr ungewöhnlicher Schritt ist. Seit der Entlassung von Stefan Haller vor annähernd zwei Jahrzehnten haben sich die Horkheimer nicht mehr vorzeitig von einem Chefcoach getrennt. "Ich hätte die Saison gerne zu Ende geführt", sagte Oprea am Dienstag.

Oprea erahnte sein Aus bereits am Montagabend

Der 41-Jährige ahnte bereits, was geschehen würde, als der Verein ihn am Montag bat, früher zum Training zu erscheinen. "Ich habe die Einheit dennoch wie jede andere vorbereitet", sagte der frühere deutsche Nationalspieler. In der offiziellen Vereinsmitteilung wurde die vorzeitige Scheidung interpretationsbedürftig begründet: "Neben den starken Leistungsschwankungen in der Rückrunde sehen wir als Verein auch die Spannungen innerhalb der Mannschaft und Herangehensweisen an diverse Themen als Grundlage, sich bereits jetzt für die verbleibenden Spiele in dieser Saison neu auszurichten."

Genauer ausformulieren mochten weder Verein noch Ex-Trainer die mit "Spannungen" und "Herangehensweisen" angerissenen Konflikte. "Ich habe seit meinem Antritt immer mein Bestes gegeben. Natürlich habe ich Fehler gemacht, kein Mensch ist perfekt. Ich trete aber nicht nach, sondern bin dem Verein dankbar, dass ich die Chance hier in Horkheim erhalten habe", betont Oprea, gibt aber zu: "Ich hätte gerne mehr bewegt."

TSB Horkheim: Oprea-Lob für Assistent Malte Willms

Beim Verein sah man trotz der sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und zuletzt zwei Siegen in drei Partien die anvisierten Saisonziele in Gefahr. "Wir wollen nicht, dass der Rest der Saison einfach dahinplätschert", erklärte Löbich. Es ging bei der Entscheidung allem Anschein nach nicht nur um die Frage nach Sieg oder Niederlage, sondern auch um die Art und Weise der Auftritte. Vielleicht auch darum, die Spieler verstärkt in die Pflicht zu nehmen.

Über "seine Jungs" verliert Oprea kein böses Wort: "Ich bin stolz, dass ich sie ein Stück weit begleiten durfte." Ebenso dankte der frühere Linksaußen den Zuschauern und sämtlichen Mitarbeitern für die Unterstützung. Explizite Anerkennung bekam auch sein Assistent Willms: "Wir haben sehr, sehr gut harmoniert", sagte Oprea.

Neues Interimsduo will Abläufe in Horkheim vereinfachen

Weder Willms noch Grathwohl werden das Team jetzt komplett umkrempeln. "Es geht darum, wieder eine Leichtigkeit hereinzubekommen, den Spaß am Handball. Die Spieler sollen befreit und selbstbewusst aufspielen. Wir wollen aus den verbleibenden neun Spielen den maximalen Erfolg ziehen", sagt Grathwohl, der gemeinsam mit Löbich und Marco Starz auch die Sportliche Leitung des Drittligisten bildet. Konkret - mit Blick auf die nächste Partie am Samstag - bedeutet das laut Grathwohl: "Wir werden ein paar Sachen vereinfachen, ein paar Sachen weglassen."

Eine Vakanz auf der Trainerposition entsteht nicht. Bereits seit Mitte November steht fest, dass der ehemalige Horkheimer Spieler und aktuelle Trainer des TSV Weinsberg, Oliver Heß, mit seinem Bruder Alexander als Co-Trainer beim TSB übernehmen wird.

Keine Frisch-Auf-Spieler beim TSB Horkheim

Am Dienstag gab Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen seinen sogenannten Anschlusskader bekannt. Darin werden Spieler aufgenommen, die sich auf dem Sprung Richtung Erstliga-Kader befinden, aber noch bei unterklassigen Vereinen Spielpraxis sammeln sollen. Überraschend dabei: Kein einziges Talent wird nächste Saison für den TSB Horkheim auflaufen, sondern allesamt bei den Ligakonkurrenten HC Oppenweiler/Backnang, TSV Neuhausen/Fildern und VfL Pfullingen.

"Es ist mitnichten so, dass wir als Kooperationspartner ins zweite Glied gerückt sind. Entweder spielten persönliche Gründe wie weite Fahrten eine Rolle, oder dass wir auf einer Position bereits doppelt besetzt sind", erklärte der Sportliche Leiter Michael Löbich. Offen ist noch, ob der bereits seit Saisonbeginn verletzte Oskar Neudeck nach Wiedergenesung eine weitere Saison für den TSB spielen wird.

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