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Mit vereinten Kräften beim Neckarsulmer Doppel-Heimauftritt

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Die Bundesliga-Frauen und Verbandsliga-Männer der Sport-Union Neckarsulm spielen in der Ballei nacheinander gegen den Buxtehuder SV und die HSG Fridingen/Mühlheim. Die Ausgangslagen könnten jedoch unterschiedlicher kaum sein.

Neckarsulms Yannic Zwirner überwindet in dieser Derby-Szene aus dem Dezember Felix Kerber im Fleiner Tor. Bevor es Ende April zum Rückspiel in der Sandberghalle kommt, wartet auf den Verbandsligisten noch ein Heimspiel in der Ballei.
Neckarsulms Yannic Zwirner überwindet in dieser Derby-Szene aus dem Dezember Felix Kerber im Fleiner Tor. Bevor es Ende April zum Rückspiel in der Sandberghalle kommt, wartet auf den Verbandsligisten noch ein Heimspiel in der Ballei.  Foto: Seidel, Ralf

Es ließe sich durchaus so deuten, dass sie in Neckarsulm nun alle Register ziehen und nach dem allerletzten Strohhalm greifen, um mit vereinten Kräften ein Erfolgserlebnis zu erzwingen. Denn am Samstagabend gibt es die Sport-Union in der Ballei gleich im Doppelpack: Ab 18 Uhr empfangen die Bundesliga-Frauen den Buxtehuder SV, danach, ab 20.15 Uhr, sind die Verbandsliga-Männer Gastgeber für die HSG Fridingen/Mühlheim. Während der sechstklassige Aufsteiger von Trainer Jonas Heilmann längst im gesicherten Mittelfeld der Tabelle steht, benötigt der Erstligist um Mart Aalderink jeden Zähler, um die drohende Abstiegsrelegation noch zu vermeiden.

Durch den erstmals in dieser Saison stattfindenden Doppelspieltag möchte der Verein die Kräfte der freiwilligen Helfer bündeln und nach langer Zeit mal wieder ein Doppel-Event in der Ballei ausrichten. "Ich glaube, das wird eine coole Sache", sagt Jonas Heilmann, der sich trotz angespannter Personalsituation seines Teams auf den Heimspiel-Abschluss freut.

Enge Tabellenkonstellation in der Verbandsliga

"Wir wollen das Ding zu Hause gewinnen", sagt der 27-Jährige. Angesichts der engen Tabellenkonstellation, in der die TSF Ditzingen auf Rang vier und die HSG Böblingen/Sindelfingen auf Platz neun nur drei Punkte trennen, ist für die Sport-Union (Platz sechs, 19:21 Punkte) noch vieles möglich. Die HSG Fridingen/Mühlheim reist am Samstag punktgleich, aber mit dem besseren Torverhältnis und einem Hinspiel-Sieg im Rücken (29:26) nach Neckarsulm.

Und weil die Sport-Union am 30. April zum Saisonabschluss noch beim TV Flein (ebenfalls 19:21 Punkte) zu Gast sein wird, ist von gemütlichem Saisonausklang in Neckarsulm noch keine Rede. Robin Matschke, David Loydl sowie die in der nächsten Saison nur noch auf Abruf spielenden Georg Holoch und Johannes Brecht sollen schließlich noch eine würdige Verabschiedung erhalten.

Kreative Angriffsvarianten sind gefordert

Ganz andere Probleme hat hingegen Mart Aalderink. Der Niederländer ist seit Wochenbeginn kreativ gefordert. Wichtigste Aufgaben: Das gegen Blomberg teils desolate Rückzugsverhalten aufarbeiten und ein Angriffsspiel ohne nominelle Kreisläuferin entwickeln. Denn Sharon Nooitmeer, die einzig verbliebene Akteurin für die Kreismitte, hat sich im Spiel gegen die Ostwestfalen eine Gehirnerschütterung zugezogen und wird am Samstag fehlen. "Daher müssen wir hier und da etwas ändern", sagt Aalderink. Was genau, das will sich der Trainer im Vorfeld noch nicht entlocken lassen.

Bislang hatte Annefleur Bruggeman ihre niederländische Landsfrau phasenweise am Kreis entlastet. "Annefleur wäre sicherlich die naheliegendste Option", sagt der 37-Jährige, betont jedoch: "Es gibt auch noch andere Möglichkeiten." Wie diese aussehen, davon soll auch der Buxtehuder SV überrascht werden.


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Weil sich Schiedsrichter- und Hallen-Technik in die Quere kamen, musste improvisiert werden. Eine Spielzeit-Anzeige entfiel, das Ergebnis wurde auf der Videotafel angezeigt. Besser als vor dem Anwurf wurde es für die Sport-Union aber nicht.
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Wenig Erstligareifes rund um das Sport-Union-Heimspiel gegen Blomberg-Lippe


Der Tabellensiebte aus Niedersachsen ist so etwas wie die Wundertüte der Liga. Im Tätigkeitsnachweis der Saison stehen unter anderem zwei Siege gegen Borussia Dortmund, aber auch Niederlagen gegen Leverkusen und Bad Wildungen. Isabelle Dölle gehört aus dem rechten Rückraum mit 101 Toren zu den erfolgreichsten Werferinnen der Liga, Liv Süchting gilt auf der anderen Rückraum-Seite als Anführerin des BSV.

Mart Aalderink setzt wieder auf Svenja Mann

Selten bekam die Sport-Union in der Bundesliga zuletzt so viel Platz wie ihn Tija Gomilar Zickero in dieser Szene gegen die HSG Blomberg-Lippe hat. Gegen den Tabellenvierten lagen die Probleme jedoch vor allem im Rückzugsverhalten.
Selten bekam die Sport-Union in der Bundesliga zuletzt so viel Platz wie ihn Tija Gomilar Zickero in dieser Szene gegen die HSG Blomberg-Lippe hat. Gegen den Tabellenvierten lagen die Probleme jedoch vor allem im Rückzugsverhalten.  Foto: Kunz, Christiana

Weil bei den Neckarsulmerinnen nicht nur Sharon Nooitmeer, sondern weiterhin auch Fatos Kücükyildiz und Munia Smits verletzt fehlen werden, setzt Mart Aalderink im Saisonendspurt auch wieder auf Svenja Mann. Die Rückraum-Spielerin war seit dem Winter vorzugsweise für Ketsch in Liga zwei aufgelaufen und hatte den Kurpfalz Bären dank eines Zweitspielrechtes mit ihren Toren wichtige Punkte im Abstiegskampf beschert. Nun soll sie ebenso wie Laila Ihlefeldt wieder vorrangig in Neckarsulm spielen.

"Wir haben weiterhin guten Kontakt mit Ketsch und Trainerin Franziska Steil, aber wir brauchen jetzt in dieser Phase und wegen der Verletzten alle Spielerinnen", betont Mart Aalderink. "Diesen Luxus, dass wir Spielerinnen freiwillig abgeben, können wir uns jetzt nicht mehr leisten."

Daher sollen die Erfolgserlebnisse nun mit vereinten Kräften erzwungen werden - auf und neben der Platte. Denn die Eintrittskarten für die Bundesliga behalten auch für das nachfolgende Verbandsliga-Spiel ihre Gültigkeit.

 
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