Sport-Union Neckarsulm ist in Dortmund zum Punkten verdammt
Will Handball-Bundesligist Sport-Union Neckarsulm noch in die Playoffs, sollte er am Samstagabend bei Borussia Dortmund punkten. Denn: Frisch Auf Göppingen hat seine Hausaufgaben in den vergangenen Tagen erledigt.

Realistisch betrachtet ist der Kampf um Playoff-Platz acht zwei Wochen vor dem Ende der Bundesliga-Hauptrunde zu einem Zweikampf geworden. Durch die beiden Siege von Frisch Auf Göppingen am Sonntag und Mittwoch gegen den VfL Oldenburg (26:25) und den Buxtehuder SV (33:30) ist der Aufsteiger mit zwei Spielen mehr und drei Punkten Vorsprung zurück auf dem achten Tabellenplatz, auf dem die Sport-Union Neckarsulm als Neunter am Hauptrunden-Ende so gerne selbst stehen würde.
Angesichts des Neckarsulmer Restprogramms (Borussia Dortmund, TuS Metzingen, HB Ludwigsburg) ist klar: Mit leeren Händen sollte die Mannschaft von Thomas Zeitz die Sporthalle Wellinghofen in Dortmund am Samstagabend (19 Uhr) besser nicht verlassen, sofern der baden-württembergische Rivale im Hauptrunden-Endspurt noch abgefangen werden soll. „Wenn du noch Achter werden willst, musst du zweimal gewinnen“, sagt Neckarsulms Trainer Thomas Zeitz deutlich. „Das ist maximal anspruchsvoll und brutal schwer, aber auch unsere Chance, vielleicht doch noch in die Top Acht reinzurutschen.“
Keine Angst mehr vor Playdowns: Neckarsulmer Selbstbewusstsein ist gewachsen
Aus dem zu Saisonbeginn als erstes Zwischenziel auf dem Weg zum Klassenerhalt ausgerufenen Playoff-Platz ist inzwischen eher ein Wunsch geworden. Zum einen, weil die Ausgangslage vor den letzten drei Hauptrunden-Spielen nun so anspruchsvoll ist, wie sie ist.
Zum anderen, weil man es sich bei der Sport-Union angesichts der eigenen Qualität und Entwicklung inzwischen zutraut, auch über die nervenaufreibenden Playdowns die Klasse halten zu können. Dass sich die Konkurrenten Bayer Leverkusen, Sachsen Zwickau und Buxtehuder SV zudem nicht als unüberwindbare Hürde präsentiert haben, trägt seinen Teil dazu ebenfalls bei.
Schmerzhafte Niederlagen gegen Oldenburg und Zwickau wirken nach
Sollte es das Zeitz-Team nicht in die Playoffs schaffen, weiß der Trainer auch warum: „Wir haben die Punkte gegen Oldenburg und in Zwickau liegengelassen. Wenn wir diese vier Punkte hätten, wäre die Situation jetzt eine andere“, sagt Thomas Zeitz.
Der BSV Sachsen hat seit jenem November-Hinspiel (24:28) nur noch sein Heimspiel gegen Bayer Leverkusen gewonnen, und auch der VfL Oldenburg, der als Tabellen-Siebter theoretisch noch in die Playdowns fallen könnte, hat in der Rückrunde inklusive des 27:26 gegen die Sport-Union nur drei Spiele gewonnen und lebt inzwischen von seinem guten Saisonstart.
„Wenn du noch Achter werden willst, musst du zweimal gewinnen.“
Thomas Zeitz
All das macht es umso ärgerlicher, dass die Sport-Union nun bei Borussia Dortmund überhaupt unter Zugzwang steht. „Es ist außerdem ärgerlich, dass sie nicht mehr im Europapokal dabei sind“, sagt Zeitz über den BVB, der sich voll auf die Liga konzentrieren kann. Die Borussia um Trainer Henk Groener war als Dritter nicht über die Gruppenphase hinausgekommen.
„Sie haben so ein bisschen zwei Gesichter. Da ist einerseits der Sieg gegen Ludwigsburg, aber eben auch ein Unentschieden gegen Buxtehude“, sagt Zeitz. „Wenn wir alles reinhauen, besteht eine Chance. Aber es ist klar, dass für uns alles passen muss.“
Wie viel können Sinah Hagen und Lilli Holste beisteuern?
Trotz der großen Ansammlung von Nationalspielerinnen stimmten die Leistungen und statistischen Werte beim BVB in dieser Saison nicht immer. Eine der Stärken der Gastgeberinnen ist es allerdings, auch schwächere Spiele mit zwei Punkten erfolgreich ins Ziel zu bringen – eine Qualität, die der Sport-Union (noch) fehlt.
Den Vertrag mit Neckarsulms Ex-Torhüterin Sarah Wachter hat der Verein jüngst verlängert, Spielmacherin Alina Grijseels holt er zur nächsten Saison in die Bundesliga zurück und hat mit Lois Abbingh bereits im Winter eine Top-Spielerin für den Rückraum verpflichtet. Im Ruhrgebiet wird geklotzt, statt gekleckert, um Meister HB Ludwigsburg nicht enteilen zu lassen.
Die Sport-Union hat hingegen andere Sorgen: Kim Hinkelmann und Veronika Andrysková fehlen weiterhin verletzt, Sinah Hagen macht mit ihrer Kapselverletzung Fortschritte und könnte zumindest mitreisen. Bei Lilli Holste (Rücken) habe es dagegen im Mittwochstraining bereits wieder vielversprechend ausgesehen, sagt Thomas Zeitz. Wenn auch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, so könnte die 23-Jährige in Dortmund doch einige Minuten sammeln.
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