Olympiasieg von Skispringer Philipp Raimund: Entscheidend war die Kopfleistung
Skispringer Philipp Raimund ist vor allem dank seiner Kopfleistung Olympiasieger geworden. Entscheidend war aber auch der Bundestrainer, der die Emotionen des Göppingers optimal moduliert hat, meint unser Autor.
Olympiasieger Philipp Raimund: Was vor einem Jahr wie das Ergebnis in einem Videospiel, die der junge Mann aus Göppingen so gerne spielt, oder nach einem verrückten Traum klang, ist emotionale Wahrheit geworden. Dass es der 25-Jährige mit dem ausgesprochen kräftigen Absprung in den Beinen hat, gerade auf der Normalschanze, ist nach seiner Entwicklung innerhalb der Mannschaft vom Mitspringer zum emotionalen Anführer nicht die Frage gewesen.
Rückenwind, der gerne am Trampolino in Val die Fiemme herrscht, kann er auch. Zudem ließ das Training mit den Notrufnummern-Plätzen eins, eins, zwei hoffen. Entscheidend war die Kopfleistung des Mannes, der eine Marke aus der Schwarz-Gruppe als Kopfsponsor trägt – was bei Olympia aber verboten ist.
Bundestrainer hat Flugkurve von Philipp Raimund zu Olympiagold moduliert
Großen Anteil an der goldenen Erfolgsgeschichte hat Stefan Horngacher. Von wegen Lame Duck, lahme Ente, weil der Bundestrainer schon zu Saisonbeginn mitteilte, dass dies sein letzte Saison im Amt sein wird: Der Österreicher arbeitete trotz der enttäuschenden Saison mit den Misserfolgen bei der Vierschanzentournee und der Skiflug-WM einfach akribisch weiter. Er hat die emotionale Erfolgskurve von Philipp Raimund optimal moduliert.

Blickt man aufs große Ganze, entsteht in Mailand Cortina 2026 ein Hoffnung, Zuversicht und Selbstvertrauen verbreitendes Gesamtbild. Mit Emma Aicher (22), Max Langenhan (26) und Philipp Raimund (25) haben junge Sportler, die ihre Handwerkskunst vor allem im Kopf verstehen, die ersten Farbtupfer gesetzt. Sie stehen für Aufbruch, die nächste Generation. Da will man wissen, wie es weitergeht.

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