Philipp Raimund holt sensationell Gold im Skispringen
Philipp Raimund hat für Deutschland bei den Olympischen Winterspielen eine weitere Goldmedaille erarbeitet. Im Skispringen von der Normalschanze landet er auf Platz 1.
Philipp Raimund hat im Skispringen bei den Olympischen Winterspielen im italienischen Predazzo Gold gewonnen. Der 25-Jährige setzt sich bei seinem ersten olympischen Springen seiner Karriere vor Kacpet Tomasiak aus Polen. Rang drei teilten sich der Japaner Ren Nikaido und der Schweizer Gregor Deschwanden.
Zweite Gold-Medaille für Deutschland bei Olympia: Skispringer Philipp Raimund auf Platz 1
Im Weltcup hat Raimund noch nie ein Einzel gewonnen. Für das deutsche Team ist es der Mega-Höhepunkt einer ganz schweren Saison mit zahlreichen Enttäuschungen. Die anderen deutschen Teilnehmer landen nicht auf dem Treppchen. Pius Paschke schaffte es auf Platz 23, Andreas Wellinger auf Rang 16. Felix Hoffmann landete vier Plätze vor Wellinger.
Deutschland hat bei Olympia 2026 bereits ein paar Medaillen gesammelt. Am Sonntagabend schaffte Rodel-Weltmeister Max Langenhan mehrmals den Bahnrekord – und gewann mit seiner Leistung die Goldmedaille. Das Biathlon-Mixed-Team schaffte es auf Rang drei. Die erste deutsche Medaille holte Emma Aicher beim Abfahrtsrennen.
Olympia-Sieger Philipp Raimund über ersten Sprung: "Ich war scheiße-nervös"
"Es war ähnlich wie im Sommer schon hier. Vor dem ersten Sprung war ich scheiße-nervös. Es sind alle hier. Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, aber ich bin so, so stolz drauf. Jetzt bin ich Olympiasieger, das ist unglaublich", sagte Raimund und fügte hinzu: "Noch keinen einzigen Weltcup gewonnen und dann auf der größten Bühne, ganz oben zu stehen, das ist unglaublich."

Die Zuschauer im sehr gut gefüllten Sprung-Stadion sahen einen packenden Wettkampf. Anders als so oft in diesem Winter im Weltcup sprang der Slowene Domen Prevc diesmal nicht allen davon. Der Saison-Dominator und Vierschanzentourneesieger wurde nur Sechster. Raimund lieferte diesmal die große Show. Zahlreiche angereiste deutsche Fans feierten den gebürtigen Göppinger.
Schon nach seinem ersten Versuch zeigte Raimund die Faust. Sein Sprung auf 102 Meter brachte ihn in eine hervorragende Ausgangsposition. Im zweiten Durchgang ließ Raimund 106,5 Meter folgen. Schon im Training zeigte er, wie gut ihm die Schanze im Val di Fiemme liegt. Am Tag vor dem Wettkampf belegte der 25-Jährige in drei Trainingsrunden die Plätze eins, eins und zwei.
Familie von Olympia-Sieger Philipp Raimund fiebert an der Schanze mit
"Ich habe ein Gefühl dafür aufgebaut, was für Punkte ich habe, worauf ich mich konzentrieren muss", sagte er. Er könne nun ganz entspannt an den Wettkampf herangehen, ergänzte Raimund im Stile eines Routiniers. "Ich glaube, dass wir tatsächlich aufgeregter sind als er", sagte sein Bruder Fabian in der ARD.
Sportlich hat sich Raimund im vergangenen Jahr enorm weiterentwickelt und auch ein persönliches – für einen Skispringer ungewöhnliches – Problem gelöst. Höhenangst, die Raimund noch in der vergangenen Saison zwischenzeitlich plagte, macht ihm nach eigenen Angaben keine Schwierigkeiten mehr. Mit einem Psychologen hat er das Thema aufgearbeitet.
Gold-Medaille für Deutschland: Olympia-Sieger Raimund "lebt von Emotionen"
Raimund will seine ersten Winterspiele auch abseits des Wettkampfes genießen. Der extrovertierte Sportler nimmt in der Mannschaft eine besondere Rolle ein. "Er lebt von den Emotionen", beschrieb Sportdirektor Horst Hüttel zuletzt. "Seine Art tut auch den anderen gut." Gut tut Raimund nun auch dem deutschen Medaillenspiegel.
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