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Ignacio Buse gewinnt denkwürdige Bad Rappenau-Premiere des Neckar-Cups

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So kompliziert war der Finaltag beim Neckar-Cup noch nie: Ignacio Buse steht um 20.53 Uhr als Sieger fest. Jakob Schnaitter und Mark Wallner erneut geschlagen.

Gruppenbild mit strahlendem Sieger: Der Peruaner Ignacio Buse (Dritter von rechts) hat den 11. Neckar-Cup gewonnen.
Gruppenbild mit strahlendem Sieger: Der Peruaner Ignacio Buse (Dritter von rechts) hat den 11. Neckar-Cup gewonnen.  Foto: Mario Berger

Der 11. Neckar-Cup war legendär kompliziert. Die ganze Woche verwässerten immer wieder Regenfälle die Spielpläne, besonders hart war die Geduldprobe am Finaltag: Um 12 Uhr sollte es losgehen. Doch erst um 20.53 war der Matchball gespielt. Der Peruaner Ignacio Buse ließ sich wie die ganz Großen bei den French Open rückwärts auf den roten Sand sinken, überwältigt von seinem Coup in Bad Rappenau, der ihm einen Siegerscheck über 20630 Euro und 100 Weltranglistenpunkte einbringt.

Ignacio Buse hat Geschichte geschrieben. Weil es sein erster Sieg auf der Challenger-Tour war. Weil ein Finaltag beim Neckar-Cup noch nie so lange gedauert hat. Weil schon diskutiert wurde, wann es am Montag weitergehen könnte. Weil noch nie so wenige Zuschauer bei der Siegerehrung dabei waren. Etwa 150 Aufrechte hatten trotz vier Regenunterbrechungen durchgehalten - je zwei waren es beim Doppel und später beim Einzel. „Wir hatten am Finaltag 700 bis 800 Zuschauer“, sagte Turnierdirektorin Mine Cebeci.

Neckar-Cup in Bad Rappenau: Ignacio Buse schlägt Guy Den Ouden mit 7:5, 7:5

Der US-Amerikaner Vasil Kirkov und der Niederländer hatten um 13.40 Uhr ihr Match begonnen und um 16.20 Uhr den ersten Matchball verwandelt, gewannen gegen die wie im Vorjahr geschlagenen Bayern Jakob Schnaitter und Mark Wallner mit 7:6 (7:5), 4:6, 10:7. Ignacio Buse, Davis-Cup-Spieler, die Nummer eins Perus, benötigte für den 7:5, 7:5-Sieg gegen den Niederländer Guy Den Ouden 97 Minuten - verteilt auf vier Stunden und sechs Minuten. 

Der Moment der Erkenntnis bei Ignacio Buse, der peruanischen Nummer eins.
Der Moment der Erkenntnis bei Ignacio Buse, der peruanischen Nummer eins.  Foto: Mario Berger

Als er eigentlich schon längst in Frankfurt hätte im Flugzeug nach Barcelona sitzen sollen, sagte Ignacio Buse: „Ich habe die Woche wirklich genossen.“ Wobei es den 21-Jährigen, der in Barcelona und Lima lebt, in allen seinen fünf Matches beim Neckar-Cup 2.0 erwischte: „Alle meine Matches wurden verschoben beziehungsweise unterbrochen.“ Regen als Charaktertest.

„Alle meine Matches wurden verschoben beziehungsweise unterbrochen.“

Ignacio Buse

Dramatischer Einzel-Finaltag: Ignacio Buse besiegt Guy Den Ouden in zwei umkämpften Sätzen

Diesen Test bestand der junge Mann, der in der am Montag erschienenen Weltrangliste mit Platz 152 so gut dasteht wie noch nie, mit Bravour. „Ich war immer im Match, habe alle schweren Situationen gut gemeistert“, sagte Ignacio Buse, der die Pausen mit einem Blick auf das Finale von Paris zwischen Carlos Alcaraz und Jannik Sinner überbrückte. Was Buse, dessen Urgroßvater Deutscher war, überraschte: „Dass die Plätze eine halbe Stunde nach Ende des Regens wieder trocken sind, ist unglaublich.“

Guy Den Ouden hatte gut dagegengehalten, das Gefühl, „dass ich den zweiten Satz gewinne“. Doch dann begann es erneut zu regnen; beim Stand von 5:7, 4:3, 15:0 aus Sicht des 23-Jährigen, der von seiner Freundin Mia Mack aus Löchgau und deren Hund Henry unterstützt wurde, ging es um 19.12 Uhr erneut in die Halle, ins Trockene. Als es dann um 20.19 Uhr auf dem Platz weiterging, war bei Niederländer alles anders.


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„Ich war fertig“, sagte Guy Den Ouden, der am Samstag sein Viertel- und sein Halbfinale spielen musste. „Mir tut alles weh. Ich habe mich nicht mehr gespürt. Ich hatte dennoch eine gute Woche. Ignacio war heute leider besser.“ Auch Den Ouden steht nun in der Weltrangliste so gut da wie noch nie, ist in der neuen Hitliste die Nummer 174.

War im Match-Tiebreak überragend: Vasil Kirkov (rechts), an der Seite von Bart Stevens.
War im Match-Tiebreak überragend: Vasil Kirkov (rechts), an der Seite von Bart Stevens.  Foto: Mario Berger

Das deutsche Doppel Schnaitter/Wallner war geknickt. Dass der erste Satz wie bei den Finalniederlage im Vorjahr 6:7 (5:7) endete, war freilich Zufall. Die Parallele zum Match-Tiebreak nicht mehr so ganz. „Der ist uns wie vor einem Jahr auch davongelaufen“, sagte Jakob Schnaitter. So ist Tennis: Vasil Kirkov und Bart Stevens waren einen einzigen Punkt besser, machten von 141 gespielten Bällen 71 - Jakob Schnaitter und Mark Wallner 70. 

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