Wie der Horkheimer Sebastian Heymann zu den Olymnpischen Spielen nach Paris kommt
Für den Horkheimer Sebastian Heymann geht es mit der Nationalmannschaft in Hannover um zwei Dinge: Olympia-Ticket lösen, Kaderplatz sichern. Für einen geht es um noch viel mehr.

Ein Lebenstraum von Sebastian Heymann hat sich mit der Teilnahme an der Heim-EM im Januar bereits erfüllt. Ein zweiter könnte in den nächsten Tagen Gestalt annehmen. Der seit zwei Wochen 26-Jährige will mit der DHB-Auswahl in Hannover das Olympia-Ticket für Paris lösen.
Dafür muss das Team von Bundestrainer Alfred Gislason unter den vier teilnehmenden Nationen beim Qualifikationsturnier mindestens den zweiten Platz erreichen. Zum Auftakt geht es am Donnerstag (17.45 Uhr/Sport 1) gegen den vermeintlich schwächsten Gegner Algerien. Am Samstag (14.30 Uhr/ZDF) folgt das Duell mit Kroatien, am Sonntag (14.10 Uhr/ARD) heißt der Gegner Österreich.
Horkeimer Handballer Heymann: Paris als großes Ziel
"Die Chance, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein, hat man nur alle vier Jahre. Paris ist natürlich mein Ziel", sagte Sebastian Heymann bereits Ende Januar. Da hoffte er noch, das Olympia-Ticket bei der EM mit einem Sieg im Spiel um Platz drei gegen Schweden klarzumachen. Doch dieser Wunsch erfüllte sich ebenso wenig wie der nach der EM-Bronzemedaille. Nun muss also die Zusatzrunde über das Qualifikationsturnier gedreht werden.
Schon allein wegen des Heimvorteils ist Deutschland der Favorit. "Wenn es nicht klappt, wäre das eine große Enttäuschung", sagt Gislason. Zudem wäre der Isländer dann seinen Job los. Denn die Vertragsverlängerung bis 2027 tritt nur in Kraft, wenn die Olympia-Teilnahme gelingt. "Ich bin gefühlt seit 50 Jahren Trainer. Wenn es schiefgeht, ist das kein Problem für mich. Ich spüre keinen besonderen Druck", hat der 64-Jährige am Dienstag gesagt.
Auf Nachfragen zu dieser Vertragsverlängerung mit Hinterausgang reagierte der Isländer aber schnell dünnhäutig. "Wie oft soll ich das noch erklären?", blaffte Gislason. Tags zuvor war Axel Kromer bereits die akute Unlust anzumerken, über dieses Thema zu sprechen. "Nein, wir haben keinen Plan B, falls es schiefgeht", gestand der Vorstand Sport beim Deutschen Handballbund (DHB).
Es geht um die Zukunft von Trainer Gislason beim DHB
Die Mannschaft spielt in Hannover also nicht nur um das Paris-Ticket, sondern auch um die Zukunft des Bundestrainers. "Beide Parteien werden sich dabei etwas gedacht haben", sagte Nationalspieler Christoph Steinert mit Blick auf das ungewöhnliche Vertragskonstrukt. Torhüter Andreas Wolff sprach sich gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" klar für Gislason aus: "Er führt die Mannschaft sehr gut, er ist der richtige Mann auf diesem Posten."
Zuvorderst wird es den Nationalspielern aber nicht um den Job des Bundestrainers gehen, sondern um Werbung in eigener Sache. Denn für den Olympia-Kader dürfen nur 14 Spieler nominiert werden. Gislason hält große Stücke auf Heymann, sieht ihn aber auch unter Zugzwang: "Ich finde immer, dass er seine unglaublichen Möglichkeiten, die er unbestritten hat, noch viel zu wenig ausnutzt."
Zuletzt eher durchwachsene Auftritte von Heymann
Heymanns Auftritte für Frisch Auf Göppingen waren zuletzt eher durchwachsen. Mit Markus Baur hat der Horkheimer dort aber auch einen Trainer, der ihm längst nicht den Rückhalt gibt wie Gislason. Zudem wird es beim Tabellen-13. am Saisonende einen Umbruch geben, nicht jeder Spieler schmeißt noch in jedes Spiel alles rein. Heymann wird zu den Rhein-Neckar Löwen wechseln. Am liebsten als Olympia-Teilnehmer.

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