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Wirbel um Adidas-Aus beim DFB – Habeck vermisst Standortpatriotismus

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Der DFB wechselt den Ausrüster. Statt Adidas wird ab 2027 Nike die Fußball-Nationalmannschaften Deutschlands ausrüsten. Die Entscheidung sorgt für Kritik, auch vom Vize-Kanzler.

von Tobias Becker und dpa
Der DFB wechselt den Ausrüster nach über 70 Jahren von Adidas zu Nike.
Der DFB wechselt den Ausrüster nach über 70 Jahren von Adidas zu Nike.  Foto: Boris Roessler/dpa

Das war die Überraschung am Donnerstag im Sport: Ausrüster-Wechsel beim Deutschen Fußball-Bund (DFB)! Nach mehr als 70 Jahren geht die Partnerschaft von Adidas und DFB zu Ende. Stattdessen setzt der Verband ab 2027 auf den US-amerikanischen Hersteller Nike. Die Nachricht vom Ausrüsterwechsel beim DFB schlägt hohe Wellen. 

Auf X (ehemals Twitter) hat der DFB sich geäußert. Auch Vize-Kanzler Robert Habeck (Grüne) meldete sich zu Wort. 

Adidas-Aus beim Fußball-Bund: DFB äußert sich zum Ausrüsterwechsel – und reagiert auf Kritik

"Das lässt uns alle nicht kalt", schreibt der DFB auf X. Die Partnerschaft, die nach mehr als 70 Jahren zu Ende geht, sei von vielen besonderen Momenten geprägt gewesen. Der Verband schreibt: "Wir verstehen jede Emotionalität. Auch für uns als Verband ist es ein einschneidendes Ergebnis." 

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Dennoch verteidigt der DFB die Entscheidung, neue Wege zu gehen. Der Verband sei "zuallererst dem deutschen Fußball und dessen Entwicklung verpflichtet". Der DFB finanziert seine Mitgliedsverbände und die Basis im Amateurverein, was ein Alleinstellungsmerkmal sei. "Er steckt das Geld in den Fußball. Damit Fußball ein Volkssport bleibt", so der DFB. 

Von Adidas zu Nike: Kritik vom Vize-Kanzler – Habeck spricht über "Standortpatriotismus" beim Ausrüsterwechsel des DFB

Mit dem Statement reagierte der Deutsche Fußball-Bund auch auf die Kritik von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. "Ich kann mir das deutsche Trikot ohne die drei Streifen kaum vorstellen. Adidas und Schwarz-Rot-Gold gehörten für mich immer zusammen", erklärte der Vize-Kanzler und fordert weiter: "Ein Stück deutscher Identität. Da hätte ich mir ein Stück mehr Standortpatriotismus gewünscht." 

Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach kritisierte die Entscheidung: "Adidas soll nicht mehr Nationaltrikot im Fußball sein? Statt dessen ein US Unternehmen? Halte ich für eine Fehlentscheidung, wo Kommerz eine Tradition und ein Stück Heimat vernichtet."

Das zahlt Nike für den Vertrag mit dem DFB

Am Ende geht es jedoch auch um das Geld, denn die wirtschaftlichen Gesichtspunkte sind bei der Entscheidung offensichtlich der Hauptgrund. Der US-Sportartikelhersteller Nike soll sich den neuen Ausrüster-Vertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund nach Informationen des "Handelsblatts" ab 2027 mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr kosten lassen. Mit dem Ausrüster-Wechsel habe der DFB alles richtig gemacht, heißt es im Kommentar der "Heilbronner Stimme".

Die 2027 auslaufende Kooperation mit Adidas war von vielen Titeln und Erfolgen geprägt: Bei allen vier WM-Titeln und bei allen drei EM-Titeln der Männer sowie bei den beiden WM-Titeln und den acht EM-Trophäen der Frauen war Adidas der Ausrüster. Die Zusammenarbeit mit Nike ist zunächst bis 2034 angelegt. 

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