Trotz Kritik: DFB hat mit dem Wechsel von Adidas zu Nike richtig gehandelt
Der Deutsche Fußball-Bund kann es sich nicht leisten, auf 50 Millionen Euro pro Jahr zu verzichten. Daher ist der Wechsel von Adidas zu Nike nachvollziehbar, meint unser Autor.

Die deutsche Fußballnationalmannschaft und Adidas - das gehörte zusammen wie Stadionwurst und Bier. Die Marke mit den drei Streifen begleitet den deutschen Fußball seit mehr als 70 Jahren, bei allen Erfolgen der Männer und Frauen trugen die Teams Adidas-Trikots. In drei Jahren ist damit Schluss.
Der Deutsche Fußball-Bund hat dem US-Giganten und schärfsten Adidas-Konkurrenten Nike den Zuschlag gegeben. Die Nationalkickerinnen und -kicker werden ab 2027 sieben Jahre mit dem Nike-Swoosh statt mit den drei Streifen auflaufen.
DFB wechselt von Adidas auf Nike: Fußball-Nostalgikern wird das Herz bluten
Dass der DFB für diese offenbar auch für Adidas überraschende Entscheidung heftige Kritik einstecken muss, ist erwartbar gewesen. Fußball ist für die Fans noch immer eine hochemotionale Sache – erst recht, wenn es um die Nationalmannschaft geht. Und Adidas ist mit diesem Sport untrennbar verbunden – schon die deutsche Fußballlegende Fritz Walter spielte in Schuhen aus Herzogenaurach.
Fußballnostalgikern wird daher das Herz bluten, wenn die deutsche Nationalmannschaft plötzlich mit Trikots eines US-Konzerns aufläuft, den man über Jahrzehnte vor allem mit Basketball in Verbindung gebracht hatte.
Adidas-Aus: DFB konnte das Angebot von Nike nicht ablehnen
Dennoch hat der DFB richtig gehandelt. Der größte Sportverband der Welt kann es sich angesichts seiner notorischen Finanznot nicht leisten, aus alter Verbundenheit auf viel Geld zu verzichten. Wie zu hören ist, zahlt Nike dem DFB rund 100 Millionen Euro pro Jahr, während Adidas nur 50 Millionen Euro zahlt. Wirtschaftlich gesehen ist der Nike-Deal damit ein Volltreffer für den DFB, zumal der deutsche Fußball in den vergangenen Jahren viel von seiner einstigen Strahlkraft verloren hat. Mit dem Geld kann der Deutsche Fußball-Bund viel Positives bewirken, etwa im Jugend- und Amateurbereich.
Wohlfeile Kritik von Politikern am DFB
Dass Politiker wie Robert Habeck und Karl Lauterbach nun lautstark mangelnden Patriotismus beklagen, ist wohlfeil. Kein Unternehmen, und ein solches ist der DFB, kann es sich leisten, aus romantischen Gründen auf 50 Millionen Euro pro Jahr zu verzichten. Und die Vorhersage sei erlaubt: Wenn das DFB-Team ab 2027 Erfolge einfahren sollte, werden alle mitjubeln ganz egal, welches Logo auf den Trikots prangt.


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