So verspielt der SGV Freiberg den Drittliga-Aufstieg
Der künftige Heilbronner Verein SGV Freiberg liegt nach dem 1:3 gegen Steinbach drei Punkte und sieben Tore hinter Spitzenreiter SG Sonnenhof Großaspach. Am Mittwoch muss nun im direkten Duell ein Sieg her, um die Drittliga-Chance im Saisonfinale am Leben zu halten.

Die letzte Durchsage des Stadionsprechers passte zu einem komplett vermurksten Samstagnachmittag für den SGV Freiberg. Da wurde sich bei 57 Zuschauern bedankt, statt bei den tatsächlich anwesenden 750 Zuschauern. Der Großteil davon war aber eh schon zum Ausgang geströmt. Zu tief saß der Frust nach der 1:3-Heimniederlage des SGV gegen den TSV Steinbach Haiger.
Der SGV Freiberg hat innerhalb von einer Woche drei Punkte Vorsprung im Aufstiegsrennen der Regionalliga Südwest gegenüber der SG Sonnenhof Großaspach in drei Punkte Rückstand verwandelt. Dass der künftig in Heilbronn spielende Club dabei auch noch das Torverhältnis ruiniert hat, „macht gefühlt vier Punkte Rückstand draus“, haderte Kapitän Marco Kehl-Gomez hinterher. Am Mittwoch steht der SGV Freiberg bei Spitzenreiter SG Sonnenhof Großaspach gewaltig unter Zugzwang, muss dort gewinnen, um noch eine realistische Chance auf den Drittliga-Aufstieg zu besitzen. Zu stabil wirkt der Oberliga-Meister 2025, der am Samstag mit 4:1 bei Bayern Alzenau gewann und nun mehr denn je vom Durchmarsch träumen darf. Drittliga-Fußball in Heilbronn ist durch die zweite Freiberger Niederlage nacheinander hingegen weiter in die Ferne gerückt.
„Dann musst du es killen“ - Lushtaku hadert mit Chancenverwertung
Dabei hatte sich Freiberg am Samstagmittag früh im virtuellen Fernduell an Großaspach vorbeigeschoben, aber eben nur ganz kurz und nicht nach den 90 Minuten. Stürmer Meghon Valpoort, der Mann aus dem Land des deutschen WM-Gegners Curacao, traf nach feiner Einzelleistung bereits in der 4. Minute zum 1:0. „Wir haben sehr stark begonnen. Danach kannst du es killen“, sagte SGV-Trainer Kushtrim Lushtaku. „Wir haben zwei, drei Chancen zum 2:0, 3:0 und spielen es ganz schwach aus.“ Leon Petö (19.) und Marco Kehl-Gomez (23.) scheiterten bei Großchancen.
Nach einer halben Stunde kippte das Spiel. Der TSV Steinbach kam durch einen Handelfmeter zum Ausgleich. Petö warf sich in einen Schuss von Ole Käuper, blockte den Ball mit dem Arm. Käuper verwandelte den Strafstoß zum 1:1 (42.). Minous Gouras scheiterte in der 45. Minute am Innenpfosten, es fehlte nicht viel fürs Freiberger 2:1. In Durchgang zwei agierte der Langzeit-Tabellenführer (3. bis 27. Spieltag) dann allerdings fahrig, schlampig, wirkte unorganisiert.
Dem Trainer fehlt der absolute Wille bei seinen Spielern
„Ich bin absolut nicht zufrieden mit der Leistung. Es hat der absolute Wille gefehlt, das Spiel zu gewinnen“, kritisierte Lushtaku sein Team, das in der 66. Minute das 1:2 kassierte. Exakt von dem Innenpfosten, von dem der Gouras-Schuss in der 45. Minute zurück ins Spielfeld prallte, ging der Schuss von Jonas Singer in der 66. Minute ins Freiberger Tor. Ja, es fehlte an Spielglück. Aber auch an vielem anderem. Nach komplettem Freiberger Defensiv-Chaos traf Eros Dacaj (80.) zum verdienten Steinbacher 3:1.
Durch die zwei Niederlagen beim FC Homburg (1:2) und nun gegen Steinbach (1:3) geht Freiberg reichlich angeschlagen ins Duell in Großaspach am Mittwoch (19 Uhr). „Es ist bitter, dass jetzt, wo es um alles geht, die Jungs das nicht widerspiegeln, was sie die Saison über ausgezeichnet hat“, sagte Kushtrim Lushtaku.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare