Stimme+
Boxen
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Wie Slawa Spomer in Heilbronn den Global-Titel gewinnen will

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

In der Heilbronner Römerhalle kämpfen neben Slawa Spomer auch Kastriot Sopa, Ali Hetemi und Tina Rupprecht. Keine Provokationen gab es beim Wiegen.

Fairer Handshake nach dem Wiegen: Slawa Spomer (links) und Egzon Maliqaj respektieren sich. "Ich werde ihn im Ring trotzdem nicht mit Samthandschuhen anfassen", verspricht der Heilbronner Lokalmatador.
Fotos: Ralf Seidel
Fairer Handshake nach dem Wiegen: Slawa Spomer (links) und Egzon Maliqaj respektieren sich. "Ich werde ihn im Ring trotzdem nicht mit Samthandschuhen anfassen", verspricht der Heilbronner Lokalmatador. Fotos: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Am längsten dauerte die Wahl der Handschuhe. Die müssen passen, sich gut anfühlen. Am besten nach Sieg riechen. Nach mehreren Anproben einigten sich Slawa Spomer und sein Kontrahent auf eine Marke. Ohne Sperenzchen. Ohne Provokationen. "Wir haben uns schon kennengelernt und respektieren uns", sagte Spomer, versicherte aber gleich hinterher: "Ich werde ihn im Ring trotzdem nicht mit Samthandschuhen anfassen."

Am Samstagabend - voraussichtlich um 22.45 Uhr - werden Spomer und Egzon Maliqaj um den Global-Titel nach Version der WBO boxen. "Das ist mein erster großer Kampf. Ich bin ziemlich sicher, dass es mein großer Abend wird. Es gibt einen Plan A und einen Plan B. Einer wird funktionieren", sagt Maliqaj.


Mehr zum Thema

Anfang September erhielt Benedikt Poelchau alias Benny Blanko in Berlin den Award für den Box-Manager des Jahres.
Stimme+
Boxen
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Was der neue Manager mit Heilbronns Profi-Boxer Slawa Spomer vorhat


Der 31-Jährige wird von István Szili trainiert. Der besiegte im März den mehrmaligen Weltmeister Felix Sturm und soll am 18. Februar zum Rückkampf in der Stuttgarter Porsche-Arena antreten.

Maliqaj geht für den Titelkampf eine Klasse tiefer

"Wenn ich gewinne, hätte er zwei Titel geholt, einen als Boxer, einen als Trainer. Ich will unser Jahr krönen", sagt Maliqaj. Der 31-Jährige hat elf seiner zwölf Profikämpfe gewonnen, sein Debüt 2018 endete mit einem Unentschieden. Bisher war er allerdings im Mittelgewicht unterwegs, tritt jetzt eine Klasse tiefer im Superweltergewicht an. "Das Gewicht habe ich schon seit einer Woche. Es war immer der Plan, für Titelkämpfe runterzugehen", sagt Maliqaj.

Das Gewichtslimit von 69,8 Kilo war für Spomer ebenfalls kein Thema. Ein wenig durstig war der 30-Jährige vor dem Wiegen, Flüssigkeitsentzug gehört natürlich zum Gewichtmachen. "Wir haben den Gegner analysiert, eine Taktik zurechtgelegt - wir sind bereit", sagt Spomers Trainer Zoltan Lunka. Jetzt muss sich sein Schützling nur noch daran halten. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Lunka weiß das, sagt lächelnd: "Im Ring musst du immer etwas improvisieren." Der Olympia-Bronzemedaillengewinner weiß das und vertraut den Ring-Instinkten Spomers.

Sopa setzt auf Instinkte und Technik

Auf seine Instinkte und seine technischen Fertigkeiten setzt auch Kastriot Sopa. Der frühere Amateurboxer des SV Heilbronn am Leinbach bekommt es am Samstag mit Ramiro Blanco aus Nicaragua zu tun. "Ein unorthodoxer Wühler. Ich will den Kampf dominieren, ein K.o. wäre das i-Tüpfelchen", sagt der 30-Jährige vor seinem sechsten Profikampf. Sopa ist froh, dass es in diesem Jahr noch mit einem Kampf geklappt hat, nachdem der im Juni geplante aufgrund einer Coronainfektion abgesagt werden musste.

Als dritter Lokalmatador steigt am Samstag auch Ali Hetemi in den Ring. Für den Super-Mittelgewichtler ist es ebenfalls der sechste Profikampf. "Zu Hause boxen ist das beste. Wie im Wohnzimmer", sagt der 22-Jährige. Wie schon im Juni in der Heilbronner Eishalle dürfte eine lautstarke Anhängerschaft den Bad Friedrichshaller unterstützen. Sein gehobener Stellenwert lässt sich schon an der Fight Card ablesen. Hetemi ist direkt vor den beiden Titelkämpfen des Abends dran.

Rupprecht ist einzige deutsche Weltmeisterin

Denn neben dem Global-Titel der WBO geht es am Samstag auch um einen WM-Gürtel. Deutschlands derzeit einzige Box-Weltmeisterin Tina Rupprecht verteidigt ihren WBC-Titel gegen die Peruanerin Rocio Gaspar. Im schicken, grünen Glitzerbikini stieg die Augsburgerin auf die Waage. Mit 46,5 Kilo blieb die 30-Jährige locker unter der Minimalgewichtvorgabe von 47,7 Kilo.

Die Weltmeisterin ist bereit für ihr Gastspiel in Heilbronn: Tina Rupprecht (Mitte) will ihren Titel gegen die Peruanerin Rocio Gaspar (rechts) erfolgreich verteidigen. "Ich werde 100 Prozent geben", verspricht die Augsburgerin.
Die Weltmeisterin ist bereit für ihr Gastspiel in Heilbronn: Tina Rupprecht (Mitte) will ihren Titel gegen die Peruanerin Rocio Gaspar (rechts) erfolgreich verteidigen. "Ich werde 100 Prozent geben", verspricht die Augsburgerin.  Foto: Seidel, Ralf

"Ich bin froh, dass es nach dem langen Hin und Her endlich losgeht", sagt Rupprecht. Seit Juli 2021 stand "Tiny Tina", die den Titel seit 2018 innehat, nicht mehr im Ring. Aus unterschiedlichen Gründen waren geplante Kämpfe immer wieder geplatzt. Die Auswahl an adäquaten Gegnerinnen in der untersten Gewichtsklasse ist ohnehin gering.

"Ich werde 100 Prozent geben", verspricht Rupprecht, für die extra ein Fanbus aus der Heimat anreisen wird. Ihre taktische Flexibilität veranschaulichte kürzlich ihr Trainer Alexander Haan gegenüber der "Augsburger Allgemeinen": "Das sind kurze Kommandos und Tina weiß sofort, was sie zu tun hat. Das ist ein bisschen wie in der Augsburger Puppenkiste. Ich ziehe an den Fäden, und sie macht hoffentlich das, was ich will." Am besten natürlich: gewinnen.

 
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben