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Was der neue Manager mit Heilbronns Profi-Boxer Slawa Spomer vorhat

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Der neue Spomer-Manager Benedikt Poelchau will das Profiboxen in Deutschland wieder auf einen seriösen Weg führen. Spomer kämpft am Samstag in Heilbronn um den den vakanten Global-Gürtel der World Boxing Organization.

Anfang September erhielt Benedikt Poelchau alias Benny Blanko in Berlin den Award für den Box-Manager des Jahres.
Anfang September erhielt Benedikt Poelchau alias Benny Blanko in Berlin den Award für den Box-Manager des Jahres.  Foto: imago-images/nicepix.world

Sein Spitzname weckt schnell Argwohn: Benny Blanko. Wer sich so nennt, gerne mal Glitzeranzüge trägt und als Manager im Profiboxen tätig ist, der gilt pauschal als zwielichtig. Doch im Fall von Benedikt Poelchau, so heißt Blanko mit bürgerlichem Namen, sollte von den Äußerlichkeiten nicht auf seine Arbeitsweise geschlossen werden.


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Seinen Spitznamen bekam er als Jugendlicher in den USA verpasst, weil er der einzige Weiße in seinem Freundeskreis war. "Ich bin nicht der Typ, der große Sprüche klopft. Mein Job besteht darin, für Fairness zu sorgen", sagt der 33-Jährige.

Heimkampf in der Römerhalle

Der gebürtige Ravensburger ist der neue Manager von Slawa Spomer. "Slawa ist jetzt fest drin bei uns", sagt Poelchau über seine Agentur "Blanko Sports". Für seinen neuesten Schützling hat Poelchau die Boxnacht an diesem Samstag (ab 17.30 Uhr) in der Römerhalle organisiert. "Es geht auch darum zu sehen, ob sich Heilbronn hinter Slawa versammelt, ob er in der Heimat begeistert", sagt Poelchau.

WBO-Europameister Spomer steigt als Hauptkämpfer des Abends gegen den ungeschlagenen Schweizer Egzon Maliqaj in den Ring. Es geht um den vakanten Global-Gürtel der World Boxing Organization. "Der bisherige Titelträger Tim Tszyu ist jetzt Pflichtherausforderer von Weltmeister Jermell Charlo", macht Poelchau deutlich, dass der Gürtel auf direktem Weg zu einem WM-Kampf führen kann.

Der weitere Karriereweg des 30-jährigen Superweltergewichtlers aus Heilbronn soll aber erst nach dem Kampf am Samstag angegangen werden. Zumal der Manager überzeugt ist, dass Maliqaj "nicht zum Verlieren herkommt". Unabhängig vom Ausgang des Duells sagt Poelchau: "Entscheidend ist, was Slawa will."

Dieser Satz allein ist schon bemerkenswert für einen Boxmanager. Denn natürlich stellen sich entscheidende Fragen: Ist Spomer bereit für einen großen Kampf in den USA oder England? Besitzt er die dafür nötige Klasse? Oder ist es vielleicht klüger, ihn als regionales Aushängeschild weiterzuentwickeln? "Ich bin für jeden Weg offen. Jeder Boxer muss seinen individuellen Weg gehen", sagt Poelchau.

Verschiedene Wege führen zum großen Ziel

Den Halbschwergewichtler Adam Deines hat der frisch gekürte Boxmanager des Jahres im März 2021 zum WM-Kampf geführt - den der Magdeburger allerdings verlor. Juniorenweltmeister Michael Eifert boxt im Februar in Kanada gegen Jean Pascal, um die Chance auf den WM-Kampf. Schwergewichts-Europameister Agit Kabayel wählt hingegen den anderen Weg und verteidigt im Januar beim Heimkampf in Bochum seinen Titel gegen Agron Smakici.

"In Deutschland wird als Maßstab der WM-Titel herangezogen. Alles andere zählt nicht. In der Fußball-Bundesliga ist auch nicht jeder Spieler ein Messi oder Ronaldo", sieht Poelchau im Anspruchsdenken hierzulande ein Problem. "Ein EM-Kampf oder auch eine deutsche Meisterschaft sollten einen höheren Stellenwert erhalten."

Dass dies derzeit nicht der Fall ist, hat sich das Profiboxen in Deutschland selbst zuzuschreiben. Viel zu oft wurde in ungleichen Duellen um solche Titel geboxt. "Es muss seriös gemacht werden. Die Menschen sollen Zugang zu guten Kämpfen erhalten", formuliert Poelchau seinen Anspruch. Durch entsprechende Leistungen würden sich auch wieder Zugpferde entwickeln - wie Henry Maske in den 90er Jahren.

Tickets für die Boxnacht: www.eventim.de

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