Wie steht es um die Zukunft des Neckar-Cups in Heilbronn?
Auch die zehnte Auflage des Challenger-Turniers in Heilbronn war ein Erfolg: 7500 Zuschauer sahen die Spiele. Der Termin für 2025 steht, aber ob es noch weitere zehn Jahre werden, wissen die Veranstalter nicht.

Der 10. Heilbronner Neckar-Cup ist Geschichte. "Wir hoffen, dass es eine gute Fortsetzung der Geschichte gibt", sagte Harry Mergel am Sonntag bei der Ehrung von Einzelsieger Sumit Nagal (Indien). Der Heilbronner Oberbürgermeister sei stolz auf die Veranstaltung, ziehe vor den Organisatoren Mine (53 Jahre) und Metehan Cebeci (54) sowie Tom Bucher (58) den Hut. Doch wie geht es in schwierigen Zeiten mit dem bei Spielern und Zuschauern beliebten Turnier weiter? Fragen und Antworten zum Neckar-Cup:
Gibt es einen 11. Neckar-Cup?
Ja, von 1. bis 8. Juni 2025, der Termin steht. Es ist die zweite Woche der French Open in Paris, so wie die vergangenen beiden Male. Einige Sponsorenpartner, sagt Turnierdirektorin Mine Cebeci, hätten schon zugesagt, werden auch 2025 definitiv wieder dabei sein. "Aber wir sind alle Zeuge davon, dass die Preise weiter steigen. Das dürfte bedeuten, dass wir auch für 2025 mehr Einnahmen brauchen."
ATP-Vertreter Hans-Jürgen Ochs gratulierte am Donnerstag zum Zehnjährigen mit den Worten: "Wir warten auf die nächsten zehn Jahre." Wie weit planen die Turniermacher?
"Wir haben schon noch Lust auf den Neckar-Cup, haben unsere Leidenschaft nicht verloren", betont Mine Cebeci. "Aber es ist doch alles sehr anstrengend. Deshalb weiß ich nicht, ob es weitere zehn Jahre werden. Es wird darauf ankommen, wie wir mit den Schwierigkeiten zurechtkommen." Es seien drei Problemfelder: Helfer, finanzielle Rahmenbedingungen und die Anlage. "Wir haben alle Kapazitäten des TC Heilbronn ausgeschöpft", sagt Metehan Cebeci und berichtet von der veränderten Spielweise der Profis: "Das Spiel hat sich weiter hinter die Grundlinie verlagert. Und da unseren Plätzen ein, zwei Meter in der Länge fehlen, müssen die Profis ihr Spiel umstellen. Das macht keiner, der einen Namen hat."
Wie sehr stört es die Profis, dass es für den Sieger diesmal wieder nur 100 Weltranglistenpunkte gab und nicht wie im Vorjahr 125?
Ja, das ist schon ein Thema. So formulierte Doppel-Sieger Romain Arneodo aus Monaco während der Siegerehrung am Sonntagnachmittag den Wunsch, doch bitte wieder auf 125 zu erhöhen. Einzelsieger Sumit Nagal sagte während der Turnierwoche, schmerzhaft sei eine Reduzierung auf 75. Aber 125 oder 100 − das sei für ihn kein großer Unterschied. Henri Squire versicherte: "Ich schaue gar nicht darauf, welche Kategorie das Turnier hat. Hauptsache, wir haben die Möglichkeit in Deutschland zu spielen." Maximilian Marterer urteilte: "Wir müssen mit dem Turnierplan leben, wie er ist. Rein von den Punkten ist es ein Rückschritt."

Wie groß war das Zuschauerinteresse vergangene Woche?
Groß, aber nicht ganz so groß wie im Vorjahr, als man an der 10.000-Zuschauermarke gekratzt habe. Mit den 7500 Zuschauern in der gesamten vergangenen Turnierwoche sind die Veranstalter zufrieden. Das schlechte Wetter habe anfangs sicher manchen Fan abgehalten, so Metehan Cebeci. 2023 war das Wetter optimal, Superstar Dominic Thiem sorgte schon unter der Woche für ein ausverkauftes Haus und ein nicht unwesentlicher Faktor: Es waren Pfingstferien. Diesmal mussten ab Montag wieder viele zurück zur Arbeit.
Was halten die Turnierdirektoren vom Electronic Line-Calling ELC, das in Heilbronn getestet wurde?
Durch die elektronische Linienüberwachung braucht es auf dem Platz keine Linienrichter mehr. "Das ist gut, da auf unseren zu kurzen Plätzen nun niemand mehr hinter den Spielern steht, diese sich ungehemmt bewegen können", sagt Metehan Cebeci. "Aber ich bin nicht so der Technikfreak. Ich hätte lieber wieder Linienrichter und Diskussionen, ob der Ball drin oder draußen war." ELC ist ab 2025 bei ATP-Turnieren Pflicht, nicht auf Challenger-Ebene. "Aber das wird auch bei uns kommen", ist sich Mine Cebeci sicher. "Wenn wir nicht einen Sponsor finden, der explizit ELC finanziert, bleiben wir solange es geht beim alten System mit Linienrichtern."

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