Sport-Union Neckarsulm zwischen Abschiedstränen und Nullnummer
Die Drittliga-Männer der Sport-Union Neckarsulm sind vollkommen chancenlos gegen Saarbrücken, haben aber eine Relegationsperspektive. Bei den SUN-Frauen wird Simona Horvathova beschenkt.

Nur ein Pünktchen aus drei Spielen: Die Wochenend-Bilanz der beiden Neckarsulmer Drittligateams hätte besser ausfallen können. Doch andere Dinge standen bei den Tischtennis-Mannschaften der Sport-Union Neckarsulm im Vordergrund.
Tischtennis-Asse der Sport-Union Neckarsulm: Die Lage bei den Männern
Das nennt man wohl eine Abreibung: Kurz und heftig fiel das Neckarsulmer Gastspiel am Samstag bei Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken II aus. Die Erstligareserve war einfach zu erstklassig besetzt. Nummer eins bis drei brachten reichlich Erfahrung aus der TTBL, der ersten Bundesliga mit. Eduard Ionescu, Cedric Meissner und Cedric Nuytinck sind Profis und agierten am Samstag auch so. "Ich habe mein ganzes Leben mit einer Mannschaft noch nie so hoch verloren", sagt Julian Mohr über das 0:6 bei 1:18 Sätzen. Albert Vilardell bewahrte mit seinem Satzgewinn gegen den Japaner Yuto Abe sein Team vor einer kompletten Nullnummer. "Wir waren einfach völlig chancenlos", sagte Trainer Alexander Mohr über den sichtbaren Klassenunterschied.
Klar erscheint seit dem Wochenende, auch wenn die offizielle Bestätigung durch den Verband noch aussteht: Für den Tabellenzweiten Neckarsulm eröffnet sich die Aufstiegschance über eine Relegation. Sollte der Oldenburger TB seinen zweiten Platz verteidigen, gäbe es Ende April, Anfang Mai ein Dreierturnier, das beim Zweitliga-Vorletzten ausgetragen wird. Aktuell ist das der TTC Fortuna Passau. Belegen übrigens die zweiten Mannschaften aus Jülich oder Velbert in der Nordstaffel Rang zwei, dann gibt es keinen Nord-Vertreter, da deren erste Mannschaften bereits in der 2. Bundesliga spielen. Ein Nord-Nachrücker wäre nicht möglich.

Einen Salto Nullo im vorderen Paarkreuz, sprich fünf Niederlagen der Nummer eins Florian Bluhm und Ronit Bhanja im Einzel und im gemeinsamen Doppel wie am Sonntag gegen die TSG Kaiserslautern, das darf sich die Sport-Union in der Relegation nicht erlauben. "Das beunruhigt uns nicht", sagt Alexander Mohr. "Wir haben den einen Punkt beim 5:5 gegen Kaiserslautern geholt, den wir holen wollten."
Dabei überzeugte der Inder Bhanja mit sehenswertem Tischtennis, hatte gegen Guilherme Teodoro den Sieg auf dem Schläger, war dementsprechend hinterher geknickt. Denn auch im Doppel mit Florian Bluhm war mehr drin. "Das war doof", sagt Alexander Mohr über die Doppel-Niederlage. Albert Vilardell und Julian Mohr erspielten am Sonntag gemeinsam die fünf Siege für das 5:5 gegen Verfolger TSG Kaiserslautern, der damit fünf Minus-Punkte hinter der SUN bleibt. Hätte der Spanier Albert Vilardell beim Stand von 3:5 nicht einen Matchball gegen Felix Köhler abgewehrt, wäre die Wochenend-Bilanz wesentlich schlechter ausgefallen. "Ein komisches Spiel", befand der Trainer.
Die Situation bei den Tischtennis-Damen der Sport-Union Neckarsulm
In der Schwangerschaft können Frauen emotionaler sein als sonst. Voller Stimmungsschwankungen. "Ich bin aber einfach auch ein emotionaler Typ", sagte Simona Horvathova am Sonntag. Nach vier Jahren bestritt die Slowakin ihr letztes Heimspiel für die Neckarsulmer Drittligafrauen. Bei der Verabschiedung wischte sie sich ein, zwei Tränchen weg. Ihr Abschiedsgeschenk packte sie vorm Spiel allerdings nicht aus. Drin steckten ein besticktes Handtuch und eine Kette für die werdende Mama. Die zeigte am Sonntag nochmals ihren sportlichen Wert fürs junge Team. Beim 2:6 gegen den SSV Schönmünzach war sie an beiden Neckarsulmer Punktgewinnen beteiligt.
Vermissen werden die Teamkolleginnen vor allem auch die menschlichen Qualitäten ihrer Nummer drei. "Es ging mir hier nie nur ums Tischtennis, ich habe hier Freunde fürs Leben gefunden", sagte sie am Sonntag. Ein Besuch mit dem Baby, das im Herbst zur Welt kommt, ist vorgesehen. Die finalen drei Saisonspiele, allesamt auswärts, will sie noch bestreiten. "Wenn ich mich gut fühle, dann soll ich spielen, sagt mein Arzt", ist Horvathova optimistisch, die Rückrunde im Einzel unbesiegt zu beenden.

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