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Nach 50 Jahren wieder zu Gast: Ungewohnte Rolle für Hochspringer Jochen Schieker

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Hochspringer Jochen Schieker war 1977 bereits Dritter bei der Wahl zum Sportler des Jahres. Nun kehrte er als Lesergewinner zum Ehrungsabend zurück.

Lesergewinner Jochen Schieker (links) erhielt von Alexander Schnell aus der Stimme-Chefredaktion einen Gutschein für eine Audi-Testfahrt.
Lesergewinner Jochen Schieker (links) erhielt von Alexander Schnell aus der Stimme-Chefredaktion einen Gutschein für eine Audi-Testfahrt.  Foto: Veigel, Andreas

Es ist schon mehr als 50 Jahre her, aber an das Gefühl von damals erinnert sich Jochen Schieker noch gut. 1972 war der frühere Hochspringer und spätere Geher zum ersten Mal bei der Ehrung zum Unterländer Sportler des Jahres, dem heutigen Fest des Sports, dabei. "Das erste Mal war am aufregendsten, das war was ganz Besonderes ", sagt der 69-Jährige, der insgesamt vier, wenn nicht fünf Mal als Aktiver am Fest teilgenommen hatte. Damals in den 70er Jahren.

Am Donnerstagabend ist Jochen Schieker nach der ganzen Zeit erstmals wieder dabei gewesen: Als Lesergewinner, der eine Woche lang einen Audi fahren darf, erhielt der Eberstädter eine Einladung zum Fest des Sports. "Ich habe mich riesig darüber gefreut", erzählt Jochen Schieker, der mit seiner Frau und seinem damaligen Trainer Peter Schramm unter die Pyramide der Kreissparkasse Heilbronn gekommen ist. "Ich bin gespannt auf die Menschen, die ich lange nicht mehr gesehen habe", hat er schon im Vorfeld der Sportlerehrung gesagt.

Beeindruckt von Tim Holzapfel

Sein persönlicher Favorit für die Wahl zum Unterländer Sportler des Jahres 2022 ist 800-Meter-Läufer Tim Holzapfel gewesen, der immerhin auch Dritter wird. "Er hat mich unheimlich beeindruckt", sagt der ehemalige Leichtathlet. "Mit seinem intelligenten Lauf bei der deutschen Meisterschaft hat er alle Kaderathleten geschlagen; dabei war er selber ja keiner." Was Jochen Schieker an Tim Holzapfel auch imponiert: Anstatt nach seinem unerwarteten Triumph große Sprüche zu klopfen, habe der seinen Lauf "sachlich erklärt".


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Mit Jens Boyde hatte der ehemalige Hochspringer auf seinem Wahlschein als Trainer des Jahres ebenfalls einen Leichtathleten nach ganz oben gesetzt. "Der macht einen tollen Job", sagt Jochen Schieker. Und er weiß halt, was hinter der Leichtathletik steckt: "Das ist mit viel Blut, Schweiß und Tränen verbunden." Das gelte auch für andere Individualsportarten, weshalb Jochen Schieker mit Bente Fischer auch eine Schwimmerin auf seinem Wahlschein favorisiert hat. "Leichtathletik, Schwimmen, Turnen: Da geht mit drei Mal Training die Woche gar nichts", sagt er.

Starke Konkurrenz in den 70er Jahren

Seine höchsten Umfänge sind damals zehn Einheiten pro Woche, die Regel seien jedoch acht gewesen. "Nur sonntags habe ich nichts gemacht", erinnert sich Jochen Schieker, der zwar kein Profi gewesen ist, aber "einem gängigen Spitzensportler entsprochen" habe. Allerdings sei er ein Spätberufener gewesen. "Ich habe erst mit 18 mit dem Hochsprung angefangen."

Peter Schramm habe sich seiner angenommen und ist dadurch selber erst zum Hochsprung gekommen. Vor allem die Zuverlässigkeit und das Organisationsgeschick des rührigen Funktionärs habe er geschätzt. "Ich hätte ihm jederzeit sagen können, dass ich nachts trainieren möchte: Er hätte mir eine Halle organisiert." 2,20 Meter übersprang Schieker in der Halle, draußen waren es 2,19 Meter, ehe er 1984 Geher wird.

"Es wäre aber ein Witz gewesen, wenn ich Sportler des Jahres geworden wäre", sagt Schieker, der 1977 immerhin Dritter war. Aber die 70er seien eben auch die Jahre der Olympia-Medaillengewinner Eberhard Gienger (Turnen) und Ulrich Lind (Schießen) gewesen.

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