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Kooperation mit N3K: Karrierewege beim HEC auf- und abseits des Eises

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Der Heilbronner EC und das IT-Unternehmen N3K verlängern ihre Kooperation um drei Jahre. Die fehlende zweite Eisfläche bremst aber die Entwicklung, gerade im Nachwuchsbereich.

Freude über die verlängerte Kooperation, Unmut über die infrastrukturellen Gegebenheiten: Alexander Häcker (links) und Michael Rumrich.
Freude über die verlängerte Kooperation, Unmut über die infrastrukturellen Gegebenheiten: Alexander Häcker (links) und Michael Rumrich.  Foto: Stephan Sonntag

Ein paar Mal muss sich Michael Rumrich auf die Zunge beißen. Einige Aussagen möchte der HEC-Geschäftsführer lieber nicht in der Zeitung lesen. Dabei ist der Pressetermin beim Hauptsponsor N3K eigentlich ein positiver.

Das Heilbronner IT-Unternehmen hat sein finanzielles Engagement beim Heilbronner EC und die Ausbildungskooperation um drei weitere Jahre verlängert. "Damit der Verein Planungssicherheit hat", sagt Geschäftsführer Alexander Häcker.


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Sehr schnell mischt sich in die Freude über die Fortsetzung der fruchtbaren Zusammenarbeit der Unmut über die nicht zu überwindenden Grenzen derselbigen. "Wir machen das Beste aus dem, was wir haben", sagt Häcker. Was man hat, ist das Eisstadion am Europaplatz. Was man wenigstens bräuchte: eine zweite Eisfläche. "Von mir aus auch draußen irgendwo im Industriegebiet", sagt Rumrich.

Anfrage des HEC liegt weiter auf Halde

Sein Ärger über das träge Zusammenspiel mit der Stadt ist nachvollziehbar. Seit seinem Amtsantritt als erster hauptamtlicher Geschäftsführer des Clubs 2019 hat der frühere Nationalspieler an sämtliche Türen geklopft, um den Eissport in Heilbronn voranzubringen. Hat den HEC durch die finanziellen Untiefen in Folge der Corona-Pandemie geführt. Doch nicht einmal die schon lange geplanten Fitnessraum-Container durften bisher aufgestellt werden. "Mit der Anfrage liegen wir weiterhin auf Halde", sagt Rumrich.

Dabei erlebt das Eislaufen in Heilbronn gerade einen Boom. Nach Ende der Corona-Pandemie laufen die Menschen dem HEC regelrecht die Bude ein. Der Publikumslauf ist Tage vorher ausverkauft, ebenso die Eisdisco. "Mit einer zweiten Eisfläche könnten wir unser Angebot mindestens verdoppeln und müssten keine Menschen mehr vor dem Eingang wegschicken. In der Eishalle passiert viel mehr als nur Eishockey", betont Alexander Maurer, zweiter Vorsitzender des HEC.

Es fehlt der wichtige Übergang in den aktiven Bereich

Jeden Montag betreuen zwei HEC-Trainer zwei Kindergartengruppen bei ihren ersten Schritten auf dem glatten Untergrund. Die Rekordzahl von 75 Kindern ist regelmäßig mit der Laufschule und der U7 auf dem Eis. Bis zur U17 kann der HEC allen Jugendlichen einen Spielbetrieb ermöglichen. Doch der so wichtige Übergang in den aktiven Bereich fehlt.

"Deshalb verlieren wir nach der U15 regelmäßig unsere besten Spieler", sagt Rumrich. Die Ausbildungskooperation mit N3K soll auch diesem Aderlass entgegenwirken. "Der Weg zum Eishockey-Profi ist sehr weit. Wir bieten hier eine Ausbildung, einen Studienplatz und danach bestenfalls einen festen Job", sagt Häcker.

Mit der Initiative lassen sich auch Spieler von außerhalb gewinnen

Axel Hackert war vor vielen Jahren der erste Eishockeyspieler, der diesen beruflichen Weg beschritt. Mit Daniel Brendle, Jan Hey, Christopher Bätzold und Michael Reifschneider finden sich bei N3K aktuell gleich vier aktive oder ehemalige Kufencracks. "Mit einer solchen Ausbildungs- und Jobperspektive lassen sich künftig auch Spieler von außerhalb gewinnen", ist Häcker überzeugt.

Neben N3K sind auch der Heilbronner Automobilhändler Assenheimer-Mulfinger sowie der Werkzeug- und Maschinenbauer Kurt Betz GmbH aus Leingarten der Kooperation beigetreten.

 

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