Heilbronner Falken plötzlich mit vollem Line-up
Neben dem neuen Center Ryan Valentini stehen Heilbronn am Wochenende auch wieder Spieler zur Verfügung, die zuletzt fehlten. Falken-Trainer Martin Jiranek eröffnet die Jagd auf Platz elf - und ärgert sich, dass dabei der Trainingsbeginn nicht wie erwünscht erfolgt.

Martin Jiranek war am Donnerstagmittag (9.2.2023) "not amused". Um halb zwölf hätte das Training der Heilbronner Falken beginnen sollen - daraus wurde aber nichts. Die Eismaschine hatte Probleme beim Präparieren, zuvor waren gleich mehrere Schulklassen auf dem Eis, hatten viel Schnee produziert.
"Das ist seit Wochen so, das nervt einfach", sagte der Trainer des Eishockey-Zweitligisten. Störungen im Ablauf kann Jiranek, der seit vielen Wochen akribisch daran arbeitet, die Falken auf Kurs zu bringen, nicht gebrauchen.
Zumal sein Team nach Krafttraining und Dehnen bereits warm war und aufs Eis wollte. "So saßen die Jungs jetzt eine halbe Stunde auf der kalten Bank, die Verletzungsgefahr steigt da", meint Jiranek.
In dem Punkt sind die Falken der Saison 22/23 ein gebranntes Kind: Die einzige Phase, in der die Trainer den Kader halbwegs komplett beisammen hatten, war Ende November, Anfang Dezember. "Da sind wir in der Tabelle geklettert und alle haben gehofft: Jetzt geht es endlich los." Die gute Welle haben die Falken aber schnell wieder verloren und bis heute nicht wiedergefunden.
Platz zehn ist für die Heilbronner Falken nicht mehr zu erreichen
Selbst wenn das an diesem Wochenende in den Spielen am Freitag bei Schlusslicht Bayreuth (20 Uhr/Sprade TV) sowie am Sonntag (16 Uhr) zu Hause gegen Tabellenführer Kassel gelingt: Der Zug für Platz zehn ist inzwischen abgefahren. "Wir kämpfen um die Platzierung", sagt Jiranek und meint damit das Heimrecht für die Playdowns. Selbst wenn es rechnerisch noch eine Chance gibt, "sollten wir uns ein realistisches Ziel setzen. Wir jagen jetzt Platz elf", sagt er.
Sieben Punkte sind es aktuell auf Selb: Das ist nicht mal eben aufzuholen. Es braucht einen Lauf, und zum ersten Mal seit Wochen gibt es mit Blick auf den Kader Zeichen der Entspannung. Dazu beigetragen hat unter anderem die Verpflichtung eines neuen Centers, der beim Auswärtsspiel in Bayreuth gleich in die erste Reihe zwischen Alex Tonge und Jeremy Williams rückt. Ryan Valentini spielte zuletzt in der ersten slowakischen Liga, hat für HC Dukla Mihalovce aber nur elf Spiele absolviert.
Ryan Valentini ist ein Neuzugang, der das Spiel machen kann
"Ich bin erst im Dezember gekommen", sagt der 25-Jährige. Seit drei Tagen ist er nun in Heilbronn, wurde von seinen neuen Mitspielern "richtig gut" aufgenommen und hofft nun, "am besten sofort" helfen zu können. "Meine Stärke liegt vor allem darin, das Spiel zu machen", sagt der Neue über sich.
Spielgestaltung, Geschwindigkeit, dazu ein guter Schuss: Das sind die Eigenschaften, die der Trainer an seinem neuen Schützling schätzt. "Er muss am ersten Wochenende taktisch nicht perfekt sein. Wenn er gleich die drei Fähigkeiten aufs Eis bringt, wäre das ein wichtiger Schritt."
Judd Blackwater und Kenney Morrison fehlen den Heilbronnern
Valentini ist auch deshalb gleich gesetzt, weil mit Stürmer Judd Blackwater und Verteidiger Kenney Morrison zwei von nun sechs Ausländern ausfallen. "Beide fehlen noch mindestens dieses Wochenende", sagt der Trainer. Sobald aber beide zurück sind, hat Jiranek die Qual der Wahl, es dürfen nur vier Ausländer eingesetzt werden. "Längerfristig ist es nicht gut, sechs Ausländer zu haben. Aber im Februar ist das kein Problem", sagt der Trainer. Ein interner Konkurrenzkampf hilft mitunter, zudem seien die Falken so gegen Verletzungen abgesichert.
Doch nicht nur die Verpflichtung von Valentini lässt den Falken-Trainer am Donnerstagmittag trotz der Umstände im Training strahlen: Mit Luke Volkmann und August von Ungern-Sternberg sind zwei Spieler zurück, die vergangenes Wochenende noch gefehlt hatten. Und auch Arkadiusz Dziambor und Simon Thiel gehören gegen Bayreuth sowie Kassel zum Kader, so dass Jiranek seit Langem wieder ein volles Line-up zur Verfügung steht. "Ich muss die Euphorie darüber vielleicht ein bisschen bremsen", sagt er. Nicht, dass einer glaubt, alles laufe nun ganz automatisch. "Unser Fundament bleiben die Zweikämpfe."
Ein Heimspiel mit Familientag
Das Heimspiel der Falken gegen die Kassel Huskies steht im Zeichen der Familien: Die Partie gegen den souveränen Tabellenführer beginnt bereits um 16 Uhr. Der HEC beteiligt sich mit einem Schätzspiel, Kinderschminken und einem Info-Stand. In der Drittelpause gibt es zudem ein Spiel der U9.
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