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Kampf in der Schweiz

Ein Jahr nach erster Profi-Niederlage: Boxer Slawa Spomer steigt wieder in den Ring 

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Der 33-Jährige aus Künzelsau tritt künftig eine Gewichtsklasse tiefer an. Darum boxt Slawa Spomer am Samstagabend in der Schweiz. 

Slawa Spomer (rechts) kämpfte vor einem Jahr gegen Xander Zayas, der mittlerweile zwei Weltmeistergürtel sein Eigen nennen kann.
Slawa Spomer (rechts) kämpfte vor einem Jahr gegen Xander Zayas, der mittlerweile zwei Weltmeistergürtel sein Eigen nennen kann.  Foto: IMAGO/Joel Plummer

Fast ein Jahr ist Slawa Spomer nicht mehr im Ring gestanden. Seit der Niederlage gegen Xander Zayas (mittlerweile Weltmeister der Verbände WBA und WBO) am 14. Februar 2025 in New York City ist es ruhig geworden um den Heilbronner Boxprofi, dessen Heimat mittlerweile Künzelsau heißt. „Es war häufiger ein Kampf geplant, aber es hat sich immer zerschlagen“, sagt der 33-Jährige.

Spomers Ranking unter den Top zehn der Weltrangliste ist nämlich Fluch und Segen zugleich. „Es ist phänomenal, so weit oben zu stehen, aber die Folge ist, dass keiner gegen dich kämpfen will“, sagt Spomer. „Ich kann keinem Gegner 50 000 oder 60 000 Euro zahlen, um gegen mich anzutreten“, sagt er übers fehlende Budget für einen starken Gegner. „Darum juckt es jetzt umso mehr in den Fäusten. Ich würde ja am liebsten drei, vier Mal im Jahr im Ring stehen.“

Am Samstagabend, irgendwann zwischen 21 und 23 Uhr, genießt Spomer nun in Dietikon in der Nähe von Zürich bei einer Schweizer Kampfsportveranstaltung das gleißende Scheinwerferlicht. „Es ist die allerletzte Möglichkeit, noch einen Kampf zu bekommen, um nicht in die Inaktivität zu rutschen“, sagt er. Heißt: Kein Kampf, keine Ranglistenplatzierung.

Im Weltergewicht gibt es aktuell mehr Titel-Optionen 

Spomer tritt nun im Weltergewicht statt im Superweltergewicht (bis 66,67 Kilogramm) an. Der Grund dafür ist simpel. Eine Gewichtsklasse tiefer gibt es mehr vakante Titel und Gürtel, deshalb rechnet sich Spomer mehr Chancen auf einen großen Kampf aus. „Der wird kommen“, ist er sich sicher, zeitnah um Titel zu kämpfen. „Die Gewichtsklasse ist neu, das Ziel das alte“, sagt Spomer, der bis zum Wiegen noch sechseinhalb Kilo verlieren muss.

Vorerst geht es jedoch darum, wieder in den Rhythmus zu kommen. Auf dem Werbeplakat für die Veranstaltung ist Spomer alleine zu sehen, ein Gegner ist nicht abgebildet. Seit kurzem steht er aber fest. Der Kolumbianer Jaime Villegas verlor zuletzt drei Mal in Folge. „Es war schwierig, jemanden festnageln zu können“, sagt Spomer, dessen Promoter sich aus Deutschland von potenziellen Gegnern lauter Absagen eingehandelt hatte. „Ich bin froh, dass der verrückte Kolumbianer zugesagt hat“, sagt er. Spomers Ziel in der Schweiz lautet, den Ring-Rost loswerden.

Mit Weltmeister Zayas ist Spomer noch in Kontakt 

Zwei, drei, vier Ründchen möge der Kontrahent dafür bitte durchhalten, hofft Spomer. Von Herbst 2023 bis Herbst 2024 gab es schon einmal eine so lange Spomer-Kampfpause. An der ersten Profiniederlage vor einem Jahr in den USA hatte Spomer schon eine Weile zu knabbern. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, die Niederlage ist spurlos an mir vorbeigegangen. Der Puerto Ricaner Zayas (23) ist mittlerweile der jüngste Unified-Weltmeister der Geschichte. Im Juli 2025 holte er den ersten Gürtel, vor kurzem den zweiten. „Wir schreiben uns. Ich brauche mich nicht zu schämen, gegen ihn verloren zu haben.“

Das vergangene Jahr hat Spomer zudem genutzt, um die Eröffnung seines eigenen Gyms in Künzelsau voranzutreiben. „Unser kleines Familienunternehmen“, sagt er über das Gemeinschaftsprojekt mit Gattin Ilona. Ist das schon der Übergang in die nächste Karriere? „Ich kann mir schon noch vorstellen zehn Jahre zu kämpfen“, sagt Slawa Spomer und lacht. 

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