Linker Leberhaken lässt Spomers WM-Traum platzen

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Der Künzelsauer Box-Profi Slawa Spomer verliert in New York nach Technischem K.o. verdient gegen Xander Zayas. Ein zeitnaher WM-Kampf rückt damit in die Ferne. 

Einer von vielen Wirkungstreffern: Eine Rechte von Xander Zayas landet hier im Gesicht des Künzelsauers Slawa Spomer (links).
Einer von vielen Wirkungstreffern: Eine Rechte von Xander Zayas landet hier im Gesicht des Künzelsauers Slawa Spomer (links).  Foto: IMAGO/Joel Plummer

Den Sonntagvormittag verbrachte Slawa Spomer mit Gattin Ilona im Schneegestöber von New York City. „Ich habe schon einen Tag gebraucht, es sacken zu lassen“, sagt der Künzelsauer. Es, das ist die erste Niederlage im 21. Profikampf. In der Nacht zu Samstag war der zehn Jahre jüngere Xander Zayas im Superweltergewicht zu stark, gewann nach Technischem K.o. in der 9. Runde verdient. „Ich nehme die Niederlage hin, er war der bessere Mann“, sagte Spomer anderthalb Tage nach dem Kampf im Theater des Madison Square Garden in einem Instagram-Video. Telefonisch oder per Videocall war er am Wochenende nicht zu erreichen.

Wie viele WM-Chancen bleiben noch mit 32 Jahren?

Der entscheidende Leberhaken schmerzte am Sonntag bereits weitaus weniger als das gebrochene Boxerherz nach dem ersten großen Karriererückschlag. „Gesundheitlich geht es mir gut“, sagte Spomer. Der große Traum vom ersten WM-Kampf ist vorerst geplatzt. Sieger Zayas dürfte nun zeitnah WBC-/WBO-Weltmeister Sebastian Fundora herausfordern. Spomer muss sich als Verlierer hinten anstellen. Die Frage ist, wie lange man sich als 32-Jähriger wie Spomer im WM-Wartestand befinden darf. Der gebürtige Heilbronner sieht seine Ring-Zukunft nicht in Deutschland. „Da sind die Bühnen zu klein“, fand er, der auch künftig lieber in den USA und Saudi-Arabien in den Ring steigen möchte. Eine ausführliche Video-Analyse mit Trainer Roy Jones Jr. hatte am Sonntag noch nicht stattgefunden.

„Ich habe im Kampf nicht in die korrekte Distanz gefunden“, sagte Slawa Spomer. Der gleichgroße Puerto Ricaner Zayas setzte seinen Reichweitenvorteil immer wieder geschickt ein, war der aktivere Boxer mit wesentlich mehr Treffern. Das zeigt auch die Statistik. In jeder Runde landete der Favorit mehr Treffer (Jabs und Punches), hätte sicherlich auch über die vollen zehn Runden nach Punkten triumphiert.

TV-Kommentatoren mit dem richtigen Riecher

Lediglich in Runde vier brachte Spomer Zayas kurz ins Wanken. „Das Leben besteht nicht immer nur aus Gewinnen. Mein Ego war aber schon ein bisschen angekratzt“, sagte der 32-Jährige. Das ist auch verständlich, wenn man total auf Sieg programmiert ist, in der wochenlangen Vorbereitung keinen Gedanken an eine Niederlage verschwendet hat. Zayas und Spomer verfügten vorher über die exakt gleiche Kampfbilanz (20:0). „Bei einem von beiden wird die Null fallen“, hatte Spomer vorhergesagt. Es war bei ihm der Fall. Am Ende war Xander Zayas vor Heimpublikum einfach der bessere von zwei starken Boxern. Die ESPN-Kommentatoren lagen mit ihrer Vorhersage in der TV-Übertragung richtig. „Wenn Zayas das vorzeitig beenden will, dann mit einem Körpertreffer“, orakelten sie richtigerweise. Der satte linke Leberhaken öffnete Spomers Deckung – und den Weg zum vorzeitigen Sieg.

Denn Xander Zayas setzte aggressiv mit harten Treffern nach. Ringrichter Charlie Fitch nahm Spomer deshalb in der 9. Runde nach 121 Sekunden aus dem Kampf. Technischer K.o. für Slawa Spomer – ohne ein einziges Mal zu Boden gegangen zu sein.

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