Heilbronn wird Trendsport-Standort: Padel kommt

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Im Sportivo in Heilbronn-Frankenbach wird eine mittlere sechsstellige Summe in den Umbau von vier Tennisplätzen zu sieben Padel-Courts investiert. Besondere Verbindung nach Flein.

Gesellig: Padel wird grundsätzlich als Doppel gespielt. Ein Vorteil des Boomsports ist, dass man nicht so viel Zeit und Geld in Trainerstunden investieren muss.
Gesellig: Padel wird grundsätzlich als Doppel gespielt. Ein Vorteil des Boomsports ist, dass man nicht so viel Zeit und Geld in Trainerstunden investieren muss.  Foto: Padelon

Hamburg und Karlsruhe sind es schon, Essen und Heilbronn sollen es bald werden: Padel-Hochburg. Im Sport- und Gesundheitszentrum Sportivo in Heilbronn-Frankenbach wird es ab 1. Juni keine Tennisplätze mehr geben. Ein Verlust als Gewinn: Auf den vier Plätzen soll ab Anfang Juli auf sieben Courts der globale Boomsport gespielt werden können. "In Schweden hat sich beispielsweise die Zahl der Padel-Plätze innerhalb von vier Jahren von 250 auf 3500 erhöht", sagt Jimena Gonzalez aus Flein.

Die 45-Jährige ist Bundestrainerin der Frauen-Nationalmannschaft und Triebfeder des Projektes, das die Zahl der Padel-Courts in der Region nach oben schießen lässt. Bisher gibt es einen Outdoor-Platz in Schwaigern und zwei in Kochertürn. In ganz Deutschland sollen es ungefähr 300 sein. "Aktuell sind es nach unseren Erkenntnissen 37 Padel-Plätze, die in Baden-Württemberg bestehen", sagt Stefanie Steible vom Deutschen Padel Verband. Und nach monatelangen Gesprächen ist seit ein paar Tagen klar: In Heilbronn kommen sieben Plätze dazu.

Heilbronn stand auf der Wunschliste

Die Sportivo-Geschäftsführer Melissa und Patrick Reutter wollen sich nicht äußern, lassen das Sport-Start-Up Padelon sprechen. "Wir investieren in Heilbronn eine mittlere sechsstellige Summe für den Umbau. Genauere Zahlen kommunizieren wir nicht", sagt Isabel Albrecht im Namen von Padelon, das die Plätze miete. "Heilbronn stand schon länger auf unserer Wunschliste." Weil man Jimena Gonzalez gut kenne und sie sage, dass es Bedarf gebe.

Die Frau mit dem argentinischen, spanischen und deutschen Pass lebt seit sieben Jahren in Deutschland, einige Zeit in Abstatt, seit Februar in Flein. Sie hat Sportwissenschaften und BWL studiert, leitet die Padel-Abteilung im TC Pleidelsheim und weiß: "Die Padel-Plätze sind in Pleidelsheim gut gebucht, besser als die Tennisplätze." Das Geheimnis sei, dass man das Spiel im Glaskasten innerhalb von maximal zwei Tagen beherrsche, man nicht so viel Zeit und Geld in Trainerstunden investieren müsse, verschiedene Könnensstufen beim Spiel zwei gegen zwei kein Problem darstellen.

Wachsender Ligenbetrieb

Blick in die Zukunft: So sieht ein Padel-Center in Hamburg aus, so ähnlich wird es ab Anfang Juli auch in der Tennishalle in Heilbronn-Frankenbach aussehen. Das Sport-Start-Up Padelon mietet die Plätze, baut ab Juni um.
Fotos: Padelon
Blick in die Zukunft: So sieht ein Padel-Center in Hamburg aus, so ähnlich wird es ab Anfang Juli auch in der Tennishalle in Heilbronn-Frankenbach aussehen. Das Sport-Start-Up Padelon mietet die Plätze, baut ab Juni um. Fotos: Padelon  Foto: Padelon

Padelon gilt in Spanien und Schweden als zweitgrößte Sportart, in Portugal und Italien ist es ähnlich. Deutschland nimmt Fahrt auf. Als weiteres Indiz darf der Ligenbetrieb gelten, an dem neben dem TC Pleidelsheim auch der TC Schwaigern sowie der TSV Kochertürn teilnehmen: In der Padel-Liga Baden-Württemberg - die von Ugo Margarit-Münzel organisiert wird, dem bei Lidl angestellten Mann von Jimena Gonzalez - spielen vier Jahre nach der Gründung 26 Teams mit 360 Spielern aus 15 Vereinen, wie die Tennis- und Padelontrainerin sagt.

"Am Ligenbetrieb ist uns sehr gelegen", versichert Isabel Albrecht. Im vergangenen Herbst hat Padelon, das aus Norwegen kommt, die erste Anlage in Hamburg eröffnet, mittlerweile sind es zwei. Gerade kam Karlsruhe dazu, "Essen in drei bis vier Wochen", sagt Albrecht. Wie sind die Erwartungen für Heilbronn? "Zahlen aus Businessplänen machen wir nicht öffentlich, Vergleiche mit Hamburg und Karlsruhe sind auch schwierig, da die Center hier ja auch erst seit wenigen Monaten eröffnet sind."

Zeit, um zu wachsen

Klar ist, dass Arbeitsplätze entstehen. Es gebe einen Centermanager, Trainer und ein Aushilfenteam, "fünf, sechs Köpfe pro Center", sagt Padelon-Sprecherin Albrecht. Man wolle dem Sport die Zeit geben, "die er braucht, um zu wachsen. Und wir wissen auch, dass das ein bisschen dauern kann, da wir eben nicht nur ein neues Center bekanntmachen müssen, sondern auch eine gänzlich neue Sportart." Die rein wirtschaftlich theoretisch attraktiver in Hallen zu betreiben ist als Tennis: Auf die Fläche eines Tennisplatzes passen zwei Padel-Courts, auf dem sich jeweils vier Spieler tummeln - macht acht statt meist zwei Personen auf rund 700 Quadratmetern. Heilbronn ist Innovationsstandort - bald auch im Sport.

 
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