Dröhnende Motoren: Schwere Maschinen starten beim Trecker-Treck in Sontheim
Über 3000 Zuschauer lassen sich am Sonntag vom Höllenspektakel auf den Sontheimer Hüttenäckern anstecken. Über 220 Teilnehmer lassen beim Trecker-Treck die Erde erzittern.
Am Sonntagmittag ist auf den Hüttenäckern kaum ein Durchkommen. Von allen Seiten her sind die Besucher auf das weitläufige Gelände gepilgert, um beim zweiten Tag des 26. Trecker-Trecks in Heilbronn-Sontheim hautnah dabeizusein. Sie stehen dichtgedrängt an der Strecke, auf der die schweren Traktoren versuchen, den Bremswagen über eine Entfernung von 75 Metern zu ziehen. Auch die offenen Lastwagen, die das improvisierte Stadion auf allen Seiten begrenzten, sind bis auf die letzte Fläche gefüllt. Schon das Night-Pulling am Samstagabend, das erstmals in Sontheim veranstaltet wurde, war sehr gut besucht. „Das war richtig klasse, wir sind sehr zufrieden“, freut sich der Erste Vorsitzende des Trecker-Team-Sontheim, Lukas Feeser.
Trecker-Treck in Heilbronn-Sontheim: Schwarze Luft über den Hüttenäckern
Doch nicht nur das Gelände ist proppenvoll, auf der Strecke brennt auch die Luft. Als die 3,5 und 4,8 Tonnen schweren Sportklassen an den Start gehen, färbt sich nicht nur die Luft schwarz, aus dem Auspuff der hochgetunten Maschinen sprüht es auch Feuer. Dafür gibt es viel Beifall von den über 3000 Zuschauern, die an der Strecke sind.
Den Vorwurf, die Veranstaltung sei umweltschädlich, kontern die Verantwortlichen. „80 Prozent der Trecker sind nach den neuesten Umweltschutzvorschriften gebaut“, betont Lukas Feeser. „Außerdem haben wir auf dem Gelände verschiedene Ausgleichsmaßnahmen wie einen Eidechsenparcours, Hecken und Bäume angelegt“, ergänzt Michael Riegg.
Trecker-Treck am Sonntag mit Schrecksekunden auf Strecke
Sara Wagner ist in den ungewöhnlichen Sport regelrecht reingewachsen. „Im Verein bin ich schon von klein auf“, sagt die 20-Jährige. Seit drei Jahren fährt sie auch aktiv mit. „Da mein Bruder auch fährt, übt man zusammen und dann war klar, dass ich auch fahre“, schildert sie.
Bei ihrem ersten Pull schafft sie in der Klasse sechs der Traktoren bis 6100 Kilogramm Gewicht knapp 50 Meter. Dabei gibt es Schrecksekunden, als der Trecker mehrfach mit den Vorderrädern in der Luft steht. „Angst hat man da keine, so schnell fällt man auch nicht um“, versichert Sarah Wagner, die auf dem Spanferkel- und Obsthof Wagner in Heilbronn-Böckingen groß geworden ist und selbst gelernte Landwirtin ist.
Tolle Zuschauer-Resonanz bei Trecker-Treck in Heilbronn-Sontheim
„Wir können uns über das Wochenende wirklich nicht beklagen“, freut sich Michael Riegg, stellvertretender Vorsitzender des Sontheimer Vereins, über Wettkämpfe und Besucherresonanz. Er schätzt, dass sogar mehr Besucher als im Jubiläumsjahr 2024 aufs Gelände gekommen sind. Vor einem Jahr waren an beiden Tagen 5000 Zuschauer an der Strecke.
„Wir sind natürlich auch immer hier“, betont Silas Pfoh von den Schlepperfreunden Adelshofen, der mit vielen seiner Vereinsfreunde gut an seinem roten T-Shirt erkennbar ist. Die beiden Trecker-Vereine pflegen eine echte Freundschaft. „Bei uns ist die Veranstaltung etwas dörflicher“, schildert der 23-Jährige aus dem Eppinger Stadtteil. „Mit Heilbronn haben die Sontheimer halt ein viel größeres Einzugsgebiet“, sagt Pfoh.
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