Stimme+
Heilbronn/Neckarsulm

Ermittlungen gegen Neckarsulmer Sport-Union wegen Schwarzarbeit

  
Erfolgreich kopiert!

Am frühen Freitagmorgen vergangener Woche haben Beamte des Hauptzollamtes Heilbronn die Geschäftsstelle der Neckarsulmer Sport-Union und Büros von Funktionären des Vereins durchsucht. Gegen den Verein läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Schwarzarbeit.

Von Stephan Sonntag
Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Verein eingeleitet. Foto: Archiv
Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Verein eingeleitet. Foto: Archiv  Foto: Katrin Walter

Gegen den sportlichen Vorzeigeverein des Unterlandes läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Schwarzarbeit. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft Heilbronn auf Nachfrage der Heilbronner Stimme.

"Es gibt hierfür einen hinreichenden Tatverdacht", erklärte Staatsanwältin Bettina Jörg. Zu den genauen Vorwürfen äußerte sich die Sprecherin aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch nicht.

Staatsanwaltschaft hatte schon im vergangenen Jahr Spieler befragt

Offenbar geht es aber um nicht korrekt abgeführte Sozialversicherungsbeiträge, falsche Kilometer- und Übungsleiterpauschalen. Der Vereinsvorsitzende Rolf Härdtner wollte sich auf Nachfrage nicht öffentlich zu dem laufenden Verfahren äußern.

Vor rund 18 Monaten hatten 30 Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls im Vorfeld des Verbandsliga-Fußballspiels zwischen den Sportfreunden Schwäbisch Hall und der Neckarsulmer Sport-Union die Spieler beider Vereine befragt. Dabei ging es um den Inhalt ihrer Verträge, Gehälter, Pauschalen, Prämien. Damals handelte es sich noch um ein Prüfverfahren ohne konkreten Verdacht.

Zweite Eskalationsstufe eingeleitet 

Nach Auswertung der Fragebögen und dem Abgleich mit der gesetzlichen Rentenversicherung und dem Finanzamt ist nun mit dem Ermittlungsverfahren die zweite Eskalationsstufe eingeleitet worden. Die Zuständigkeit wurde vom Hauptzollamt an die Staatsanwaltschaft übertragen. Ob nur die inzwischen in die Oberliga aufgestiegenen Fußballer oder auch andere Abteilungen betroffen sind, ist nicht bekannt.

Voraussichtlich wird es nun weitere Monate dauern, bis die am Freitag beschlagnahmten Unterlagen gesichtet worden sind. Für den sportlich so erfolgreichen Verein ist das eine schwer zu ertragende Situation. Allein der Tatverdacht ist schließlich schon imageschädigend. Eine etwaige Geldstrafe plus die Rückzahlung der womöglich über einen längeren Zeitraum nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträge könnte sogar bedrohlich werden.

 

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben