Das sind die Unterländer Sportler des Jahres
Lena Mayer, Basti Heymann, die Neckarsulmer Handball-Frauen und die KTT Heilbronn sind die Unterländer Sportler des Jahres. Hier gibt es einen Überblick mit ausführlichen Portraits der Sportler.
Große Kämpferin: Lena Mayer gibt für ihren Olympia-Traum alles

Lena Mayer lässt sich nicht so schnell von ihren Zielen abbringen. Sieht sie einen Weg, dann geht ihn die 21-Jährige. Mit aller Vehemenz. Doch breit getretene Pfade gibt es in einem Sport wie Karate nur selten. Schon gar nicht in ihrer Stilrichtung Goju Ryu.
Daher nimmt Mayer eine kleine Reise vom heimischen Villingen-Schwenningen ins Unterland auch gerne in Kauf. Um täglich beim klangvollen Kime Budosport in Erlenbach-Binswangen trainieren zu können, campiert sie mit 18 Jahren mehrere Monate in einem Wohnmobil in Neckarsulm, ehe sie in Weinsberg ein neues Zuhause findet. Heimisch ist die Studentin für Sportmanagement in Künzelsau ohnehin auf der ganzen Welt. Überall dort, wo Menschen nach der perfekten Kata streben. Die kunstvollen Küren sind für Lena Mayer eine Art Lebenseinstellung; die Chance, sich alten Traditionen folgend auszudrücken.
Dass Mayer auf diesem Wege die richtigen Worte findet, wird ihr 2017 einmal mehr bestätigt. Beim World Cup in Bukarest kämpft sie sich zu Silber. Eine schöne Auszeichnung, für die Fighterin, aber doch nur ein kleiner Schritt Richtung großes Ziel – Olympia. Noch nicht sehr lange hat Lena Mayer dieses Ziel vor Augen. Erst im August 2016 wurde bekannt, dass Karate das erste Mal bei Olympischen Spielen dabei sein wird. 2020 in Tokio, dem Herkunftsland des altehrwürdigen Sports.
Ein Ticket löst der deutsche Verband nur für eine Kämpferin im Kata Einzel. Noch steht Lena Mayer an zweiter Stelle, sie zählt zum olympischen Perspektivkader. Um an diesem Status zu rütteln, muss sie im Ligasystem der Karateka Zähler sammeln. Dafür ist Mayer keine Reise zu weit. Weder für Wettkämpfe in Asien, noch für Trainingseinheiten in anderen Stützpunkten. Der Weg zum olympischen Traum ist beschwerlich, die Aussichten momentan wenig erfolgversprechend. Doch Lena Mayer lässt sich nicht so schnell von ihren Zielen abbringen.
Starker Junge: Sebastian Heymann hat Gutes und Schlechtes erlebt

Auf und ab geht es für Sebastian Heymann im Jahr 2017. Mit seinem Heimatverein TSB Horkheim spielt der 19-Jährige eine herausragende Rückrunde in der 3. Liga Süd. Mit 179 Treffern ist der Rückraumlinke am Ende bester Feldtorschütze seiner Mannschaft und der drittbeste ligaweit. Punktgleich mit Meister SG Nußloch wird der TSB am Saisonende Zweiter, spielt in der Relegation um den Zweitliga-Aufstieg – und verliert am 13. Mai in Hagen gegen Eintracht Hildesheim.
Auf die Enttäuschung folgt der Triumph. Mit Bundesligist Frisch Auf Göppingen – bei dem Heymann bereits seit 2016 unter Vertrag steht – holt er am 21. Mai seinen ersten internationalen Titel. Im Endspiel um den EHF-Pokal siegt Frisch Auf mit 31:25 gegen die Füchse Berlin.
Kaum ist die Saison 2016/17 zu Ende, steht die nächste Herausforderung auf dem Programm. Als jüngster Spieler wird Heymann in das Aufgebot der U21-Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Algerien berufen. Der rasche Sprung in die älteren Jahrgänge gelingt – Heymann ist von Beginn an Leistungsträger im Team von Bundestrainer Erik Wudtke. Doch wieder lässt die Enttäuschung nicht lange auf sich warten. Im Halbfinale unterliegt die deutsche Auswahl Spanien mit 21:26. Im Spiel um Platz drei folgt eine unglückliche 22:23-Niederlage gegen Frankreich. Aus der Traum vom Titel oder wenigstens einer Medaille.
Wieder bleibt keine Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. Die Vorbereitung auf seine erste komplette Erstligasaison in Göppingen steht an. Der Start gelingt: Beim Auftaktsieg in Friesenheim ist Heymann mit vier Treffern Top-Torschütze seines Teams. Doch der Erfolgsweg wird jäh gebremst, der Körper fordert Tribut, Ende September bricht der Mittelfuß. Es folgt eine monatelange Zwangspause. In der Rückrunde will Heymann ab dem 8. Februar wieder angreifen.
Mehr zum Thema: In der Kreissparkasse Heilbronn sind am Donnerstagabend die Unterländer Sportler des Jahres 2017 proklamiert worden
Der Leuchtturm: Neckarsulmerinnen bleiben ganz oben
Der Strahl des Leuchtturms zittert lange. Erst am letzten Bundesliga-Spieltag der Debütsaison strahlt ganz Neckarsulm. Die Sport-Union, das handballerische Glanzlicht der Region, hält mit einer Energieleistung gegen den großen Nachbarn aus Metzingen am 20. Mai 2017 aus eigener Kraft die Klasse.
Nach dem steilen Aufstieg an die Spitze spüren die Verantwortlichen allerdings auch erste Störfeuer. Trotzdem brennt das Team weiter, will sich ganz oben etablieren. Um die Flamme zu nähren, braucht es in Neckarsulm aber mehr Puste. Die Trainingsumfänge werden erhöht, der Club nach und nach professionalisiert. Dazu gehört auch hochklassige Verstärkung von außen.
Doch die Sport-Union bleibt sich dabei immer treu, hält das Herz noch immer fest in der Hand. Nur so kann der Neckarsulmer Leuchtturm richtig strahlen.
Die Aufsteiger: KTT Heilbronn bleibt erstklassig und verstärkt sich
Als alles klar ist, bildet sich binnen Sekunden ein menschliches Freudenknäuel. Starke Männer werden schwach – vor Freude. Im November 2017 ist klar, dass das KTT Heilbronn das Premierenjahr in der 1. Turn-Bundesliga geschafft hat. Der Aufsteiger ist gekommen, um zu bleiben.
Die Riege um die Trainer Kai Werner und Rainer Arnold zeigt Teamgeist. Jeder kämpft für jeden. Sie wissen, dass die Konkurrenz stärker besetzt ist, nicht nur Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen präsentiert sich in der Neckargartacher Römerhalle. Doch auch in der Eliteliga sind wieder junge KTT-Eigengewächse aus der Region dabei. Das ist Teil der Philosophie.
Der entscheidende Erfolg gelingt im letzten Wettkampf gegen den MTV Stuttgart. Eine Prestigeangelegenheit. Für die neue Saison, die am 3. März beginnt, verstärkt sich das KTT – mit dem Russen Valentin Starikov.
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