SG Schozach-Bottwartal hat den Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben
Der Beilsteiner Handball-Zweitligist will im Saisonendspurt noch einmal angreifen. Eine Leistungsträgerin wird Trainer Jürgen Krause dabei allerdings nicht mehr zur Verfügung stehen.

Alles dabei, alles noch möglich, "aber wir denken wirklich weiterhin von Spiel zu Spiel", sagt Jürgen Krause. Für den Trainer der SG Schozach-Bottwartal und sein Team geht es in der zweiten Liga nun in die entscheidende Phase. Schwierige Auswärtsspiele in Solingen und Buchholz-Rosengarten warten noch auf den Tabellenletzten, aber auch Heimspiele gegen Nürtingen und die bereits als Absteiger feststehende SG Herrenberg. Irgendwo zwischen diesen Extremen rangiert mit dem ESV Regensburg der nächste Gegner, der am Samstag ab 20 Uhr seine Visitenkarte in der Langhanshalle abgeben wird.
Schwierige Rechenspiele: Sind 18 Punkte genug?
Auch wenn der Fokus von Krause und der Mannschaft zunächst voll und ganz auf dem Duell mit dem Tabellenfünften liegt - gerechnet wird in Beilstein trotzdem. "Wenn wir Pech haben, holen wir in den restlichen Spielen noch acht Punkte und steigen trotzdem ab", sagt der Trainer. Vier Siege aus sieben verbleibenden Partien - das wäre die einfachste Rechnung, um auf dann 18 Punkte zu kommen. Dass diese 18 Zähler tatsächlich nicht reichen könnten, hat die Vergangenheit gezeigt. Im Vorjahr genügten Aufsteiger MTV Heide selbst 20 Punkte nicht zum Klassenerhalt, 2017/2018 blieb die DJK/MJC Trier mit 19:37 Zählern gerade noch so in der Liga.
"Anders als einige Mannschaften in der dritten Liga oder Waiblingen in der Bundesliga sind wir aber nicht komplett chancenlos", weiß Jürgen Krause einzuwenden. Die Liga ist an der Spitze wie am Ende der Tabelle so ausgeglichen wie selten. Das 21:21 (14:9) in Regensburg war im Hinspiel Beleg dessen. Gegen den ESV, damals noch mitten drin im Aufstiegsrennen, wäre sogar ein Sieg möglich gewesen, doch die SGSB brachte ihren Fünf-Tore-Halbzeit-Vorsprung letztlich nicht ganz über die Zeit.
Akkus sind wieder aufgeladen
Nun sollen vor allem die Heimspiele in der Langhanshalle zum Faktor im Abstiegskampf werden. "Die Stimmung ist gut und wir werden sie weiterhin hochhalten", versichert Krause. Die Mannschaft habe Lust auf den Saisonendspurt und werde sich nicht hängenlassen, versichert der 66-Jährige.
Seit dem kräftezehrenden März, der mit einer Englischen Woche gegen die Kurpfalz Bären (29:33) und den HC Rödertal (22:33) endete, sind inzwischen drei Wochen vergangen. "Nach dem Spiel gegen Rödertal haben wir noch zweimal trainiert und dann bis Ostermontag pausiert", berichtet Jürgen Krause. Es galt, die "mehr als leeren Akkus" aufzuladen und Wehwehchen auszukurieren.
Verletzungspech bleibt Schozach-Bottwartal treu
Das Vorhaben, das bis nach Ostern tatsächlich gut funktionierte, erhielt dann am Dienstag doch noch einen herben Kratzer: Torhüterin Jana Brausch brach sich beim Athletik-Training die Mittelhand und fällt nach ihrer Operation am Freitag für den Rest der Saison aus.
"Es ist absolut der Wurm drin", sagt Jürgen Krause zu den Verletzungen, die die Beilsteinerinnen durch die gesamte Saison begleiten. Nun müsse man das Beste aus der Situation machen und habe mit Rena Keller ja noch eine gute Torhüterin in der Hinterhand. Als Brausch-Ersatz wird gegen Regensburg Alina Bauer aus der zweiten Mannschaft auf der Bank Platz nehmen.
Besondere Spiele für Weber und Gerstweiler
Ansonsten werden alle Feldspielerinnen zur Verfügung stehen - "zum ersten Mal, seit ich hier bin", betont Krause. Während Spielmacherin Natascha Weber auf ihre ehemaligen Teamkolleginnen treffen wird, dürfte das Duell mit Regensburg für Rückraumspielerin Lotta Gerstweiler die erste echte Belastungsprobe nach ihrer langwierigen Verletzung werden.
Und apropos Rückraum: Hier sieht Jürgen Krause die Regensburgerinnen besonders stark aufgestellt. "Dazu haben sie mit Julia Drachsler am Kreis eine Spielerin, die gefühlt zwei Meter groß ist, und entsprechend oft von oben angespielt wird." Man ist also gewarnt. Doch noch ist alles möglich.


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