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Herkulesaufgabe für die SG Schozach-Bottwartal zum Jahresabschluss

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Beeindruckt, aber nicht chancenlos: Zweitligist SG Schozach-Bottwartal empfängt den Tabellenzweiten HSV Solingen-Gräfrath als klarer Außenseiter. Die Solingerinnen könnten jedoch als Vorbild dienen.

Auf die SG Schozach-Bottwartal um Lisa Loehnig (links) und Elena Fabritz (Mitte) wartet am Samstagabend in der Langhanshalle ein Duell mit den Tabellenzweiten des HSV Solingen-Gräfrath.
Auf die SG Schozach-Bottwartal um Lisa Loehnig (links) und Elena Fabritz (Mitte) wartet am Samstagabend in der Langhanshalle ein Duell mit den Tabellenzweiten des HSV Solingen-Gräfrath.  Foto: Kunz, Christiana

Einfacher wird es für die SG Schozach-Bottwartal nicht, wenn am Samstagabend ab 20 Uhr die Tabellenzweiten des HSV Solingen-Gräfrath ihre Visitenkarte in der Beilsteiner Langhanshalle abgeben werden, darüber ist sich Jürgen Krause im Klaren.

Nach Punkteteilungen mit dem HC Rödertal und Spitzenreiter ESV Regensburg sowie der knappen Derby-Niederlage bei der TG Nürtingen, wartet mit den Handballerinnen aus dem Solinger Stadtteil Gräfrath die nächste ambitionierte Mannschaft der zweiten Handball-Bundesliga.

SGSB möchte einmal mehr ein unangenehmer Gegner sein

So ist es fast selbstredend, dass die SGSB einmal mehr als Außenseiter in die Partie gehen wird: Die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt werden für gewöhnlich nicht gegen Teams wie Solingen, die einzig am zweiten Spieltag gegen den HC Rödertal verloren haben, eingefahren. Entsprechend wird sich auch an der grundlegenden Spielidee bei der SG Schozach-Bottwartal nichts ändern. "Wir wollen sie so lange ärgern, wie es geht", sagt Trainer Jürgen Krause. Schließlich habe dieses Konzept zuletzt ganz gut funktioniert.


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In der Tat scheint sich seine Mannschaft mit dieser Herangehensweise mehr als nur arrangiert zu haben. Auf einer sicheren Abwehrarbeit aufbauend sollen einmal mehr offensive Nadelstiche gesetzt werden - jedoch gerne etwas effizienter als zuletzt in der Nürtinger Theodor-Eisenlohr-Sporthalle.

Solingen als Vorbild für die SG Schozach-Bottwartal?

Die Solinger Gäste könnten perspektivisch so etwas wie die handballerische Blaupause für die SG werden. 2019/2020 hielt der aufgestiegene HSV, abgeschlagen am Tabellenende stehend, nur dank des pandemiebedingt ausgesetzten Abstiegs die Zweitklassigkeit. Danach setzten sich die Solingerinnen mit überschaubarem Budget, regionalen Talenten und einer ebenso gut vernetzten wie handballverrückten Trainerin Kerstin Reckenthäler allerdings in der Spitzengruppe der Liga fest: 2021 stand Rang fünf, im Sommer Platz vier zu Buche.

Ihre größte Baustelle und einige Verletzungssorgen haben die Klingenstädterinnen derzeit allerdings am Kreis. Carina Senel und Nele Weyh fehlten zuletzt, so dass die erst 15-jährige Linksaußen Lina Seiffarth dort aushelfen musste. Auch eine Linkshänderin auf gehobenem Zweitliganiveau fehlt dem HSV. Dafür steht mit Natascha Krückemeier eine Torhüterin zwischen den Pfosten, die Jürgen Krause als wichtigen Faktor für den Erfolg des HSV ausgemacht hat.

Jürgen Krause warnt vor wurfgewaltigem Rückraum

Am Samstag sollten die Beilsteinerinnen zudem den zentralen Rückraum des HSV im Auge behalten. Dort spielt neben der treffsicheren Lara Karathanassis auch Pia Adams eine starke Saison. Zuletzt rettete Adams mit vier Toren in der Schlussphase einen 27:25-Sieg gegen die SG Herrenberg.

"Vor allem der Rückraum beeindruckt mich sehr", gibt auch Jürgen Krause nach dem Videostudium der Solingerinnen zu. Adams und Karathanassis seien "richtig stark" im Eins-gegen-Eins und hätten hervorragende Wurfquoten. "Ihre Würfe kommen ganz gut", sagt Krause etwas flapsig und mit einem anerkennenden Schmunzeln. Dagegen gelte es, eine gute Abwehr zu stellen. Eine bessere in jedem Fall, als zuletzt gegen Nürtingen. Die 32 Gegentreffer aus der Vorwoche schmeckten dem 66-Jährigen gar nicht.

Trainer hat neue Konzepte im Hinterkopf

Dass die Nürtingerinnen vergangenes Wochenende fast 40 Minuten im Sieben gegen Sechs spielten, lässt sich aus Sicht der SG Schozach-Bottwartal jedoch durchaus auch als Kompliment für die verbesserte Abwehrarbeit deuten.

"Das werden aber nicht viele Mannschaften in der Liga über 60 Minuten machen", prophezeit Krause. Für den Fall der Fälle habe er für die Zukunft aber ein Gegenkonzept im Kopf. Ob es bereits am Samstag zur Anwendung kommen muss, liegt einzig am Gegner.


Familie Krause als Vorbild

Pia Adams, die Rückraum-Spielerin des HSV Gräfrath, die vor der Saison vom BSV Sachsen Zwickau in die Klingenstadt wechselte, trägt seit jeher die Nummer 13 auf dem Trikot - und das nicht ohne Grund, wie die 26-Jährige jüngst dem "Solinger Tageblatt" verriet. Die Nummer sei eine Reminiszenz an Nadine Krause. Die ehemalige deutsche Nationalspielerin und Welthandballerin des Jahres 2006 trug während ihrer aktiven Zeit die gleiche Rückennummer - und ist die Tochter von SGSB-Trainer Jürgen Krause.

Mehr als diese nette Anekdote werden die Solingerinnen aber wohl nicht mit nach Beilstein bringen - schon gar keine vorweihnachtlichen Geschenke. Der Tabellenzweite plant, mit zwei Punkten aus Beilstein ins Bergische Land zurückzukehren.

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