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DHB-Junioren können sich auf Buchele und Newel verlassen

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Dem 28:28 der DHB-Auswahl gegen die Schweiz drückt Torhüter Julian Buchele von FrischAuf Göppingen und TSB Horkheim seinen Stempel auf. Bundestrainer Heuberger verteilt ein Sonderlob.

Torhüter Julian Buchele war nicht nur wegen seiner insgesamt acht Paraden in der ersten, sondern auch aufgrund seiner Rolle als Antreiber von der Bank in der zweiten Spielhälfte auffälligster Akteur in der deutschen Junioren-Auswahl.
Torhüter Julian Buchele war nicht nur wegen seiner insgesamt acht Paraden in der ersten, sondern auch aufgrund seiner Rolle als Antreiber von der Bank in der zweiten Spielhälfte auffälligster Akteur in der deutschen Junioren-Auswahl.  Foto: Kunz, Christiana

Nach sechs gespielten Minuten schnellte der rechte Fuß ein erstes Mal in die Höhe. Reaktionsschnell war der schwarze Sportschuh von Julian Buchele auf Höhe seines Kopfes und fischte den harten Wurf von Luca Sigrist aus dem Winkel seines Tores. Keine 30 Sekunden später lag Buchele dann quer in der Luft und ließ den linken Arm leicht nach außen zucken, womit der 19-Jährige von Frisch Auf Göppingen, der in dieser Saison dank eines Zweitspielrechts auch beim TSB Horkheim aktiv ist, nach dem vorangegangenen Wurf von Jan Brülisauer direkt für die nächste Enttäuschung in einem eidgenössischen Handballer-Gesicht sorgte.

Spektakulär hatte sich Buchele in der Großbottwarer Wunnensteinhalle angemeldet. Bei den Gegnern, bei seinen Mitspielern, bei Bundestrainer Martin Heuberger und natürlich auch bei den rund 700 Zuschauern, die zum Testspiel zwischen der deutschen U20/21-Nationalmannschaft und der gleichaltrigen Auswahl der Schweiz ins Bottwartal gekommen waren.

Newel rettet Remis zwei Sekunden vor Schluss

Während Buchele in Großbottwar der Mann für die spektakulären Paraden war, war Elias Newel der Mann für die wichtigen Unentschieden. Denn für den Auftakt der deutschen Mannschaft nach dreieinhalb Minuten ebenso wie für den Schlusspunkt zwei Sekunden vor dem Ende zeichnete der Spielmacher des HC Oppenweiler/Backnang verantwortlich.

Zu Beginn sorgte er mit einem energischen Überzieher durch die Mitte für das 1:1, bevor er in der Schlussminute nicht weniger entschlossen auf Linksaußen gegen den auffälligsten Schweizer Gino Steenaerts durchbrach und im Fallen - halb zog die Schwerkraft ihn, halb sank er hin - zum 28:28 (12:12) ins lange Eck traf.


DHB-Auswahl belohnt sich für ihre Arbeitsmoral

Mit diesem Ergebnis konnte Bundestrainer Martin Heuberger nach dem ersten Test in der Vorbereitung auf die U20-Europameisterschaft im Juli in Slowenien leben. Er hatte in der Wunnensteinhalle viel durchgewechselt, dabei Licht und Schatten gesehen und daher reichlich Anhaltspunkte bekommen, woran er bis zum EM-Turnier noch feilen lassen muss.

"Die Jungs haben gekämpft bis zum Schluss und hatten am Ende das Glück des Tüchtigen", resümierte Heuberger. "In der Summe dürfen wir aber nicht so viele freie Würfe liegenlassen."

Deutsche Mannschaft vergibt zu viele Chancen

Seine Auswahl hatte vor der Pause in der Abwehr und nach dem Seitenwechsel im Angriff Vorteile, offenbarte allerdings über 60 Minuten Probleme im Rückzugsverhalten, da es zu viele einfache Tempospiel-Gegentore der Schweizer kassierte. Auch das aggressive Herausrücken der Schweizer Abwehr, allen voran vom großgewachsenen Mischa Romer, erwies sich als äußerst unangenehm.

Nach einem viertägigen Lehrgang war das Duell mit der Schweiz für die Junioren-Auswahl des DHB der erste Härtetest auf dem Weg zur U 20-EM in Slowenien.
Nach einem viertägigen Lehrgang war das Duell mit der Schweiz für die Junioren-Auswahl des DHB der erste Härtetest auf dem Weg zur U 20-EM in Slowenien.  Foto: Kunz, Christiana

Dennoch hatte das DHB-Team nach 45 Minuten und einer Heuberger-Auszeit beim Stand von 22:21 die Chance, auf vier oder fünf Treffer davonzuziehen. Ihre freien Würfe nutzte die deutsche Mannschaft allerdings nicht und musste somit zwei Sekunden vor Schluss wenigstens noch das Remis retten.

Buchele ist auch jenseits des Feldes ein wichtiger Faktor

Bei Julian Buchele gab es hingegen keine Kritikpunkte. Der Ebersbacher spielte die ersten 30 Minuten und kam auf acht Paraden. Als Torhüter Frederik Höler in Hälfte zwei ein wenig Anlaufzeit benötigte, wollte Heuberger Buchele nach 45 Minuten eigentlich erneut aufs Feld schicken. Just kam dann jedoch auch der Schlussmann der Füchse Berlin auf Betriebstemperatur.

"Die erste Hälfte war richtig gut, gerade mit Julian Buchele hinten drin. Das hat mir sehr gut gefallen. Er hat mit zu dieser stabilen Abwehrleistung beigetragen", lobte Heuberger seinen Mann in Gelb. "Er bringt mit seiner Verbalität und seinen Emotionen auch sehr viel positive Energie in die Mannschaft. Und das braucht sie, denn es ist eine relativ ruhige Mannschaft."

Große Fußstapfen des Weltmeister-Jahrgangs

Ist es auch eine, in der Potenzial für mehr steckt? "Es entwickelt sich etwas", sagt Heuberger über die Jahrgänge 2004/2005, doch es sei schwer und in Teilen unfair, die Gruppe in dieser frühen Phase mit dem vorangegangenen Weltmeister-Jahrgang zu vergleichen.

"Es sind aber viele Talente dabei, die auf einem guten Weg sind", sagt der 59-Jährige. Einer hatte ihn in Großbottwar bereits nach sechs Spielminuten mit zwei spektakulären Paraden in dieser Einschätzung bestätigt.


Deutschland U20/21: Julian Buchele (FA Göppingen); Frederik Höler (Füchse Berlin) - Tim Gömmel (HC Erlangen (3/1)), Anton Preußner (Füchse Berlin (2)), Tim Hertzfeld (Dessau-Roßlauer HV (2)), Elias Newel (Oppenweiler/Backnang (2)), Ben Connar Battermann (THW Kiel), David Móré (RN Löwen (3)); Jarnes Faust (THW Kiel (2)), Nils Greilich (HC Elbflorenz (2)), Torsten Anselm (SG Pforzheim/Eutingen (2)), Fritz-Leon Haake (SC Magdeburg (2)), Florian Budde (Füchse Berlin (3)), Henri Pabst (THW Kiel (2)), Jan-Christian Schmidt (TSV Bayer Dormagen (3)), Leif Haack (HSG Ostsee).

Schweiz U21: Mathieu Seravalli; Ramon Kusnandar - Gino Steenaerts (6/2), Leo Schnyder (3), Jan Brülisauer, Luca Sigrist (5), Valentin Wolfisberg (5), Nikos Sarlos (3); Mischa Romer (2), Joshua Baumann, Simon Locher, Gabriel Ottrubay, Maël Tobler, Maro Galovic (1), Jean-Baptist Karlen, Tarik Hadzic (3).

Schiedsrichter: Leon Bärmann (Deutschland)/Nico Bärmann (Deutschland).

Siebenmeter: Deutschland U20/21: 1/2; Schweiz U21: 2/3.

Zeitstrafen: 1/2.

Zuschauer: 700.

 
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