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45 gute Minuten der SG Schozach-Bottwartal sind 15 zu wenig

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Die SGSB führt gegen den ESV Regensburg lange, bringt die Führung aber nicht über die Zeit. Der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga rückt in immer weitere Ferne - auch, weil die Konkurrenz eifrig punktet.

Elena Fabritz (links), Lara Däuble (2. von rechts) und die SG Schozach-Bottwartal bekamen vom ESV Regensburg um Nicole Lederer (3. von rechts) und Franziska Peter (rechts) wenig geschenkt: weder Tore, noch Punkte.
Elena Fabritz (links), Lara Däuble (2. von rechts) und die SG Schozach-Bottwartal bekamen vom ESV Regensburg um Nicole Lederer (3. von rechts) und Franziska Peter (rechts) wenig geschenkt: weder Tore, noch Punkte.  Foto: Kunz, Christiana

An manchen Tagen ist im Sport so eine gehörige Abreibung gar nicht so verkehrt. Der Grundtenor der alten Fußballer-Weisheit, nach der man lieber einmal 0:5 als fünfmal 0:1 verliert, trifft freilich auch im Handball zu. Entsprechend ärgerlich war das 25:30 (16:15) von Handball-Zweitligist SG Schozach-Bottwartal gegen den ESV Regensburg. "Fünf Tore waren wir nicht schlechter", sagte SGSB-Trainer Jürgen Krause.

Klassenunterschied in der Schlussviertelstunde

45 Minuten lang war sein Team sogar mindestens gleichwertig gewesen, hatte phasenweise selbst klare Vorteile. Ärgerlich war es deswegen, weil sich die abstiegsbedrohten Aufsteigerinnen für ihre gute Leistung letztlich nicht belohnen konnten. Eine chancenlose Klatsche wäre daher wohl einfacher zu verarbeiten gewesen, als diese Niederlage, die über die volle Spieldistanz verdient war, sich aber lange Zeit nicht abgezeichnet hatte.

"In den letzten 15 Minuten hat man schon einen Klassenunterschied gesehen", gab Jürgen Krause zu und schob hinterher: "Schade, dass wir in der entscheidenden Phase den Vorsprung nicht ausgebaut haben, sondern sie immer wieder haben herankommen lassen."

Zur Pause führt die SGSB noch

Worauf der 66-jährige Übungsleiter anspielte: Der Drei-Tore-Vorsprung, mit dem die Beilsteinerinnen über weite Teile der ersten Hälfte und auch noch einmal nach der Halbzeit die Partie bestritten, gab zwar Sicherheit für das eigene Spiel, bedeutete aber eben keine Vorentscheidung. "Ich kann meiner Mannschaft aber gar keinen Vorwurf machen, der Kampf war absolut da", bilanzierte der Trainer.

Erst in der 23. Minute lagen die Gastgeberinnen beim 13:14 gegen den Tabellenfünften erstmals in Rückstand. Lara Däuble und Natascha Weber hatten bis dahin früh ihren Rhythmus gefunden und Rena Keller am anderen Ende des Feldes einige Regensburger Bälle herausgefischt. Und selbst nach einer Auszeit von Gäste-Trainer Csaba Szücs beim Stand von 14:15 drehten Elena Fabritz und Lisa Loehnig den Rückstand mit ihren Treffern noch in eine Halbzeit-Führung.


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Auf Natascha Weber wartet gegen Regensburg ein Wiedersehen mit ihrem ehemaligen Verein. Die 27-Jährige spielte von 2013 bis 2020 und noch einmal bei einem Gastspiel in der Zweitliga-Aufstiegsrunde 2021 für die Eisenbahnerinnen.
Foto: Mario Berger
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SG Schozach-Bottwartal hat den Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben


Zu viele Tempogegenstöße der Gäste im Endspurt

Bis die Schlussviertelstunde anbrach, schnupperte die SG Schozach-Bottwartal an einer Überraschung, doch aus der 21:20-Führung (45.) war bis zur 50. Spielminute ein 22:25-Rückstand geworden. "Ihre Tempogegenstöße haben uns in dieser Phase mehr oder weniger das Genick gebrochen", sagte Krause. Während seine Beilsteiner Abwehr die Regensburger Kreis-Anspiele 60 Minuten lang zu unterbinden wusste, gelang dies mit dem Rückraumspiel der Gäste nur eine Dreiviertelstunde lang. Vor allem Marleen Kadenbach kam in der Schlussphase aus dem linken Rückraum zu guten Wurfgelegenheiten. "Wir haben in den letzten 15 Minuten auch schlecht geworfen, das muss man sagen", gab Jürgen Krause zu. Zu viele Bälle landeten neben dem Tor, drei unglückliche Aluminium-Treffer taten ihr Übriges.

Die Gäste wussten diese Schwächephase abgezockt auszunutzen und revanchierten sich für das 21:21 aus dem Hinspiel, in dem die SGSB ihren bis heute einzigen Auswärtspunkt eingefahren hatte. "Ich hätte gerne mehr gehabt, die Mannschaft auch, aber Regensburg war heute einfach stärker als im Hinspiel", resümierte Jürgen Krause.

Weil die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf am 24. Spieltag geschlossen punktete, wird das Heimspiel am nächsten Samstag (20 Uhr, Langhanshalle) gegen die TG Nürtingen richtungsweisend für den Klassenerhalt. Eine Woche später gastiert die SGSB beim HSV Solingen-Gräfrath. "Da habe ich bislang keine Punkte eingeplant", scherzte Krause. Die gute Laune haben sie im Bottwartal noch nicht verloren.

Spannung an der Tabellenspitze, SGSB-Konkurrenz punktet

Für die SG Schozach-Bottwartal war der Samstagabend auch angesichts der Ergebnisse der Konkurrenz im Tabellenkeller ein schlechter Spieltag. Mainz 05 holte einen Punkt gegen den TSV Nord Harrislee (20:20), die Kurpfalz Bären Ketsch sammelten durch ein überraschendes 31:27 (14:17) gegen den HC Leipzig sogar zwei wichtige Zähler gegen den Abstieg. Neckarsulms Svenja Mann, die mit einem Zweitspielrecht in Ketsch spielt, erzielte zwei Tore, Torhüterin Anita Polácková sah wegen gefährlichen Spiels in der elften Minute die Rote Karte.

Auch der 37:25-Sieg der SG Mainz-Bretzenheim bei der SG H2Ku Herrenberg und der damit verbundene Sprung der Landeshauptstädterinnen auf Rang zwölf half der SGSB nicht. Die TG Nürtingen verkomplizierte durch ihr 22:22 gegen FrischAuf Göppingen hingegen nicht nur den Ligaverbleib der SG Schozach-Bottwartal, die nun sieben Punkte hinter Nürtingen steht, sondern machte zugleich auch das Aufstiegsrennen richtig spannend.

FrischAuf sprang seinerseits trotz der Punkteteilung an die Tabellenspitze, weil Tabellenführer HSV Solingen-Gräfrath im Top-Spiel gegen die Füchse Berlin trotz zwischenzeitlicher Sieben-Tore-Führung noch mit 27:30 (15:12) unterlag. Damit stehen Göppingen, Solingen und Berlin nun sechs Spieltage vor Schluss allesamt punktgleich mit 36:12 Zählern an der Tabellenspitze.


SG Schozach-Bottwartal: Keller (8 Paraden), A. Bauer - Hanak, Däuble (6), Hees (1), Weber (4/1), Klenk (1), J. Bauer (1), Räuchle (2), Amor, Fabritz (5), Gerstweiler (2), Loehnig (3), Siebert.

Erfolgreichste Werferin ESV Regensburg: Marleen Kadenbach (7).

Schiedsrichter: Jan Lier/Manuel Lier.

Siebenmeter: SG Schozach-Bottwartal: 1/3; ESV Regensburg: 1/1.

Zeitstrafen: 1/3.

Zuschauer: 270.

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