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„Trauriger Tag für Heilbronner Profi-Eishockey“ – Falken-Ultras lösen Diskussion aus

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Der versuchte Spielabbruch der Falken Ultras durch ein gellendes Pfeifkonzert und das Werfen von Gegenständen auf die Eisfläche – vor allem Cent-Münzen –, wird oft kritisiert. Manche verteidigen die Aktionen aber auch.


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So etwas hat es in der Geschichte des Eishockeys noch nicht gegeben, darüber waren sich alle nach dem Oberliga-Heimspiel der Heilbronner Falken gegen die Stuttgart Rebels einig, das die Unterländer mit 2:7 (1:3, 0:3, 1:1) verloren. Denn die „Fanszene Heilbronn“ versuchte zu Beginn des dritten Drittels einen Spielabbruch zu provozieren, wodurch die Uhr nur noch heruntertickte, ohne dass die Spieler auf dem Feld waren.

„Falkenszene Heilbronn“ zündet Eskalationsstufe im Spiel gegen Stuttgart Rebels

Doch was war passiert? In einem sechsseitigen Statement mit dem Titel: „Die Fanszene deckt auf! Die Wahrheit über die Heilbronner Falken GmbH“, das sie vor Spielbeginn im Eisstadion verteilt und auch im Internet veröffentlicht hat, hatten die Falken-Ultras gedroht: „Unsere öffentliche Warnung an die Führung der Heilbronner Falken GmbH wurde klar und deutlich formuliert. Sie ist bekannt. Sie ist dokumentiert. Und sie wurde nicht aus der Emotion heraus ausgesprochen, sondern aus der Notwendigkeit heraus. Der 30. Januar 2026 markiert den Tag, an dem die nächste Eskalationsstufe unserer Proteste erreicht wird.“

Falken-Ultras wollen Spielabbruch provozieren – mit Pfeifkonzert und Würfen aufs Eis

Und diese Eskalationsstufe zündeten die Heilbronner Anhänger zu Beginn des Schlussabschnitts gegen Stuttgart. Mit einem gellenden Pfeifkonzert sorgten die Ultras erst für eine Spielunterbrechung und dann dafür, dass sich die Spieler beider Mannschaften den Puck nur noch freundschaftlich gegenseitig zuschoben. Als sie merkten, dass dies noch nicht zum Erfolg führte, die Falken und die Rebels sogar versuchten, die Partie ordentlich zu Ende zu bringen, begannen sie, Gegenstände auf die Eisfläche zu werfen – darunter auch etliche Cent-Münzen.


Darauf verließen die Spieler beider Teams die Eisfläche – bis auf die Goalies, Franz Jokinen für die Falken und Nick Vieregge für die Rebels. Diese lieferten sich ein Penaltyschießen, was dazu führte, dass erst Vieregge (56. Minute) und dann Jokinen (57.) ein Tor erzielte. Die Uhr tickte dabei einfach herunter. Die weiteren Treffer erzielten für die Stuttgarter Jack Bloem (1./27.), Nico Geidl (3.), Florian Renner (8./21.) und Alex Blais (24.) sowie Thore Weyrauch (5.) für die Heilbronner.

Kritik an Verhalten von Falken-Fans: „Trauriger Tag für Heilbronner Profi-Eishockey“

Das Verhalten der „Fanszene Heilbronn“, die in den ersten 40 Minuten zwar auch die Mannschaft angefeuert, aber auch den geschäftsführenden Gesellschafter Franz Böllinger verbal und durch Banner beleidigt hat, hat auch viel Kritik in den Sozialen Medien hervorgerufen. „Heute war ein trauriger Tag fürs Heilbronner Profi-Eishockey. Ich wünsche keinen Mitarbeitern einer Firma, die Konkurs anmelden muss, dass sie von Kunden, Lieferanten, Nachbarn für ihre Arbeit, die sie in der Vergangenheit geleistet haben, ausgepfiffen werden. Das Verhalten war unprofessionell und schäbig“, schreibt ein User auf Facebook.

Ein anderer ergänzt: „Diese Fans in den schwarzen Jacken sind eine Zumutung für die richtigen Falken Fans und für die Mannschaft.“ „Es ist an Dummheit absolut nicht zu überbieten, wie sich sogenannte Fans verhalten. Der schwarze Kindergarten ist die größte Schande in unserem Eishockeysport“, äußert sich eine Userin.

„Ultras gehören zur Fankultur“ – Rückendeckung für versuchten Spielabbruch bei Heilbronner Falken

Die „Fanszene Heilbronn“ wird aber auch in Schutz genommen. „Wirklich beeindruckend, wie schnell manche zu Moralinstanzen werden. Eine Fanszene, die lange im Voraus ankündigt, dass am 30. Januar etwas passieren wird, falls weiterhin keine Stellungnahme kommt. Die Stellungnahme bleibt aus. Die angekündigte Aktion passiert. Und plötzlich: kollektive Überraschung“, schreibt eine Userin. „Besonders amüsant sind dabei jene, die sich heute als Hüter von Anstand und Sicherheit aufspielen – obwohl sie früher selbst alles andere als Engelchen im Stadion waren. Erinnerung ist offenbar selektiv, Empörung dafür umso lauter.“

Ein anderer springt ihr zur Seite: „Ich finde es erschreckend, wie hier mit den Ultras – und generell miteinander – umgegangen wird. Wer meint, über Ultras herzuziehen oder sie zu beleidigen, ist keinen Deut besser. Man muss nicht alles gutheißen, was Ultras tun – das tue ich selbst auch nicht. Aber ein Blick über den Tellerrand zeigt: Ultras gehören nun mal zur Fankultur dazu.“

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