Stürmer-Vergleich: Ist das Kanada-Duo besser als die schwedischen Zwillinge?
Zur Hauptrunden-Halbzeit in der Oberliga Süd bewegen sich Nolan Ritchie und Calder Anderson statistisch auf Augenhöhe mit den Libäck-Brüdern. Doch die Scorerpunkte sind nicht der alleinentscheidende Faktor.

An diesem Wochenende knacken die Heilbronner Falken die 50-Prozent-Marke. Mit den Saisonspielen 24 und 25 am Freitag (19.30 Uhr) bei den Tölzer Löwen und am Sonntag (18.30 Uhr) zu Hause gegen den Höchstadter EC ist die Hälfte der Oberliga-Süd-Hauptrunde absolviert. Grund genug mal zu überprüfen, ob das neue kanadische Sturmduo tatsächlich so gut ist wie die schwedischen Brüder in der vergangenen Saison. Haben es Nolan Ritchie und Calder Anderson also geschafft, Pontus und Linus Wernerson Libäck in Heilbronn vergessen zu machen?
Die Kanadier brauchten eine gewisse Eingewöhungszeit
Zu Saisonbeginn wurden aus Fankreisen immer mal wieder Stimmen laut, die den Abgang der Zwillinge als Fehler bezeichneten. Heilbronns Sportlicher Martin Jiranek betonte einige Male, dass den beiden Kanadiern Eingewöhungszeit zugestanden werden müsse. „Das sind zwei sehr junge Spieler, die noch viel in der Entwicklung sind. Zudem hatten beide in der Vorbereitung mit Verletzungen zu kämpfen. Dadurch dauerte es länger, um die Reihen einzuspielen.“ Der Altersunterschied zum Vorjahres-Sturmduo war ja schon bei der Verpflichtung augenfällig. Die Zwillinge sind inzwischen 33 Jahre alt, die beiden Kanadier jeweils 22 Jahre jung.

Die beiden Schweden beendeten die vergangene Hauptrunde mit 90 (Pontus) und 89 (Linus) Scorerpunkten bei jeweils 47 bestrittenen Partien. Die Kanadier stehen aktuell bei 35 (Ritchie) und 34 (Anderson), haben von den bislang 23 Partien aber nur 20 (Ritchie) beziehungsweise 18 (Anderson) bestritten. Im Durchschnitts-Scoring pro Spiel haben die Schweden daher die Nase einen Tick vorne. Gleiches gilt in Sachen Effektivität. Bei Pontus Wernerson Libäck landete vergangene Saison jeder fünfte Schuss im Netz. Die Kanadier brauchen ungefähr einen Schuss mehr für einen Torerfolg.
Nolan Ritchie hat bereits vier Mal ein enges Spiel entschieden
Ist damit die Ausgangsfrage also bereits beantwortet? Nicht unbedingt. Denn es gibt ja durchaus noch ein paar weitere wichtige Faktoren, die einen Spieler auszeichnen können. Interessant in dem Zusammenhang sind beispielsweise die „Game Winning Goals“, also die entscheidenden Treffer, die dem Team zu einem Sieg verholfen haben. Da stehen bei Ritchie bereits jetzt fünf auf dem Konto. Vier davon waren tatsächlich die Siegtreffer in engen Spielen wie zuletzt am Dienstag beim 4:3 in Peiting. Nur beim 5:2-Heimsieg gegen Peiting war es das im Nachhinein eher bedeutungslose 3:0. Die Schweden brachten es in der gesamten Hauptrunde 23/24 nur auf sechs spielentscheidende Treffer.
„Ich bin froh, dass wir die Kanadier haben und ich war vergangene Saison froh, dass wir die Schweden hatten.“
Frank Petrozza
Ein weiterer Aspekt betrifft die Strafzeiten. Pontus Wernerson Libäck war vergangene Saison unter den Top zehn der Strafbankkönige. Sein Zwillingsbruder saß zumindest jedes zweite Spiel mindestens einmal draußen. Von solchen Werten sind die Kanadier ein ganzes Stück entfernt. Richtie erhält beispielsweise nur jedes vierte Spiel eine Zwei-Minuten-Strafe.
Frank Petrozza hält das kanadische Duo für abgeklärter vor dem Tor
Falken-Trainer Frank Petrozza ist kein Freund solcher Vergleiche. „Ich bin froh, dass wir die Kanadier haben und ich war vergangene Saison froh, dass wir die Schweden hatten“, sagt der 54-Jährige. Schon die Spielweise beider Sturmduos sei völlig unterschiedlich. „Die Kanadier sind abgeklärter vor dem Tor“, lässt sich Petrozza doch eine vergleichende Aussage entlocken, obwohl sich dieser Eindruck bislang nicht in der Statistik niederschlägt.
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