Heilbronner Falken drehen nach schwachem Start noch das Spiel beim EC Peiting
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Es wird die erwartet schwere Partie in Peiting. Bei den Oberbayern können sich die Heilbronner Falken wieder auf ihr Powerplay und das Penalty-Killing verlassen.
Luis Ludin erzielt den 2:2-Ausgleichstreffer im Mittelabschnitt.
Foto: Berger, Mario
Falken-Trainer Frank Petrozza ist sich bereits vor der Abfahrt seines Teams zum Eishockey-Oberliga-Spiel beim EC Peiting sicher: „Das wird eine ganz schwere Partie. In Peiting ist es immer unangenehm zu spielen, der EC hat eine eingespielte Truppe.“ Deshalb hat er seine Mannen auch schon bei der Video-Analyse auf das Match eingeschworen, heiß gemacht und gefordert: „Wir müssen clever agieren, von der ersten Minute an hellwach sein – und vor allem diese leichtsinnigen Fehler vermeiden.“
Eine Hoffnung des Coaches erfüllt sich im Laufe des Tages. Die Jungadler Mannheim stellen Nikita Tschwanow ab. „Ich will in Peiting unbedingt mit vier Sturmreihen spielen. Das ist jetzt möglich.“ Dafür muss er in der Verteidigung improvisieren. Zum einen ist Benedikt Jiranek nach seiner zweiten großen Strafe vom Fight am Sonntag gegen Memmingen gesperrt, zum anderen fehlt Paul Mayer. Der Youngster ist am Montag mit der U20-Nationalmannschaft zur WM-Vorbereitung nach Kanada geflogen und wird den Falken voraussichtlich bis zum 5. Januar fehlen.
Heilbronner Falken kommen im ersten Drittel erst ganz zum Schluss in Schwung
Die Heilbronner Falken werden gleich eiskalt erwischt. Nach einer kurzen Abtastphase zu Beginn sind es die Hausherren, die die ersten Akzente setzen. Sie überbrücken schnell die neutrale Zone, ein kluger Pass, Direktabnahme, schon steht es 1:0. Nur weniges Sekunden später ist einzig Keeper Patrick Berger hellwach – und verhindert so das 2:0. Dann wird es noch prekärer. Mit Alec Zawatsky und Luis Ludin müssen dann gleich zwei Falken zeitgleich auf die Strafbank, aber mit viel Einsatz überstehen sie diese zwei Minuten unbeschadet.
„Wir müssen clever agieren, von der ersten Minute an hellwach sein."
Frank Petrozza
Es dauert bis zur neunten Minute, ehe die Heilbronner Falken den Peitinger Torhüter zum ersten Mal prüfen. Aber der hat bei freier Sicht keine Mühe mit dem Schuss. Nur Sekunden später steht es 2:0. Felix Brassard, Topscorer der Liga, lässt die Falken-Abwehr ganz alt aussehen. Nein, so hat sich Trainer Petrozza den Beginn dieses Spiels ganz sicher nicht vorgestellt. Die Defensivarbeit der Unterländer ist wirklich ausbaufähig, auch die Stürmer müssen besser nach hinten arbeiten.
Auch in der Folgezeit kommen die Heilbronner Falken nicht in Tritt. Vielleicht geht ja was im Powerplay? Die Pässe kommen nicht mit der nötigen Präzision für die Direktabnahme. Der Anschlusstreffer fällt dann überraschend in der 19. Minute. Ein verdeckter Schuss, den Rebound leitet Ludin ans lange Eck zu Zawatsky weiter, der den Puck nur über die Linie drücken muss. In der nachfolgenden Minute erarbeiten sich die Gäste dann mehr Chancen als im gesamten Drittel zusammen, es bleibt aber bei der Peitinger Führung.
Heilbronner Falken haben alles im Griff – und einen Blackout in letzter Minute
Keine Ahnung, was Trainer Frank Petrozza den Heilbronner Falken in der Halbzeit gesagt hat, auf jeden Fall kommen die Gäste mit deutlich mehr Druck aus der Kabine. Freddy Cabana scheitert nach einer Tic-Tac-Toe-Kombination über Robin Just und Lars Schiller noch an der Latte. Wenige Minuten später macht es Ludin mit einem Alleingang besser, netzt zum 2:2 ein. Dann Powerplay für die Heilbronner Falken. Nolan Ritchie verpasst erst das leere Tor, dann macht er es im Nachstochern besser, erzielt die erstmalige Führung für die Falken.
Auch im Anschluss haben die Heilbronner Falken hier alles im Griff. Sie setzen die Peitinger mit frühem Forechecking unter Druck, erzwingen Turnover, vergeben allerdings auch gute Einschuss-Chancen. Die Oberbayern kommen nicht mehr gefährlich vors Tor, bis die Falken mit ihren Leichtsinnsfehlern beginnen. Vincent Jiraneks Harakiri-Solo inklusive Puckverlust vor dem eigenen Tor bügelt Berger noch aus. Doch als Jan Pavlu in der letzten Minute den Puck hinter dem Tor vergisst, ist er machtlos. Wie im ersten Drittel ein Treffer aus dem Nichts. Doch dieses Mal für Peiting.
Heilbronner Falken machen mit Treffer Marke "Tor des Monats" den Deckel drauf
Im letzten Abschnitt sind es die Heilbronner Falken, die trotz des späten Gegentreffers mehr Spielanteile haben. Auch wenn sie nicht volles Risiko gehen, sind sie zielstrebiger. Und werden mit einem Treffer Marke "Tor des Monats" belohnt. Ritchie legt sich den Puck mit der Rückhand durch die beine hinter den Körper um von dort mit der Vorhand genau in den Winkel zu treffen. Als die Unterländer im Anschluss auch noch zwei Unterzahlsituationen unbeschadet überstehen, ist der Auswärtserfolg ganz nah.
Die Peitinger versuchen alles, um nochmals zum Ausgleich zu kommen. Man merkt den fünf Verteidigern der Heilbronner Falken die Belastung langsam an, die Schritte fallen schwerer, geistig sind sie auch nicht mehr die fittesten. Dadurch kommt es noch zu manch brenzliger Situation vor dem eigenen Gehäuse, doch Berger hält sich schadlos. Und als er 45 Sekunden vor dem Ende geschlagen ist, rettet für ihn die Latte. Nach dem erwartet schweren Spiel können die Falken einen 4:3-Auswärtssieg bejubeln.
"Wir haben keinen optimalen Start erwischt", erklärt Coach Frank Petrozza. "Aber wir haben mit dem Anschlusstreffer in die Partie gefunden. Für mich gab es zwei Schlüsselszene. Die Drei-gegen-fünf-Unterzahl im ersten und die beiden Unterzahlspiele im letzten Drittel, die wir ohne Gegentreffer überstanden haben." Sein Gegenüber John Sicinski erklärt: "Wir haben den Heilbronner Falken drei Geschenke verteilt, die sie eiskalt angenommen haben."
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