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Heilbronner Falken siegen gegen Selber Wölfe

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Obwohl nur mit 14 Feldspielern ins Fichtelgebirge gereist, gewinnen die Heilbronner Falken bei den Selber Wölfen mit 2:1. Die bereits verabschiedeten Thore Weyrauch, Niklas Jentsch, Leon Fern und Lars Schiller fehlen.

Luis Ludin (rechts) - hier gegen Kende Kassay-Kezi - brachte die Heilbronner Falken mit 1:0 in Führung.
Luis Ludin (rechts) - hier gegen Kende Kassay-Kezi - brachte die Heilbronner Falken mit 1:0 in Führung.  Foto: Archiv/Marc Schmerbeck

Zwar haben beim Gastspiel der Heilbronner Falken bei den Selber Wölfen neben Marvin Drothen auch die bereits verabschiedeten Thore Weyrauch, der zu den Wölfen Freiburg in die Deutsche Eishockey Liga 2 (DEL2) wechselt, Niklas Jentsch, Leon Fern, der am Abend als Zugang der Memmingen Indians vermeldet wurde, und Lars Schiller gefehlt. Trotz der dünnen Personaldecke hat der Unterländer Eishockey-Drittligist drei Punkte erkämpft. Die Falken gewannen im Fichtelgebirge mit 2:1 (0:0, 1:0, 1:1).

"Letzter Tanz" der Heilbronner Falken: Mannschaft mit weniger Spielern in Selb

„Unsere Mission war: der letzte Tanz. Und die haben wir erfüllt“, berichtet Falken-Trainer Niko Eronen. Neben Weyrauch, Jentsch, Fern und Schiller verließen die Heilbronner wegen der Insolvenz nach der Partie in Selb auch Patrick Berger, Nolan Ritchie, Calder Anderson und Jeroen Plauschin.

Es war das Duell zweier Mannschaften, die gerade in Aufruhr sind. Die Falken mussten die Insolvenz und den damit verbundenen personellen Aderlass schlucken. Bei den Selbern wurde am Samstagvormittag Trainer Felix Schütz freigestellt. Für die Playoffs „neue Impulse setzen“, lautete die Begründung von Vereinsseite. Für ihn übernahm dessen bisheriger Assistent Josef Huber interimsweise.

Von einer wirklichen Reaktion auf die 4:9-Niederlage in Peiting am Freitag war bei den Selbern aber nichts zu sehen. Die Heilbronner machten es gut, verteidigten kompromisslos und hatten auch immer wieder gute Ansätze in der Offensive. Die besseren Möglichkeiten verbuchten im torlosen ersten Drittel allerdings die Porzellanstädter, auch wenn der Puck ein Mal bei ihnen im Netz zappelte. Das vermeintliche Tor von Anderson wurde aber wegen einer Abseitsstellung aberkannt (13. Minute). 

Bärenstarker Jokinen hält seinen Kasten mehr als 40 Minuten sauber

Den Heilbronner Treffer holte Luis Ludin nach 24 Minuten nach. Bei einem Konter wurde er mustergültig von Gunars Skvorcovs bedient und jagte den Puck per Direktabnahme in den Kasten. Mit zunehmender Spieldauer wurden aber die Wölfe immer stärker. Dass sie zu keinen Toren kamen lag auch an Franz Jokinen. Der Falken-Goalie hielt bärenstark - unter anderem entschärfte er einen Schuss von Maximilian Gläßl und parierte auch den Nachschuss von Lois Spitzner (40.). Das würdigten auch die Falken-Spieler, die sich schon zu Beginn der Drittelpause bei Jokinen bedankten.

Im Schlussabschnitt musste der 20-jährige Deutsch-Finne dann aber doch einen Treffer hinnehmen. Zwar verteidigten die Falken Niko Lahtinen im Getümmel vor Jokinens Tor noch gut. Doch Corey Mapes legte die Scheibe beim Versuch, diese zu klären, Dominik Müller auf, der dem Heilbronner Schlussmann keine Chance ließ (47.).

Kampfeinlage zwischen Anderson und Rubin sorgt für Emotionen

Hitzig wurde es in der 49. Minute, als Philip Rubin Ritchie mit der Schulter in der Zone der Gäste im Gesicht traf, der sofort zu Boden ging. Anderson machte dem Selber direkt mit Fäusten klar, was er davon hält, dass dieser seinen besten Kumpel womöglich verletzt hat. Die Schiedsrichter quittierten Rubins Einsatz nach Studium der Videobilder mit einer Fünf-Minuten- plus Spieldauerstrafe wegen Checks gegen Kopf und Nacken. Entwarnung aber bei Ritchie. Der 23-jährige Kanadier konnte weiterspielen und traf in der Überzahl direkt zum 2:1 (51.).

Diesen Vorsprung brachten die Falken mit vereinten Kräften über die Zeit - auch, als die Wölfe ihren Goalie Michel Weidkamp knapp 90 Sekunden vor dem Ende für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahmen.

Beide Coaches mit zweitem Drittel unzufrieden

„Das erste Drittel war okay, auch wenn wir unsere Angriffe nicht so gut ausspielten wie die Selber“, analysiert Falken-Trainer Eronen. „Der zweite Abschnitt war aber vogelwild. Wir haben uns auf der Bank fragend angeschaut, was denn gerade los ist - bei beiden Mannschaften. Erst im dritten Drittel fanden wir unseren Rhythmus zurück. Und Franz war sehr solide im Kasten.“ Auch sein Gegenüber war vor allem mit dem Mittelabschnitt unzufrieden. „Ich habe schon während des zweiten Drittels den Jungs gesagt, dass wir keine Hail Mary brauchen“, erklärt Huber. Mit Hail Mary ist im American Football mit Ablauf der Spielzeit ein Verzweiflungspass über das gesamte Spielfeld gemeint.

Tor: Jokinen, Berger; Abwehr: Mapes - Plauschin, Berry - Krenzlin, Schams; Angriff: Anderson - Wagner - Ritchie, Fabian - Cabana - Just, Skvorcovs - Ludin - Hon.

Tore: 0:1 Ludin (24.), 1:1 Müller (47.), 1:2 Ritchie (51./Überzahl).

Schiedsrichter: Jens Steinecke, Thomas Kalnik.

Zeitstrafen: 36/8.

Zuschauer: 1734.

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