„Positives Gefühl“ – wie der Falken-Trainer auf die neue Saison blickt
Spieler und Trainer des Eishockey-Oberligisten Heilbronner Falken richten sich in der Region ein. Der Trikotsponsor zeigt sich erleichtert nach dem Lizenz-Theater.
Erleichterung. Wenngleich keine Euphorie. Die Nachricht, dass die Heilbronner Falken vom Spielgericht des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) unter strengen Auflagen doch noch die Lizenz für die Oberliga-Saison erhalten, freut Christian Hörtkorn.
„Es ist toll, dass sie es noch hinbekommen haben“, sagt der Trikotsponsor des publikumsträchtigsten Vereins in Heilbronn. „Aber diese Aufregung braucht kein Mensch nochmal.“
Nach dreimonatiger Sommerpause wird es für Heilbronner Falken wieder ernst
Den geschäftsführenden Gesellschafter der Hörtkorn Unternehmensgruppe freut insbesondere, dass „die Spieler Ruhe bewahrt und nun Klarheit haben. Für mich ist Martin Jiranek der wichtigste Mann“, sagt der Eishockey-Freund Christian Hörtkorn, „er braucht ja auch Sicherheit.“ Diese gibt es nach den bangen Tagen um die Zukunft des Profi-Eishockeys nun mit dem Urteil – trotz der sechs Punkte Abzug zum Abschluss der Hauptrunde.
„Ich bin mir ganz sicher, dass das Team auf dem Eis das wettmacht und alles dafür geben wird, dass diese sechs Punkte dann keine Relevanz haben werden“, erklärt Franz Böllinger. Der geschäftsführende Gesellschafter der Falken hatte für Mittwochabend die Sponsoren des Oberligisten eingeladen. Doch das Treffen ist kurzfristig abgesagt worden – das Interesse war zu gering.
Mehr los wird hingegen bald auf der Eisfläche sein. Nach der mehr als dreimonatigen Sommerpause werden die Spieler und der neue Trainer Niko Eronen in Heilbronn erwartet. Am 1. August wird der Erste der auswärtigen Akteure – Freddy Cabana, Corey Mapes und Robin Just wohnen mit ihren Familien im Unterland – sein neues Zuhause beziehen. Nach und nach trudeln dann auch die Anderen ein. Am 15. und 16. August stehen Leistungstests an. Zur ersten offiziellen Eis-Einheit bittet der Finne Eronen, der in der zweiten August-Woche nach Heilbronn ziehen wird, dann am Sonntag, 17. August.
Heilbronner Falken erhalten Oberliga-Lizenz unter Auflagen: Trainer Niko Eronen hat viel Arbeit vor sich
In den Tagen davor hat Niko Eronen allerdings schon viel Arbeit. „Ich möchte mich noch vor dem ersten Training mit den Spielern einzeln zusammensetzen, um mit ihnen über ihre Pläne für die Saison und ihre persönliche Situation zu sprechen. Da bietet sich auch die Gelegenheit, ihnen meine Philosophie zu erklären“, berichtet der 36-Jährige. „Bisher habe ich zwar schon mit jedem telefoniert, da ging es aber weniger um die anstehende Saison.“
Wichtig ist allerdings auch, sich erstmal einzurichten. „Das muss alles erledigt sein, damit ich darauf keine Zeit mehr verschwenden muss, wenn die Vorbereitung angefangen hat“, erzählt Eronen. Aktuell suchen seine Frau und er noch einen Schulplatz für den sechsjährigen Leon.
Der erste Test steht am 23. August gegen Weiden an
Und dann geht es Schlag auf Schlag. Nur sieben Tage nach dem ersten offiziellen Eistraining steht am 23. August (18.30 Uhr) der erste Test beim DEL2-Vertreter Blue Devils Weiden an. „Bis dahin müssen wir uns natürlich ein paar Grundstrukturen erarbeitet haben“, berichtet Eronen. „Aber in der Regel lasse ich den Spielern in den ersten paar Vorbereitungspartien noch viele Freiheiten, damit man wirklich sehen kann, was sie draufhaben, wie sie spielen und wie sie auf manche Situationen reagieren.“
„Ich habe mir keine Sorgen gemacht, aber Gedanken natürlich schon.“
Niko Eronen
Außerdem bräuchten die Spieler nach der langen Pause auch ein bisschen Zeit, um sich wieder daran zu gewöhnen, auf Schlittschuhen zu stehen – sowohl körperlich als auch mental. Und das, obwohl die Falken die Möglichkeit haben, bereits vor der ersten offiziellen Einheit individuell auf der Eisfläche zu trainieren. Die Eismaschine im Stadion am Europaplatz ist an diesem Dienstag angeworfen worden. Spätestens vom 5. August an kann sie dann auch genutzt werden.
Sommerpause in Finnland: Trainer Eronen genießt Freizeit mit Familie und Sport
Bis zum Umzug ins Schwabenland lässt Niko Eronen aber noch die Seele baumeln. Er hat sich eine mehrmonatige Auszeit genommen. „Der Sommer ist nun auch endlich in Finnland angekommen. Seit ein paar Wochen sind die Temperaturen auf etwa 30 Grad Celsius gestiegen. Ich spiele viel Golf oder Paddle-Tennis oder verbringe Zeit mit meinem Sohn. Er hat im vergangenen Jahr mit Eishockey begonnen, ist gerade aber von Tennis begeistert“, erzählt der 36-Jährige.
Dass er bei den Falken einen Vertrag unterschrieben hat, hat er noch nicht bereut. „Ich hatte die ganze Zeit ein positives Gefühl, dass alles gut ausgeht. Ich habe mir keine Sorgen gemacht, aber Gedanken natürlich schon“, erklärt Eronen.
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