Erst mühsam, dann erfolgreich: Heilbronner Falken bezwingen Passau
Ein Treffer von Routinier Robin Just bringt die Falken im Schlussdrittel in die Erfolgsspur. Durch einen 4:1-Sieg gegen Oberliga-Kellerkind Passau baut das Team von Frank Petrozza seinen Erfolgslauf aus.

Am Ende eines eher zähen Abends war es die Erfahrung von über 1000 Spielen als Profi, die den Heilbronner Falken am Freitagabend zu einem Arbeitssieg verhalf. Mit aller Routine traf Robin Just gegen die Passau Black Hawks relativ spät zur Führung der Unterländer, die zuvor die Lücke nicht gefunden hatten. So stand am Ende gegen den Tabellenvorletzten der Oberliga ein mühsam erkämpfter 4:1 (0:1, 1:0, 3:0)-Erfolg, es war zugleich der 13. Sieg im 14. Spiel in Folge für Heilbronn. "Es war ein hartes Stück Arbeit, wir wollten manchmal zu viel", sagte Trainer Frank Petrozza. "Aber am Ende sind drei Punkte drei Punkte."
Tabellenplatz hin oder her: Petrozza hatte seine Mannschaft gewarnt vor dem Vorletzten. "Je länger wir sie im Spiel lassen, desto mehr Selbstvertrauen kriegen sie", sagte der Falken-Trainer. Die Vorgabe ans Team lautete daher: "Gleich am Anfang das Momentum gewinnen." Ein einfacher, guter Plan. Nur: Es kam anders. Zwar entwickelten die Starting Six der Falken gleich ordentlich Zug zum Tor. Aber kaum hatte Passau die Scheibe, stand es auch schon 0:1. Nach nur 37 Sekunden.
Langsam, einfallslos, Zufälle: Falken tun sich zu Beginn schwer
Die Gäste spielten schnell nach vorne und plötzlich hatte der in der Mitte freigespielte Marc Zajic freie Schussbahn. Sein Schuss aber war trotzdem haltbar, zumal Patrick Berger im Tor freie Sicht hatte und die Scheibe auf seiner Fanghandseite einschlug. Nun hatten die Falken also die Situation, vor der Petrozza gewarnt hatte. Das Gegentor hatte durchaus Wirkung: Die Unterländer hatten in der Folge zwar weiter mehr vom Spiel. Aber es haperte gewaltig im Spielaufbau. Vieles basierte auf Zufall, die Angriffe waren zumindest in den ersten zehn Minuten durchsichtig, wenn nicht gar einfallslos. Und langsam vorgetragen.
Das machte es den Niederbayern leichter. Die waren ohnehin auf das Verteidigen eingestellt, machten es gut und setzten nach vorne regelmäßig kleinere Nadelstiche. Erst Mitte des Drittels wurden die Falken auch spielerisch besser und erarbeitenen sich ein kleines Chancenplus. Allerdings gelang kein Tor. Oula Usku verpasste in Überzahl frei vor dem leeren Tor (11.) und auch beim bis dato besten Angriff scheiterte der Finne (15.). Thomas Supis traf nur den Außenpfosten (16.). "Uns hat ein bisschen die Bissgkeit gefehlt"; sagte Petrozza.
Gäste aus Passau verlangen Schlussmann Berger alles ab
Immerhin: Rückstände sind nicht neu für die Falken, die in den beiden vergangenen Partien immer mit 0:1 zurückgelegen hatten; und am Ende doch gewannen. Aber es sollte diesmal zäh werden. Die Falken blieben die aktivere Mannschaft und erspielten sich ihre Chancen - aber je länger es beim 0:1 blieb, desto selbstbewusster wurden auch die Gäste. Die schien auch der Ausgleich, der dann doch fiel, nicht zu schocken.
Uski mit seiner dritten Großchance besorgte das 1:1, als er einen Abpraller wuchtig versenkte. Aber eine Erlösung oder gar die Wende bedeutete der Treffer lange nicht. In der Folge war die Partie ausgeglichener denn je, geradezu unterhaltsam. Die Niederbayern tauchten immer wieder gefährlich vor dem Falken-Tor auf - und zwangen Berger zu Bestleistungen. "So ein Spiel musst du in Heilbronn erst einmal abliefern. Ich kann nur den Hut vor meiner Mannschaft ziehen", sagte Passaus Trainer Thomas Vogl.
Robin Just findet die entscheidende Lücke
Allerdings mussten sich die Gastgeber die Frage gefallen lassen, wie viele Chancen sie noch für ein zweites Tor haben wollten. Linus Wernerson Libäck mit einem Alleingang in Unterzahl (28.), Sam Verelst (34.) oder auch Niklas Jentsch mit einer Doppelchance gegen den kurzzeitig stocklosen Jakub Urbisch (36.) hätten alle locker die Führung besorgen können. Und selbst in Überzahl klappte nicht viel: Die Falken suchten zwar geduldig eine Lücke - fanden aber keine. Schwierig. Hatte der Trainer nicht genau davor gewarnt?
Aber noch standen ja 20 Minuten aus. Die begannen, wie die 20 davor aufgehört hatten: Oula Uski verfehlte das leere Tor (41.). Als die Gäste kurz darauf erst an Berger scheiterten, war allen bewusst, dass die Partie auch verloren gehen kann. Umso größer war der Jubel, als Routinier Robin Just in der 54. Minute endlich die Lücke fand. Über links in Szene gesetzt, schob der Routinier die Scheibe überlegt zum 2:1 ein (46.). Linus Wernerson Libäck machte mit dem 3:1 alles klar (54.), ehe Just zum 4:1 ins leere Tor traf.
Tor: Berger, Kapteinat. Abwehr: Mapes - Krenzlin, Pavlu - Supis, Brunner - Kuschel, Müller. Angriff: Linus Wernerson Libäck - Uski - Pontus Wernerson Libäck, Verelst - Just - Jentsch, Tschwanow - V. Jiranek - Dell.
Tore: 0:1 (1.) Zajic, 1:1 (26.) Uski, 2:1 (46.) Just, 3:1 (54.) L. Wernerson Libäck, 4:1 (60.) Just.
Strafminuten: 2/10.
Schiedsrichter: Vanessa Anselm/Sven Krumpholz.
Zuschauer: 1695.
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