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Lindau-Syndrom: Heilbronner Falken verspielen schon wieder einen fast sicheren Sieg 

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Die Heilbronner Falken drehen einen 0:2-Rückstand beim EV Füssen in eine 4:2-Führung und geben diesen Vorsprung innerhalb von einer Minute aus der Hand. Erste Niederlage im sechsten Duell mit dem Underdog.

Freddy Cabana (vorne hatte auch nicht seinen besten Tag, traf zwar zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung, verschuldete aber das 0:2.
Freddy Cabana (vorne hatte auch nicht seinen besten Tag, traf zwar zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung, verschuldete aber das 0:2.  Foto: Archiv/Thorwartl

Die Heilbronner Falken haben es tatsächlich geschafft: im sechsten Duell mit dem EV Füssen seit dem Abstieg in die Oberliga Süd hat das Team von Frank Petrozza erstmals verloren. Die 4:6 (1:2, 3:0, 0:4)-Niederlage am Freitagabend hatten sich die Unterländer allerdings ganz allein selbst zuzuschreiben. Ohne jede Not gaben die Falken eine 4:2-Führung nach zwei Dritteln innerhalb einer Minute aus der Hand.  „Ich bin sehr enttäuscht“, sagte Trainer Frank Petrozza hinterher. „Wir haben nicht zum ersten Mal unsere Defensivarbeit vergessen. Ich hoffe nur, dass es zum letzten Mal passiert ist.“ 

Heilbronner Falken liegen bereits nach fünf Minuten 0:2 zurück 

Die Falken legten stark los, deckten Füssens Goalie Benedikt Hötzinger gleich mal ordentlich mit Schüssen ein. Doch das erste Tor fiel nach 88 Sekunden auf der anderen Seite. Mit einer starken Einzelaktion ließ Willam Jerry Heilbronns Keeper Luca Ganz keine Abwehrchance und traf zur 1:0-Führung. Eine kalte Dusche für die Gäste. Es sollte aber noch schlimmer kommen. In Unterzahl nach einer Strafe gegen Calder Anderson hatte Freddy Cabana die Scheibe schon gewonnen, ließ sie sich aber von Ondrej Zelenka stibitzen, der Nikita Naumann zum 2:0 bediente (5. Minute).

Damit waren die Falken fürs erste ebenfalls bedient. In eigener Überzahl gelang danach wenig. Erst eine Einzelaktion von Nolan Ritchie, der sich stark an der Bande durchsetzte, brachte die Heilbronner zurück ins Spiel und selbst auf die Anzeigetafel. Allein vor Hötzinger blieb der junge Kanadier gewohnt eiskalt und verkürzte zum 1:2 (12.). Noch im ersten Spielabschnitt hatte Robin Just mit einem Penaltyshot die große Gelegenheit zum Ausgleich, doch er drosch die Scheibe übers Tor (19.). Zuvor war der Falken-Stürmer von Füssens Fabian Nifosi allein auf dem Weg zum Tor mit dem Schläger von den Beinen geholt worden.

Nach dem ersten Drittel ist Kapitän Freddy Cabana noch ganz entspannt 

„Wir haben ein paar Fehler in der defensiven Zone gemacht und sind gleich bestraft worden“, sagte Cabana in der Pause bei SpradeTV und meinte natürlich nicht zuletzt sich selbst. Der Falken-Kapitän dampfte zwar ohne Helm auf dem Kopf, war emotional aber völlig entspannt. Vermutlich ahnte der 38-Jährige, dass sein Team sich im Mitteldrittel steigern würde.

Mit Wiederbeginn dominierten die Gäste jedenfalls das Spiel. Die Füssener mussten oft zu unfairen Mitteln greifen, um die Falken zu stoppen und wanderten dementsprechend regelmäßig auf die Strafbank. In Überzahl glich zunächst Thomas Supis mit einer seiner gefürchteten Direktabnahmen zum 2:2 aus (26.). Im nächsten Powerplay fälschte Cabana einen Schuss von Niklas Jentsch zur ersten Führung der Heilbronner ins Tor ab (32.). 57 Sekunden späte legte Anderson mit einem platzierten Schuss durch die Hötzingers Hosenträger das 4:2 nach (33.).

Innerhalb von 41 Sekunden gleicht Füssen den 2:4-Rückstand aus 

Doch die Falken verlängerten die zweite Pause – zumindest im Geiste – um mindestens 60 Sekunden. In der ersten Minute des Schlussabschnitts waren die Gäste jedenfalls nur physisch anwesend. Zwölf Sekunden dauert es, ehe Bence Farkas auf 3:4 verkürzte (41.). Dabei war der 18-Jährige ebenso frei wie 41 Sekunden später Tobias Baader, der zum 4:4 ausglich (41.).

Die Heilbronner litten offenbar wieder am Lindau-Syndrom, als sie Mitte November am Bodensee in den letzten 20 Minuten eine 6:3-Führung aus der Hand gaben. Dass die Partie nach diesem Doppelschlag erst einmal sehr zerfahren weiterging war für die Falken eine gute Nachricht. Eine doppelte Überzahl wäre in der 45. Minute die perfekte Gelegenheit gewesen, um sich die Führung zurückzuholen, doch ein Stockschlag von Cabana machte diesen Vorteil schnell wieder zunichte.

Das gab den angestachelten Gastgebern weiteren Auftrieb und in der 53. Minute war es dann soweit: Farkas allein auf weiter Flur ließ Ganz aussteigen und brachte sein Team mit 5:4 in Front. Jerry setzte mit einem Schuss ins leere Tor den Schlusspunkt zum 6:4-Endstand.

Tor: Ganz, Berger; Abwehr: Pavlu - Supis, Mapes - B. Jiranek, Krenzlin - Schiller, Mayer; Angriff: Just - Cabana - Jentsch, Ritchie - Weyrauch - Anderson, Ludin - Hon - Zawatsky, Nix - V. Jiranek.

Tore: 1:0 (2.) Jerry, 2:0 (5.) Naumann, 2:1 (12.) Ritchie, 2:2 (26.) Supis, 2:3 (32.) Cabana, 2:4 (33.) Anderson, 3:4 (41.) Farkas, 4:4 (41.) Baader, 5:4 (53.) Farkas, 6:4 (60.) Jerry.

Schiedsrichter: Marius Wölzmüller, Thomas Weger.

Strafminuten: 18/8.

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