Schlussdrittel kostet Heilbronner Falken den Sieg – "Haben Eishockeyspielen eingestellt"
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Die Heilbronner Falken verspielen bei den Lindau Islanders in den letzten 20 Minuten eine 6:3-Führung. „Ich weiß nicht, was los war“, ärgert sich Trainer Frank Petrozza.
Falken-Goalie Luca Ganz bekam in Lindau sieben Tore eingeschenkt, vier davon im Schlussdrittel.
Foto: Mario Berger
Zwei Drittel hatten die Heilbronner Falken am Sonntag alles im Griff, steuerten bei den Lindau Islanders bereits auf die Zielgerade für ein perfektes Sechs-Punkte-Wochenende. Doch in den letzten 20 Minuten gaben die Gäste ohne jede Not eine 6:3-Führung aus der Hand und verloren noch mit 6:7 (3:2, 3:1, 0:4). „Ich weiß nicht, was im Schlussdrittel los war“, rätselte Trainer Frank Petrozza.
Die Konsequenzen aus dem teuer bezahlten 7:6-Derbysieg vom Freitagabend ließen sich in der Aufstellung der Gäste ablesen. Neben dem Langzeitverletzten Brett Ouderkirk fehlten auch Kapitän Freddy Cabana, Calder Anderson und Corey Mapes. Exakt sechs Verteidiger und neun Stürmer brachten die Heilbronner immerhin noch mit an den Bodensee. Das Tor hütete Luca Ganz.
Heilbronner Falken bei den Lindau Islanders: Frühe 2:0-Führung durch Jentsch und Just
Zunächst stand aber dessen Pendant Dieter Geidl im Lindauer Kasten unter frühem Beschuss. Bereits in der vierten Minute nahmen Niklas Jentsch und Robin Just die Steilvorlage von Islanders-Verteidiger Eric Bergen dankend zur 1:0-Führung an. Im ersten Überzahlspiel blieben die Gäste weiterhin gnadenlos effektiv. Dieses Mal bediente Just den Kollegen Jentsch, der per Direktabnahme zum 2:0 traf (7.).
Die Falken hätten schon früh sämtliche Fragen klären können, erlaubten sich allerdings zu viele Nachlässigkeiten in der Defensive. Einen von Youngster Paul Mayer verdaddelten Puck nutzten Zan Jezovsek und Marcus Marsall im Zusammenspiel zum 1:2-Anschlusstreffer (9.). Dank gütiger Mithilfe von Lindaus Goalie Geidl stellte Jentsch den Zwei-Tore-Abstand aber schnell wieder her (13.). Die Effektivität der Falken blieb enorm hoch, das defensive Laissez-faire bekamen die Gäste aber nicht abgestellt. Ganz ließ zudem zu viele Scheiben prallen, wodurch immer wieder gefährliche Situationen entstanden. Die Strafe folgte Sekundenbruchteile vor der Drittelsirene durch den 2:3-Anschlusstreffer von Fabian Baßler (20.). „Ich fand, der Treffer fiel zu spät“, sagte Petrozza. Die Referees sahen es anders.
Nach dem 6:2 von Thore Weyrauch scheint die Partie gelaufen
In der Kabine fand Petrozza offenbar die richtigen Worte. Denn mit Wiederbeginn waren die Falken nicht nur weiterhin effektiv nach vorne, sondern auch konzentriert nach hinten. Vom Anfangsbully weg setzten sie die Islanders unter Druck, dank des guten Forecheckings der Falken kamen die kaum noch kontrolliert aus dem eigenen Drittel. Folgerichtig fielen die Treffer: Nach Traumpass von Lars Schiller ließ sich Luis Ludin allein vor Geidl das 4:2 nicht nehmen (27.). Keine zwei Minuten später drückte Alec Zawatsky einen Abpraller zum 5:2 über die Linie (29.). Ebenso fiel das 6:2 von Thore Weyrauch (36.). Daraufhin erlöste Islanders-Coach Michael Baindl den bedauernswerten Geidl und stellte Tommi Steffen zwischen die Pfosten.
Einziger kleiner Wermutstropfen des zweiten Spielabschnitts war das Überzahltor von Damian Schneider zum 3:6 für die Gäste (39.). Wieder hatte Ganz eine Scheibe nicht festgehalten.
Drei Gegentore innerhalb von 210 Sekunden
Es darf bezweifelt werden, dass Petrozza seinen Mannen in der Kabine gesagt hat, dass sie das Eishockeyspielen fortan einstellen sollen. Allerdings war es exakt das, was die Falken taten. Es dauerte nach Wiederbeginn nur 210 Sekunden, ehe es in der BPM-Arena 6:6 stand. Zwei Mal Jezovsek, einmal Andreas Farny waren im Minutentakt die Torschützen für die Islanders. Petrozza nahm eine Auszeit, es änderte sich aber nichts am hanebüchenen Auftritt seiner Mannschaft. Einige Male rettete Goalie Ganz das Unentschieden, der ansonsten aber auch nicht seinen besten Tag erwischt hatte. "Wir haben das Eishockeyspielen eingestellt", ärgerte sich Petrozza.
Nach einer Strafe gegen Thomas Supis war es schließlich Steffen Tölzer, der die Islanders in Überzahl mit seinem 7:6 erstmals in Führung brachte (53.). Die Falken flatterten konfus noch ein bisschen übers Eis, aber es blieb dabei. Unnötiger kann man ein Spiel wohl kaum verlieren.
Tor: Ganz, Berger; Abwehr: Mayer - B. Jiranek, Pavlu - Supis, Krenzlin - Schiller; Angriff: Ritchie - Weyrauch - Zawatsky, Just - Hon - Jentsch, Ludin - V. Jiranek - Nix.
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