Irrwitziges Derby zwischen den Falken und den Steelers
Die Heilbronner Falken haben nach Sieg gegen die Bietigheim Steelers allen Grund zum Feiern. Allerdings scheint die Verletzung bei Frederik Cabana schwerer zu sein. Dagegen gibt es leichte Entwarnung bei Calder Anderson.

Auf einer Ehrenrunde ließen sich die Spieler der Heilbronner Falken minutenlang nach dem 7:6-Sieg im Oberliga-Derby gegen die Bietigheim Steelers von ihren Fans feiern. „Ein, zwei Bier haben sich die Jungs verdient – genauso wie ich. Es gibt nichts Schöneres, als ein Derby zu gewinnen“, berichtet Falken-Trainer Frank Petrozza nach der Partie. Ausgeufert ist es allerdings nicht. Denn die Heilbronner müssen bereits an diesem Sonntag (18 Uhr) in Lindau zum nächsten Ligaspiel ran. Dass seine Spieler es nicht schaffen, den Fokus auf den nächsten Gegner, die Islanders, zu legen, das glaubt der Falken-Coach nicht. „Unsere Mentalität ist seit dem ersten Tag der Vorbereitung an: nicht überschwänglich werden, sich aber auch nicht runterziehen lassen. Wir haben am Samstag über das Bietigheim-Spiel geredet, es direkt abgehakt und uns dann auf den nächsten Gegner konzentriert“, erklärt Petrozza.
Einsatz, Emotionen, Tore
Davor sahen die knapp 3500 Zuschauer in der ausverkauften Eishalle am Europaplatz ein Derby, das alles bot – Einsatz, Emotionen und jede Menge Tore. Das Momentum hatten dabei mal die Falken, mal die Steelers auf ihrer Seite. Nach dem Rückstand durch Christoph Kiefersauer (8. Minute) drehten Niklas Jentsch (14.) und Nolan Ritchie (14.) per Hacke – das Tor hatte auch nach Videoüberprüfung Bestand – die Partie ein erstes Mal.
Auch der Ausgleich durch Sören Sturm brachte die Heilbronner nicht aus der Spur. Robin Just (24.) und Manuel Nix (27.) brachten die Falken mit 4:2 in Front. Doch nun schwang das Pendel wieder zu Gunsten der Steelers aus. Tamas Kanya (38.) und Tyler McNeely (29.) glichen zunächst wieder aus. Marek Racuk unter Mithilfe von Goalie Berger (35.), der den Schuss durch die Fanghand rutschen ließ, sowie erneut McNeely sorgten für die 6:4-Führung der Steelers.
Vertrauen in Goalie Berger trotz vier Gegentoren in sechs Minuten
Petrozza sah aber keinen Anlass, seinen Schlussmann nach vier Gegentoren innerhalb von sechs Minuten vom Eis zu nehmen. „Sicherlich hatte ich ganz kurz überlegt, ihn runterzunehmen. Aber er hat uns schon oft unseren Allerwertesten gerettet“, berichtet der Falken-Coach. „Ich wollte ,Bergi’ zeigen, dass wir hinter ihm stehen.“Und der Schlussmann zahlte das in ihn gesetzte Vertrauen im weiteren Spielverlauf zurück, holte das eine oder andere Mal die Kohlen aus dem Feuer und ließ kein weiteres Gegentor mehr zu. Stattdessen kamen die Falken wieder zurück. Erst Nix (38.) und 27 Sekunden später Thore Weyrauch (39.) glichen zum 6:6 aus. „Es ist egal, ob wir mit zwei Toren vorne oder hinten liegen. Wir marschieren immer weiter und kämpfen“, berichtet Petrozza. Ritchie sorgte schon in der 43. Minute mit dem 7:6 für die Entscheidung. „Es war dann ein Kampf bis zum Ende. Wir haben uns in Schüsse reingeworfen, haben Bullys gewonnen – jeder hat seinen Teil zum Erfolg beigetragen“, lobt Petrozza.
Den Heimsieg haben sich die Falken aber teuer erkauft. Schon im ersten Drittel verließ Topscorer Calder Anderson nach einem Bodycheck das Eis und kehrte nicht mehr zurück. „Er hat eine Prellung im Rippenbereich und starke Schmerzen“, berichtet Martin Jiranek, der Sportliche Leiter. „Es besteht aber eine kleine Chance, dass er am Dienstag im Heimspiel gegen Passau wieder dabei sein wird.“ Und auch Frederik Cabana, der wochenlang von einem Virus außer Gefecht gesetzt worden war, ist schon wieder draußen. „Er hat eine Schulterverletzung“, sagt Martin Jiranek. „Was genau, das muss ein MRT zeigen.“
Spieldauerdisziplinarstrafen gegen ein Falken-Duo
Mit Ende des zweiten Drittels verloren die Falken auch noch Corey Mapes durch eine Spieldauerstrafe. Nachdem sich Benedikt Jiranek und Sturm an der Mittellinie geprügelt hatten, gerieten Mapes und Racuk auf dem Weg in die Kabinen aneinander. „Racuk stand mit erhobener Faust vor Corey und traf sowohl ihn als auch mich, als ich mit den Schiedsrichtern sprechen wollte“, erzählt Martin Jiranek. „Ich habe ihn zurückgestoßen, habe Rot gesehen.“ Neben Mapes wurde auch der Sportliche Leiter mit einer Spieldauerstrafe belegt. Was die Konsequenzen für die beiden sind? Keine Ahnung, erklärt Martin Jiranek und ergänzt: „Man muss abwarten, was die Liga daraus macht.“
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