Heilbronner Falken und HEC schließen neuen Kooperationsvertrag
Von einem Streit zwischen den Heilbronner Falken und dem HEC ist keine Rede mehr. Die Falken äußern sich aber einmal mehr nicht auf Rückfragen.

Advent ist die Zeit der Besinnung. In der Vorweihnachtszeit haben es jetzt sogar die sich seit Monaten kabbelnden Heilbronner Falken und der Heilbronner EC geschafft, Frieden zu schließen. Sprich: Am Donnerstag gaben GmbH und Stammverein in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt, dass der seit 2004 bestehende Kooperationsvertrag für die bereits laufende Spielzeit 2023/24 verlängert wurde. Halleluja!
Falken-Gesellschafter sprechen nur im Chor
"Wir freuen uns, dass wir die Kooperation mit dem HEC fortsetzen können. Uns eint die Vision, das Eishockey in Heilbronn und in der Region weiterzuentwickeln", werden die vier Falken-Gesellschafter in einer Clubmitteilung unisonso zitiert. Für Rückfragen stand - wie so häufig in den vergangenen Wochen - niemand zu Verfügung.
Als der HEC vor drei Wochen das Ende der Verhandlungen öffentlich verkündet hatte, schwiegen sich die Falken-Verantwortlichen bereits aus. Ähnlich war es zu Saisonbeginn, als mit der Stadt um einen Pachtvertrag für die Eishalle verhandelt wurde. Immer wird auf die Vertraulichkeit von Gesprächen und Vertragsinhalten verwiesen, als ob hier Staatsgeheimnisse verhandelt würden.
Keine der von der Heilbronner Stimme am Donnerstag gestellten Rückfragen bezog sich auf Vertragsdetails. Geheim blieb sogar, wer von Seiten der GmbH den Kooperationsvertrag ausgehandelt hat.
HEC hat Mitte November keinen anderen Ausweg mehr gesehen
Mitte November war die Situation zwischen den Eishockeyclubs eskaliert, nachdem der HEC in den sozialen Medien erklärt hatte, dass trotz aller Bemühungen kein Kompromiss für eine neue Kooperationsvereinbarung gefunden werden konnte. Es wurde der Vorwurf erhoben, dass die Falken eher bereit seien, eine hohe Strafzahlung an den Deutschen Eishockey Bund (DEB) zu leisten, als den eigenen Eishockey-Nachwuchs zu unterstützen. "Wir haben zu diesem Mittel gegriffen, weil wir keinen anderen Weg mehr gesehen haben", erklärte HEC-Geschäftsführer Michael Rumrich den ungewöhnlichen Schritt am Donnerstag.
DEB vermittelt als Mediator zwischen den Parteien
Wie erwähnt reagierten die Falken darauf öffentlich nicht. Stattdessen wurde der DEB als Vermittler eingeschaltet. Der kaufmännische Leiter Panagiotis Christakakis übernahm die Mediation zwischen den Streithähnen und brachte die festgefahrenen Verhandlungen wieder in Gang. "Es war schon gut, dass ein Außenstehender dabei war. Dadurch waren weniger Emotionen im Spiel", bestätigte Rumrich den positiven Einfluss. Innerhalb von nur drei Wochen ist der Prozess erfolgreich beendet worden, der zuvor monatelang stockte. Üblicherweise wird der Kooperationsvertrag vor Saisonbeginn geschlossen.
Sachlichkeit und Fairness, statt persönlicher Differenzen und Streit
"Ich hoffe, dass damit wieder eine vernünftige Basis für die zukünftige Zusammenarbeit gelegt worden ist", sagt Rumrich. Aus Sicht des 58-jährigen bleibt vom Streit nichts zurück und persönliche Differenzen gebe es keine. "Wir sind wieder auf dem richtigen Weg", ist der frühere Nationalspieler überzeugt. Ähnlich äußerte sich der HEC-Vorsitzende Jan Schablowski laut der Pressemitteilung: "Die Gespräche hatten immer das Ziel, einen gemeinsamen Konsens zu finden und waren jederzeit von Sachlichkeit und Fairness geprägt." Vor drei Wochen hatte er angesichts der Gesprächsatmosphäre mit den Gesellschaftern noch das "kalte Kotzen" bekommen.
Keine Konflikte auf der sportlichen Ebene
Auf der sportlichen Ebene wurde die Kooperation unabhängig von den Störgeräuschen in den Führungsetagen wie gewohnt fortgeführt, obwohl keine schriftlich fixierte Vereinbarung mehr bestand. Dies hatte Martin Jiranek als Sportlicher Leiter der Falken bereits Ende November betont: "Wo wir zuständig sind, läuft die Kooperation." Rumrich bestätigt diese Aussage: "Auf der sportlichen Ebene haben die schwierigen Verhandlungen keine Rolle gespielt."
Darum geht es in der Kooperation zwischen dem HEC und den Falken
Grundsätzlich dient die Zusammenarbeit dazu, den Eishockeysport in Heilbronn und in der Region zu fördern und weiterzuentwickeln. Die Heilbronner Falken bieten über die Kooperation den Nachwuchsspielern des HEC die Möglichkeit, am Trainings- und Spielbetrieb der Profimannschaft teilzunehmen. Dadurch sollen die Spieler an das höhere Niveau herangeführt und für die Zukunft vorbereitet werden.
Beide Seiten profitieren von einem regelmäßigen Austausch und einer engen Abstimmung in sportlichen Fragen. Dadurch können die Spieler gezielt gefördert und entwickelt werden. So unterstützen zum Beispiel die hauptamtlichen Trainer des HEC die Trainer der Heilbronner Falken als Co-Trainer oder übernehmen bei den Spielen der Falken die Aufgabe des Video-Coachings.
Der HEC bietet den Nachwuchsspielern zudem eine berufliche Perspektive durch eine Ausbildungskooperation mit verschiedenen Firmen. Die Falken unterstützen diese Initiative, indem sie talentierte HEC-Spieler zum Training einladen und bei ihren Spielen Werbung für diese Zusammenarbeit machen. Eine weitere gemeinsame Veranstaltung ist der Kids on Ice Day am 28. Dezember, bei dem interessierte Kinder die Möglichkeit haben, Eishockey selbst und mit Profis zusammen zu erleben.
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