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Zukunft des Heilbronner Eishockeys: Das ist der Fünf-Jahres-Plan der Falken

Der Eishockey-Zweitligist Heilbronner Falken hat ambitionierten Fünf-Jahres-Plan erarbeitet. Erste Neuerungen werden schon bald sichtbar sein. Dazu gehört auch ein Umzug der Geschäftsstelle.

Martin Peter
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Lesezeit 3 Min

Das Halbfinale in den DEL-2-Playoffs ist zwar schon eine Weile her. Aber auch wenn die Heilbronner Falken gegen die Frankfurter Löwen am Ende den Kürzeren gezogen haben: Übrig geblieben ist bei den Spielern, Verantwortlichen und Fans die Lust, noch einmal so weit zu kommen. Am besten: noch weiter. Um solche Erfolge nachhaltiger zu machen, den Verein weiter nach vorne zu bringen, haben die Falken unter Federführung der Gesellschafter in den vergangenen Wochen und Monaten einen Fünf-Jahres-Plan erarbeitet, einen Kompass für die Zukunft.

 

Wozu ein Fünf-Jahres-Plan?

Ziel der Heilbronner Falken ist es, ihre Schritte in die Zukunft strategischer und strukturierter anzugehen - und alle mitzunehmen. Sponsoren, Partner, Spieler, Fans: "Wir wollen allen aufzeigen, wo wir hinwollen und wie der Weg dahin aussieht", sagt Gesellschafter Steffen Schnizer. In die Ausarbeitung des Plans und einer Vision seien alle Seiten integriert worden. Herausgekommen ist eine "Roadmap 2027", in der alles steht, "wofür die Falken stehen und was wir erreichen wollen", sagt Franz Böllinger. "Etwas, woran wir uns selber auch messen wollen", sagt der Falken-Gesellschafter.

Warum erst jetzt?

Die Idee eines solchen Plans haben die Verantwortlichen schon seit einigen Jahren. "Wir waren aber gefangen in kurzfristigen Zwängen", sagt Schnizer mit Blick auf die Pandemie und ihre Folgen. Da habe es andere Themen gegeben, "als sich mit einer Vision zu beschäftigen", erklärt der Gesellschafter. In den unübersichtlichen Zeiten sei in erster Linie wichtig gewesen, das Eishockey in Heilbronn am Leben zu erhalten. Durch den wieder eingeführten Aufstieg in die DEL vor zwei Jahren sei es noch mehr von Bedeutung, "den Fans aufzuzeigen, was wir vorhaben", findet Gesellschafter Tom Bucher.

Wie sehen die Ziele der Falken konkret aus?

Gemessen an den Zuschauerzahlen sind die Falken in Heilbronn Sportart Nummer eins. Dieser Status soll in den nächsten Jahren untermauert und weiterentwickelt werden. "Wir wollen in die Köpfe der Menschen rein", sagt Böllinger. "Alle sollen uns kennen." Der Club will Bekanntheit und Attraktivität mithilfe vieler kleiner Verbesserungen steigern, um in fünf Jahren, einen Zuschauerschnitt von 2800 aufzuweisen.

Ist die DEL das Ziel?

Durchaus. "Wir wollen Spitzen-Eishockey bieten", sagt Schnizer. Aber die einzelnene Themen sollen seriös angegangen werden. Wichtig ist allen Beteiligten eine nachhaltige Entwicklung. In den nächsten fünf Jahren sollen wirtschaftliche Rahmenbedingungen für einen Aufstieg geschaffen werden. Sportlich will man in einem ersten Schritt regelmäßig ein Top-Favorit auf die DEL2-Meisterschaft sein. Aber klar ist: "Mit dieser Eishalle können wir nicht in die DEL", sagt Böllinger. Dazu bräuchte es auf lange Sicht ein neues Stadion, ein Fernziel. Nächste Saison soll erst einmal die direkte Qualifikation für die Playoffs her, ein Platz in den Top sechs.

 

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Wie sehen die ersten Schritte aus?

Die Geschäftsstelle zieht um. Schon zur anstehenden Saison geht es in neue Geschäftsräume in der Innenstadt. Dort wird es auch einen Fanshop mit neuer Kollektion geben. Tickets können dort gekauft werden, geplant ist zudem, dass hin und wieder Spieler und Trainer zum Austausch vor Ort sind. "Wir wollen ins Blickfeld der Menschen", sagt Böllinger. Das Eisstadion liegt zwar am Rande der Innenstadt, "aber gut versteckt hinter großen Bäumen". Dadurch war es in der Vergangenheit schwer, beiläufig auf die Falken aufmerksam zu werden. Durch die neue Sichtbarkeit in der Stadt soll auch die Fannähe größer werden. Die frei werdenden Räume könnten anderweitig genutzt und damit der Platznot in der Eishalle entgegen gewirkt werden.

Was ändert sich rund um die Heimspiele?

Der Sport, das Spiel steht weiter im Vordergrund. "Aber wir sehen eine Notwendigkeit beim Thema Event", sagt Falken-Geschäftsführer Marco Merz. Statt für den im Mai gegangenen Frederic Keck erneut einen Assistenten der Geschäftsführung einzustellen, hat der Club einen Eventmanager gesucht - und "einen sehr guten Mitarbeiter" mit Erfahrung in dem Bereich gefunden. Um wen es sich handelt, ist noch geheim. "Aber er kommt aus Heilbronn, kennt die Falken und lebt für den Sport", sagt Merz. Von ihm erhoffen sich die Verantwortlichen kreative Ideen. Denkbar sind Interview-Formate vor dem Spiel auf dem Eis, Videos zum Heißmachen oder auch, den VIP-Bereich interaktiv zu gestalten. "Ohne aber zu überfrachten", sagt Franz Böllinger. "Wir drücken auch nicht auf einen Knopf und mit dem ersten Spieltag ist alles anders", sagt Bucher. Es soll sich - wie alles andere auch - Schritt für Schritt entwickeln.

Wie steht es um die Kooperation mit den Adlern?

Sie ist und bleibt wichtiger Teil der strategischen Idee der Falken. "Wir führen Gespräche darüber, wie man diese Kooperation weiterentwickeln kann", sagt Schnizer. Dabei geht es unter anderem darum, wie man sich unabhängig vom Spiel unterstützt, "beispielsweise im Bereich Ticketing und Events", sagt Merz. Die Verantwortlichen beider Vereine begegnen sich auf Augenhöhe. Klar ist aber: "Sollten wir in die DEL aufsteigen, endet dieses Momentum", sagt Franz Böllinger.

Ein Sponsor aus Kanada

Über persönliche Kontakte hat Geschäftsführer Marco Merz einen kanadischen Sponsor für die Falken an Land gezogen. Die Region Saskatchewan ist neuer Unterstützer des Eishockeys in Heilbronn. "Die fanden das Thema mit Heilbronn als reichster Stadt Deutschlands einfach interessant", sagt Merz. Die Kanadier verstehen das Engagement als Tourismus- und Wirtschaftsförderung, sie werden Namensgeber der Sitzplatztribüne und werben bei Heimspielen in Videos für ihre Region, aus der auch Falken-Stürmer Jeremy Williams stammt. Merz erhofft sich mit dem neuen Sponsor einen "Domino-Effekt" und weitere Sponsoren aus der Reisebranche.

Abgeschlossen ist die Suche nach einem Trikotsponsor, der bald bekanntgegeben werden soll. Ein Hallensponsor ist noch nicht gefunden. 

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