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Neue Eishockey-Arena: Bad Nauheim beschließt, Heilbronn sitzt aus

Der Bau einer neuen Eishalle für den hessischen DEL2-Club Bad Nauheim rückt näher. Die Heilbronner Falken verfolgen für dieses Ziel eine Politik der kleinen Schritte.

Stephan Sonntag
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Lesezeit 2 Min
Bad Nauheim beschließt, Heilbronn sitzt aus
So sieht der Entwurf für die neue Eishalle des EC Bad Nauheim mit einem Fassungsvermögen von 4500 Zuschauern aus. Einen ähnlichen Neubau würden sich die Falken-Gesellschafter in Heilbronn wünschen. Visualisierung: BLFP PLANUNGS GMBH © pv  Foto: VISUALISIERUNG: BLFP PLANUNGS GMBH © pv

"Der alte Standort des Eisstadions wird uns nicht in die Zukunft tragen. Der Eissport hat hier Tradition, und wenn wir wollen, dass das so bleibt, müssen wir in diese Zukunft investieren." Das Stadtoberhaupt ließ keine Zweifel daran, dass der Bau einer neuen Eishalle zwingend notwendig sei. Allerdings stammt dieses Zitat nicht vom Heilbronner OB Harry Mergel, sondern von seinem Bad Nauheimer Amtskollegen Klaus Kreß.

Am Donnerstagabend hat die Stadtverordnentenversammlung des 32.000 Einwohner zählenden hessischen Kurstädtchens einstimmig ihren politischen Willen bekundet, ein neues Eisstadion zu bauen. Als "einen Meilenstein" bezeichnete Andreas Ortwein, Geschäftsführer des örtlichen DEL2-Clubs, die Entscheidung: "Der neue Standort ist eine große Chance."

 

Neues Eisstadion katapultiert Bad Nauheim "in die Champions League"

Wann die Roten Teufel tatsächlich in einer neuen 4500 Zuschauer fassenden Arena spielen werden, ist noch offen. Entscheidend ist die Perspektive, die es dem DEL2-Fünften der Vorsaison gibt und "uns in die Champions League katapultiert", wie Kreß in der "Wetterauer Zeitung" betonte.

Von der Champions League ist im Strategiepapier der Heilbronner Falken nicht die Rede, sehr wohl aber von der DEL. Am Ende der Tour zur Vision 2027 steht dort der "DEL-taugliche Neubau Stadion" mit einem Fassungsvermögen von mehr als 5000 Zuschauern. "Bis dahin müssen wir viele kleine Schritte gehen, unsere Hausaufgaben machen", sagt Gesellschafter Steffen Schnizer.

 

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Öffentlicher Nahverkehr soll mit Tickets wieder kostenlos nutzbar sein

Dazu gehört das Thema Ticketing. Spezielle Familientickets sind geplant, VIP-Tickets an der Tageskasse und Kombitickets, die eine kostenlose Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichen sollen. Eine entsprechende Kooperation mit den ÖPNV-Betreibern war vor einigen Jahren aus Kostengründen eingestellt worden. "Seitdem hat es aber ein gesellschaftliches Umdenken gegeben. Das Angebot würde heute sicher stärker genutzt", ist Gesellschafter Franz Böllinger überzeugt.

Ein weiterer Baustein sind Freikarten-Aktionen. Für Schulen, für Studierende, für Sponsoren. Es sollen neue Zielgruppen erschlossen werden. Sollte es tatsächlich gelingen auf diesem Wege mehr Zuschauer in die Halle zu bekommen, dann würde das gebetsmühlenartig wiederholte Argument gegen einen Neubau hinfällig, dass ja für im Schnitt 1800 Zuschauer keine neue Halle gebaut werden müsse.

Der Wunsch für ein neues Stadion soll aus der Stadtgesellschaft heraus kommen

Allein die Erledigung der eigenen Hausaufgaben wird voraussichtlich nicht genügen. Daher sucht das Heilbronner Eishockey den Schulterschluss mit anderen Interessenten an einem Neubau. "Aus der Stadtgesellschaft heraus muss der Wunsch für den Bau einer neuen Halle so groß werden, dass die Politik nicht umhinkommt zu handeln", sagt Schnizer. Vielleicht sprudeln die eingangs zitierten Worte dann auch eines Tages mal aus dem Mund von Heilbronns Oberbürgermeister.

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