Falken-Sportdirektor Martin Jiranek: "Gegen Stuttgart Rebels hätte es 10:1 ausgehen können"
Über den 4:1-Sieg der Heilbronner Falken gegen die Stuttgart Rebels hat sich Martin Jiranek gefreut. Im Interview erklärt er, warum Spiele gegen schwächere Gegner so schwer sind und ein 12:0 wie zum Auftakt die Ausnahme bleiben wird.

Am Tag seines 54. Geburtstags bekam Sportdirektor Martin Jiranek von seinen Heilbronner Falken einen Sieg geschenkt. Der 4:1-Erfolg im Derby gegen die Stuttgart Rebels war allerdings hart erkämpft.
Herr Jiranek, ein Falken-Sieg zum Geburtstag, das passt. Doch Sie hätten sich bestimmt einen entspannteren Abend gewünscht, oder?
Martin Jiranek: Ich hätte mir gewünscht, dass wir unsere Chancen besser nutzen, gerade in Überzahl mehr Scheiben vors Tor bringen und für Verkehr vor dem gegnerischen Tor sorgen. Hätten wir das konsequenter gemacht, hätte das Spiel auch 10:1 ausgehen können. Es ist aber auch nicht leicht, gegen Teams zu spielen, die wie Stuttgart sehr tief stehen. Die geben dir nicht viele Gelegenheiten und warten auf den einen Konter oder ein eigenes Überzahlspiel.
Und dann liegt man wie die Falken heute plötzlich 0:1 zurück.
Jiranek: Genau. Das Gegentor fällt ja mehr oder weniger aus dem Nichts. Das war ja auch keine klare Chance. Stuttgart wird in dieser Saison auch Spiele gegen deutlich bessere Gegner gewinnen. Füssen hat heute beispielsweise in Riessersee gewonnen. Das hätte dort im Vorfeld bestimmt niemand gedacht.
Auf die Weise haben die Falken ja am Sonntag auch in Passau verloren.
Jiranek: Passau hat mehr Talent im Team als Stuttgart und hat seine wenigen Chancen gut genutzt. Wir waren auch dort in mindestens zwei Dritteln das klar bessere Team, haben die Überlegenheit aber nicht in Tore umgesetzt. Die muss man in solchen Spielen dadurch erzwingen, dass man die Scheibe immer weiter vors Tor bringt, bis sie abgefälscht wird oder ein Abpraller verwertet werden kann. Das ist anstrengend so zu spielen und sieht auch nicht immer toll aus, ist aber die beste Chance, um zu gewinnen.
Es sind im Laufe der Saison also immer mal wieder Niederlagen gegen schwächere Teams drin?
Jiranek: Natürlich. Das ist Eishockey. Wichtig ist, dass wir kämpfen. Das haben wir bisher in jedem Spiel getan und das ist die Basis, auf der wir aufbauen können. Solange wir Kampfgeist zeigen, werden wir viel mehr Spiele gewinnen als verlieren. Der Rest ist ein bisschen Glück, ein bisschen Taktik, ein paar Feinheiten, ein bisschen Vertrauen.
Und Überzahltraining?
Jiranek (lacht): Ja - und Überzahltraining.
Hat der 12:0-Sieg gegen Füssen zum Auftakt vielleicht zu hohe Erwartungen geschürt?
Jiranek: So ein Ergebnis wird es im Saisonverlauf vielleicht noch einmal geben, aber es wird die Ausnahme bleiben. Die Spiele selbst gegen schwächere Gegner werden eng sein. Da heißt es geduldig sein und bloß nicht zu offen werden. Das haben wir heute gut gemacht. Wir haben nur ein Gegentor bekommen und nicht allzu viel mehr zugelassen.
Wie sehr hat es Sie den gefreut, dass ihr Sohn Vincent heute sein erstes Tor für die Falken erzielt hat?
Jiranek: Das war ein zusätzliches Geburtstagsgeschenk. Ich war aber vor allem froh, dass wir das Tor überhaupt gemacht haben. Denn dadurch sind wir endlich in Führung gegangen.
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