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Neues Logo der HEC Falken: Warum die Heilbronner Fans nicht ins Boot geholt wurden

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Die neuen Gesellschafter der Heilbronner EC Falken hätten es reizvoll gefunden, einen Fan-Wettbewerb zu veranstalten, wie das neue Logo des Eishockey-Oberligisten zukünftig aussieht. Doch „dann kam die Realität dazwischen“.


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Transparenz und Kontakt zur Öffentlichkeit werden bei den neuen Gesellschaftern der Heilbronner EC Falken großgeschrieben. Das weckte Erwartungen. Kurz nachdem klar war, dass Kai Sellers und Jan Hey über einen Asset-Deal den Neuanfang des Eishockey-Oberligisten aus dem Unterland tragen werden, wurden in Social-Media-Foren verschiedene Logos veröffentlicht – mit der Hoffnung, dass die Fans bei der grafischen Neuausrichtung mit ins Boot genommen werden.

Neustart mit neuem Logo: Zwischen „Heilbronner“ und „Falken“ steht jetzt „Eishockeyclub“

Sellers und Hey gingen aber einen anderen Weg. Sie behielten das bisherige Logo mit einer leichten Modifizierung bei. Zwischen dem Namen – „Heilbronner“ in der ersten Zeile, „Falken“ in der zweiten – wurde noch das Wort „Eishockeyclub“ eingefügt.

„Natürlich bauen wir etwas Neues auf. Aber selbst bei einem Neuaufbau kann man bestehende Stärken nutzen. Es muss ja nicht alles eingerissen werden, nur weil wir beiden jetzt die Neuen sind“, erklärt Hey. „Außerdem finden wir das Logo gut.“

Überlegungen für Logo-Wettbewerb waren da – doch „dann kam die Realität dazwischen“

Ganz am Anfang des Prozesses, das Profi-Eishockey in Heilbronn auf ganz neue Füße zu stellen, gab es aber tatsächlich die Überlegung, die Fans mit ins Boot zu holen. „Unsere ideale Vorstellung wäre natürlich gewesen, wir fordern die Fans auf, uns Entwürfe zu schicken, und machen einen Wettbewerb: Wir picken die Top fünf heraus und machen dann noch mal eine Wahl. Dann wäre auch jeder dahintergestanden“, erzählt Hey. Doch über ein Brainstorming ging dieser Ansatz allerdings nie hinaus.

Das Logo der Heilbronner Falken haben die neuen Macher der neuen Falken nur etwas modifiziert und sich gegen einen kompletten Neuentwurf entschieden.
Das Logo der Heilbronner Falken haben die neuen Macher der neuen Falken nur etwas modifiziert und sich gegen einen kompletten Neuentwurf entschieden.  Foto: Ralf Seidel

Denn „dann kam die Realität dazwischen. Wir haben durch die Abwicklung des Asset-Deals sowieso schon lange gebraucht, bis wir handlungsfähig waren. Damit war klar: Wir mussten auf die Tube drücken. Denn für Sachen, für die andere Clubs Monate Zeit haben, standen uns nur wenige Wochen zur Verfügung. Wir mussten also priorisieren“, berichtet Hey. Die Frage, die sich die neuen Gesellschafter stellten: „Hindert uns das Logo daran, den Neuanfang anzugehen?“, sagt Hey. Die Antwort: „Nein, es bestärkt uns wahrscheinlich sogar. Und gleichzeitig unterstützt es uns sogar. Denn wir müssten nicht alles das tun, was man bei einem Rebranding hätte machen müssen.“

Völlig neues Falken-Logo würde einen Rattenschwanz nach sich ziehen

Denn mit dem Austausch des Logos auf den Trikots und der Homepage ist es bei einem Rebranding nicht getan. Da hänge ein ganz großer Rattenschwanz mit dran. „Interne Dokumente oder Präsentationen, mit denen wir an die Öffentlichkeit gehen, wären betroffen. Wir hätten uns eine komplett neue Bildsprache überlegen müssen. Denn das Logo ist überall präsent“, erzählt Hey. Das wäre mit Kosten und vor allem mit Aufwand verbunden. „Und Zeit haben wir überhaupt nicht. Das ist für uns ein kostbares Gut“, betont noch einmal der neue Falken-Gesellschafter.

Auch Rückmeldungen von externen Stellen – unter anderem eine Werbeagentur, von denen die Falken beraten werden – haben Sellers und Hey darin bestärkt, das Logo nur leicht zu modifizieren. Hey ist sich aber bewusst, dass ein Logo polarisiert. „Das ist, wie wenn man mich zur Modenschau nach Paris schickt. Ich werde wahrscheinlich sagen, alles sieht blöd aus. Ein Designer wird dagegen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wie man die Entwürfe so herabwürdigen kann“, erklärt der 28-Jährige. „Geschmäcker sind halt verschieden. Aber alle waren sich zumindest einig, dass das vorige Logo nicht ganz schlecht war. Und es wird etwas Positives damit emotionalisiert.“

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