Paukenschlag in der Eishockey-Oberliga: Bayreuth stellt keinen Lizenzantrag für nächste Saison
Die Bayreuth Tigers, Konkurrent der Heilbronner Falken, beantragen keine Lizenz mehr für die Oberliga. In einer Mitteilung auf der Vereins-Homepage ist von Anfeindungen die Rede und davon, dass die Erwartungshaltung der Fans nicht erfüllt werden kann.
Erst die Insolvenzanmeldung der Heilbronner Falken im Januar, nun wurde die Eishockey-Oberliga Süd erneut erschüttert. Am Samstag (14. Februar) meldeten die Bayreuth Tigers, dass sie keine Lizenz für die nächste Saison beantragen werden.
Keine Möglichkeit mehr, die Erwartungshaltung der Bayreuther Fans zu Erfüllen
Es gebe aus Sicht der Geschäftsführung und Gesellschafter keine Möglichkeit mehr, die Erwartungshaltung der Bayreuther Fans zu erfüllen, heißt es in der Mitteilung auf der Tigers-Internetseite. Und weiter: „Da diese mit den vorhandenen Mitteln und Gegebenheiten schlicht nicht realistisch sind.“
Vor zwei Jahren erst meldeten auch die Tigers Insolvenz an. Wie in Heilbronn war Peter Roeger von Pluta Rechtsanwälte der vorläufige Insolvenzverwalter. Er schaffte es damals den Profi-Standort in der Oberliga zu erhalten – auch weil er mit „Onesto“ einen Investor fand. Einer der Gesellschafter der Softwareunternehmens, Thomas Lünenborg, übernahm auch die Geschäftsführung des Oberligisten.
Aufbau der onesto Tigers Bayreuth war langfristig geplant
„Von Beginn unseres Engagements an haben wir darauf hingewiesen, dass wir den Aufbau der onesto Tigers Bayreuth langfristig sehen und wir etwas entwickeln möchten“, heißt es in der Mitteilung. „Dass dies nun nach zwei Jahren endet, haben wir nicht erwartet, ist aus unserer Sicht unter den aktuell gegebenen Umständen jedoch alternativlos.“
Gleichzeitig werden auch eigene Fehler zugegeben, aber „die vor zwei Jahren zugesagte Unterstützung, die notwendig gewesen wäre, um den Standort auf gesunde Füße zu stellen, wurde uns leider nicht zuteil“.
Außerdem ist von persönlichen Anfeindungen und Beleidigungen die Rede, die ein Ausmaß angenommen hätten, „das wir nicht länger bereit sind auszuhalten“. Nun wollen die Tigers die aktuelle Spielzeit bestmöglich beenden und das Saisonziel Playoffs erreichen.
Bayreuther Geschäftsführer hatte schon im Dezember auf Probleme hingewiesen
Schon im Dezember des vergangenen Jahres hatte Geschäftsführer Thomas Lünenborg darauf hingewiesen, dass die Ticketeinnahmen bislang nicht ausreichten, um mehr als zwei Top-Spieler der ersten und zweiten Reihe zu bezahlen. Der 61-Jährige legte dabei offen, dass jeder Profi in dieser Kategorie den Club einen sechsstelligen Betrag pro Saison koste. „Für mich ist das der einzige mögliche Weg, offen damit umzugehen. Das war eine der Lehren aus der Insolvenz“, sagte Lünenborg damals im Gespräch mit der Heilbronner Stimme.
Im Januar 2024 hatten die Bayreuther eine ähnliche Situation wie Heilbronn, war zahlungsunfähig und durfte trotz Qualifikation nicht an den Playoffs teilnehmen. Im März 2024 stieg das Aichacher Software-Unternehmen „onesto“ als Investor ein, deren Gesellschafter Thomas Lünenborg übernahm die Geschäftsführung der Spielbetriebs-GmbH.
„Wir haben eine Anschubfinanzierung geleistet, aber wir sind kein Mäzen. Das Eishockey wird sich nie selbst tragen, aber Kosten und Nutzen müssen sich für uns rechnen“, erklärte Lünenborg damals der Heilbronner Stimme.
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