Heilbronner EC wird 40: Die besten Erinnerungen von Michael Hackert und Ernst Rupp
Zum 40. Geburtstag des Heilbronner EC erinnern sich Ex-Spieler und -Verantwortliche an die bewegte Vergangenheit des HEC und der Falken – zum Jubiläum gibt es erneut Schlagzeilen.
Der Heilbronner Eishockey-Club kommt ins Schwabenalter. An diesem Freitag feiert der HEC seinen 40 Geburtstag. Das heißt, er wird nun g'scheit − also weise oder auch erwachsen −, wie es im Volksmund heißt. Und der Club hat durchaus eine bewegte Geschichte hinter sich, die aktuell durch die Insolvenz der ausgegliederten Heilbronner Falken GmbH & Co. KG beim Stammverein für anderen Gesprächsstoff gesorgt hat als erhofft. Doch pünktlich zum Jubiläum ist die Zukunft des Profi-Eishockeys in Heilbronn geklärt.
Der 40. Geburtstag könnte nun einen Neuanfang darstellen, für den man den Verantwortlichen viele weise Entscheidungen wünschen möchte. Ehemalige Spieler oder Verantwortliche wünschen dem Verein jedenfalls nur das Beste für die Zukunft.
Heilbronner Eishockey-Club wird 40: Michael Hackert erinnert sich an seine HEC- und Falken-Zeit
Allen voran der Heilbronner Michael Hackert, ehemaliger Nationalspieler, der an drei Weltmeisterschaften teilgenommen hat und unter anderem bei den Mannheimer Adlern und den Frankfurt Lions spielte. Beim HEC durchlief er den kompletten Nachwuchsbereich und sammelte anschließend erste Profi-Erfahrungen (1997 bis 1998).

Unter Trainer Lado Svozil stand Hackert zusammen mit Oleg Znarok, Igor Dorochin oder Ravil Khaidarov auf dem Eis. Klangvolle Namen im Heilbronner Eishockey. "Das war in der zweiten Liga. Es war damals eine ganz ordentliche Mannschaft", erinnert sich Hackert. Zum Ende seiner Karriere kam er 2012 noch mal zurück nach Heilbronn. Nach seinem offiziellen Karriereende gab er sein Comeback und rettete in der Playdown-Serie gegen Kaufbeuren die Heilbronner Falken vor dem Abstieg − nach einem 0:3-Rückstand nach Spielen wurde die Serie noch 4:3 gewonnen.
"Ich möchte dem Heilbronner Eishockeyverein meine Glückwünsche aussprechen zum 40-jährigen Jubiläum, eine stolze Zahl. Ich hoffe, dass noch viele, viele weitere Jahre dazukommen. Das Eishockey in Heilbronn hat für mich eine sehr große und spezielle Bedeutung", sagt Michael Hackert. "Gerade aktuell ist es, glaube ich, eine schwierige Zeit für das Heilbronner Eishockey. Aber ich denke, das wird sich irgendwie schon wieder regeln, und hoffe, dass es in dieser oder in einer anderen Form weitergeht. Es war für mich eine wunderschöne Zeit und ich hoffe, dass noch mehrere Generationen das hier in Heilbronn erleben dürfen, was ich erlebt habe."
Im Nachwuchs beim HEC, jetzt Trainer in Reutlingen: John Kraiss erinnert sich
Auch John Kraiss durchlief den kompletten Nachwuchs des HEC. Er hat mittlerweile die Trainerlaufbahn eingeschlagen und trifft nun in der Finalserie der Baden-Württemberg-Liga mit den Black Eagles Reutlingen auf die Eisbären Heilbronn: "Ich drücke die Daumen für den weiteren Werdegang des Vereins. Ich erinnere mich gerne an die tolle Zeit, die ich im Verein hatte."

Nicht unumstritten, aber erfolgreich: Ernst Rupp blickt auf Zeit als Falken-Manager zurück
Wahrscheinlich die erfolgreichste Zeit im Heilbronner Eishockey verantwortete Ernst Rupp als Manager. "Auch wenn wir vielleicht nicht immer ganz oben standen, war es eine erfolgreiche Zeit", erzählt er. Seit Ende der 1980er-Jahre über ein Vierteljahrhundert hinweg war er der prägende Mann. Auf ihn geht die Namensgebung des Unterländer Profiteams zurück. "Ich bin Bad Wimpfener, und mein Lieblingstier war damals der Falke, der in den Türmen der Stauferpfalz nistete. Deshalb sind die Heilbronner die Falken geworden", berichtet der heute fast 83-Jährige. Und auch das Eisstadion am Europaplatz würde es ohne sein Zutun in der heutigen Form nicht geben.
Rupp war aber nicht unumstritten. Ein Macher, der für große sportliche Momente gesorgt hat, sagen die, die seine hemdsärmelige Schaffigkeit geschätzt haben. Ein Alleinherrscher, sagen die, die es nicht gut mit ihm meinen. Legendär ist sein Umgang mit Sponsoren. Die Legende sagt: Ist er an der Vordertüre abgewiesen worden, schlich er sich durch die Hintertür wieder zurück ins Büro. "Ich habe im Vip-Raum jeden Großsponsor begrüßt und verabschiedet", erinnert sich Rupp. "Wenn es dann vorkam, dass einer für die neue Saison weniger geben wollte, hat er sogar noch ein bisschen was drauflegen müssen."
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