Investorensuche für Heilbronner Falken ist im Gange – gelingt ein Neustart?
Bei den Heilbronner Falken hat die Investorensuche für die insolvente Spielbetriebs-GmbH begonnen. Die Rahmenbedingungen für einen Profi-Standort seien weiterhin gut, heißt es in einem Schreiben an mögliche Interessenten.
Langsam nähert sich das Ende der Oberliga-Hauptrunde. Am 27. Februar steht der letzte Spieltag an, bevor die Playoffs beginnen. Für die Heilbronner Falken ist die Saison dann beendet. Ist es womöglich auch das letzte Spiel unter dem Namen Heilbronner Falken?
Anfang Februar startete die Suche nach einem Investor für die Heilbronner Falken
Ende Januar hatte die Spielbetriebs GmbH & Co. KG Insolvenz angemeldet. Anfang Februar startete der vorläufige Insolvenzverwalter Peter Roeger von Pluta Rechtsanwälte gemeinsam mit dem Nürnberger Beratungsunternehmen CF Consilio Forte einen Investorenprozess. „Der Club braucht einen finanzstarken Investor für die Zukunft“, hatte Roeger damals betont.
In einem Schreiben an potenzielle Interessenten wird die Tradition des Clubs hervorgehoben: Die Profi-Eishockey-Mannschaft „Heilbronner Falken“ blicke auf eine langjährige und durchaus erfolgreiche sportliche Geschichte zurück. Viele Jahre war das Team festes Mitglied der zweithöchsten deutschen Eishockeyliga, der DEL2.
Rahmenbedingungen für Profi-Eishockey sind in Heilbronn weiter gut
Zwar wurde nach dem Abstieg vor drei Jahren der direkte Wiederaufstieg verpasst, und der Club geriet immer stärker in finanzielle Schieflage, doch die Rahmenbedingungen in Heilbronn seien „nach wie vor gut bis sehr gut“, heißt es in dem Dokument.
Verwiesen wird unter anderem auf einen Zuschauerschnitt von rund 1780 Besuchern bei Heimspielen sowie auf die vor rund 20 Jahren neu errichtete Eishalle, die Platz für 3500 Zuschauer bietet. „Die Voraussetzungen für den Einsatz der Spielstätte und des Teams als Marketingplattform dürften für viele sehr interessant sein“, wird ausgeführt.
Ein Hinweis auf den geplanten Hallen-Neubau fehlt
Auffällig ist jedoch: Ein Hinweis auf den geplanten Abriss der bestehenden Halle und den Neubau der Spielstätte fehlt in dem Schreiben. Dafür wird der „große Vip-Bereich“ mit 150 Plätzen hervorgehoben.
Zum Verkauf stehen demnach „sämtliche bestehende Strukturen“, insbesondere das Anrecht zur Teilnahme an der Oberliga inklusive Trainer, Spieler und Betreuer. Die Übernahme soll im Idealfall mittels eines sogenannten „Share Deals“ erfolgen.
Dabei erwirbt ein Investor die Gesellschaftsanteile und übernimmt die Gesellschaft als Ganzes – mit sämtlichen Vermögenswerten, Rechten, aber grundsätzlich auch mit Verbindlichkeiten und Risiken. Allerdings sollen im Vorfeld die bestehenden Schulden im Rahmen eines Insolvenzplans geregelt und abgefunden werden. Im Idealfall könnte so ein wirtschaftlicher Neustart ohne Altlasten gelingen.
Interessenten wird zudem die Möglichkeit in Aussicht gestellt, das Namensrecht am Stadion zu erwerben. Hervorgehoben werden außerdem Werbeflächen, Fanartikel sowie die Liveübertragungen über den Streaming-Dienst Sprade-TV.
Strukturen der Heilbronner Falken sind noch vollständig vorhanden
„Die Strukturen der Gesellschaft sind aktuell trotz der Insolvenz noch vollständig vorhanden. In Bezug auf die Mannschaft bestehen Arbeitsverträge, die auch zum Teil noch für die nächste Saison Gültigkeit besitzen. Durch die Übernahme der Geschäftsanteile besteht für den Investor jedoch die Möglichkeit, die Führungsstruktur nach seinen Wünschen anzupassen und die Gesellschaft strategisch und operativ neu auszurichten“, heißt es weiter.
Potenzielle Investoren können nun eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnen und erhalten anschließend detaillierte Unterlagen zur wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft.
Für die Fans bleibt somit die Hoffnung, dass der 27. Februar nicht das Ende der Heilbronner Falken markiert – sondern den Auftakt für einen Neustart.
Darüber hinaus besteht weiter im Hintergrund ein zweiter Plan, sollten sich keine Investoren für die Falken finden. Für diesen ist es aber notwendig, dass die Heilbronner EC Eisbären über die am Wochenende beginnenden Playoffs der Baden-Württemberg-Liga das Aufstiegsrecht erkämpfen. Mit einer dann neu zu gründenden Spielbetriebs-GmbH könnten sie dann einen Platz in der Oberliga beanspruchen. So gäbe es eine weitere Möglichkeit für Profi-Eishockey in Heilbronn. Andererseits könnte auch diese Gruppe als Investoren Anteile an der bestehenden GmbH übernehmen.
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